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1 StR 334/23 ECLI:DE:BGH:2024:210224B1STR334.23.2 KI-generiert

Anhörungsrüge: Dismissal of complaint alleging violation of right to be heard in denial of mitigation for prolonged proceedings.

Geschäftsnummer 1 StR 334/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Bundesgerichtshof (1st Criminal Senate) dismissed the defendant's complaint for lack of a hearing (*Anhörungsrüge*) against the appellate court's order to reject his appeal, ordering the dismissal at his expense. The dispute concerned whether the appellate court violated the defendant's right to be heard by allegedly ignoring his argument that a specific procedural notice dated September 5, 2019, established the procedural relevance of fraud charges earlier than the trial court had determined. The Federal Court held the complaint unfounded because the lower court’s decision did not rest on the alleged oversight but on the material finding that the 2019 notice did not encompass the specific fraud offenses for which the defendant was convicted; consequently, the prolonged duration of the proceedings could not serve as a mitigating sentencing factor under § 267(3) sentence 1 Code of Criminal Procedure (StPO) without a direct connection between the procedural notice and the adjudicated acts.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 356a StPO, § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO, § 465 Abs. 1 StPO; Anhörungsrüge: Dismissal of complaint alleging violation of right to be heard in denial of mitigation for prolonged proceedings: The dispute concerned whether the appellate court violated the defendant's right to be heard by allegedly ignoring his argument that a specific procedural notice dated September 5, 2019, established the procedural relevance of fraud charges earlier than the trial court had determined. The Federal Court held the complaint unfounded because the lower court’s decision did not rest on the alleged oversight but on the material finding that the 2019 notice did not encompass the specific fraud offenses for which the defendant was convicted; consequently, the prolonged duration of the proceedings could not serve as a mitigating sentencing factor under § 267(3) sentence 1 Code of Criminal Procedure (StPO) without a direct connection between the procedural notice and the adjudicated acts.

Schlagwörter

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Einstellung des Betrugsverfahrens Strafanzeige Anspruch auf rechtliches Gehör Verletzung von Verfahrensrechten Betrug Strafzumessung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 356a StPO

Procedural basis for the Admonition complaint which the court examined and dismissed.

§ 465 Abs. 1 StPO

Basis for the decision on the allocation of legal costs, applied by analogy.

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Volltext

Die Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2023 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Der Senat hat die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts München I vom 12. Mai 2023 mit Beschluss vom 18. Oktober 2023 gemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen. Dagegen wendet sich der Verurteilte mit seiner Anhörungsrüge (§ 356a StPO) vom 28. November 2023.

1. Der Verurteilte beanstandet insbesondere, er habe mit seinem Hinweis auf die Übernahme des zunächst von der Staatsanwaltschaft T. wegen der Vorwürfe des Betrugs zu Lasten des Geschädigten K. geführten Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft M. belegt, dass jene Vorwürfe schon am 5. September 2019 verfahrensgegenständlich waren; diesen Vortrag habe der Senat übergangen.

Die zulässige Anhörungsrüge ist jedenfalls deswegen nicht begründet, weil die Entscheidung des Senats vom 18. Oktober 2023 nicht auf einer etwaigen Verletzung des rechtlichen Gehörs des Verurteilten beruht. Denn tragend ist die vorhergehende Erwägung des Senats, dass die Bekanntgabe vom 5. September 2019 die beiden ausgeurteilten Betrugstaten nicht erfasst hat. Dies wäre aber erforderlich gewesen, um eine lange, gleichwohl sachlich bedingte (dazu etwa BGH, Beschluss vom 18. August 2020 – 3 StR 245/20) Verfahrensdauer als bestimmenden Strafmilderungsgrund (§ 267 Abs. 3 Satz 1 StPO) zu würdigen; zusätzliche Voraussetzung ist, dass die Länge des Verfahrens für den Angeklagten mit besonderen Belastungen verbunden ist (st. Rspr.; BGH, Beschlüsse vom 9. Juni 2017 – 1 StR 45/17 Rn. 8 und vom 29. September 2015 – 2 StR 128/15, BGHR StPO § 267 Abs. 3 Satz 1 Strafzumessung 21 Rn. 3; jeweils mwN). Dies beinhaltet aber zugleich, dass sich die Bekanntgabe im Ermittlungsverfahren und die Verurteilung auf dieselben Taten beziehen müssen, um die Angemessenheit der Länge des Verfahrens beurteilen zu können.

2. Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO.

Jäger

Bellay

Fischer

Bär

Leplow