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XI ZR 38/23 ECLI:DE:BGH:2024:230124BXIZR38.23.0 KI-generiert

Termination of safekeeping contract: Keeper’s right to terminate without cause under § 696 BGB

Geschäftsnummer XI ZR 38/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Civil Procedure (BGH) unanimously rejected the plaintiff's revision and complaint against the non-admission of the revision, thereby leaving the appellate court's decision in force and ordering the plaintiff to bear the legal costs. The dispute concerned the validity of a termination of a safekeeping contract (Verwahrungsvertrag) by the keeper, specifically whether the keeper possesses a right to terminate the contract without cause. The court determined that the keeper is entitled to terminate the safekeeping agreement under Section 700(1) Sentence 3 and Section 696 Sentence 1 of the German Civil Code (BGB), confirming that the predominant legal view supports a unilateral right of termination for the safekeeper. The court clarified that this right is not negated by the contract's consensual nature and that earlier jurisprudence requiring actual return of the object or the depositary's default was based on the obsolete doctrine of real contracts.

Legislator-Regeste

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§ 552a ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 552a Satz 2 ZPO, § 522 Abs. 2 Satz 3 ZPO, § 696 Satz 1 BGB; Termination of safekeeping contract: Keeper’s right to terminate without cause under § 696 BGB: The dispute concerned the validity of a termination of a safekeeping contract (Verwahrungsvertrag) by the keeper, specifically whether the keeper possesses a right to terminate the contract without cause. The court determined that the keeper is entitled to terminate the safekeeping agreement under Section 700(1) Sentence 3 and Section 696 Sentence 1 of the German Civil Code (BGB), confirming that the predominant legal view supports a unilateral right of termination for the safekeeper. The court clarified that this right is not negated by the contract's consensual nature and that earlier jurisprudence requiring actual return of the object or the depositary's default was based on the obsolete doctrine of real contracts.

Schlagwörter

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Kündigung eines Vertrags Rechtslehre Zivilprozessordnung Rückkehrrecht fahrlässige Pflichtverletzung Aufbewahrer

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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I ZR 250/91
Januar 1994 - I ZR 250/91, WM 1994, 909, 910) liegt kein Widerspruch vor.
XI ZR 54/90
Dezember 1990 - XI ZR 54/90, WM 1991, 317, 318 und vom 25.
XI ZR 221/22
Exclusion of ordinary termination right for ratio-premium savings contracts until highest premium tier is reached
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 552a ZPO

Cited in the first order as the basis for rejecting the revision without oral hearing because it has no prospect of success.

§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Cited in the second order as the legal basis for rejecting the complaint against the non-admission of the revision due to the lack of fundamental legal significance.

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Volltext

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des 37. Zivilsenats des Oberlandesgerichts München vom 15. Februar 2023 wird durch einstimmigen Beschluss zurückgewiesen.

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem vorbezeichneten Urteil wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Revisions- und des Beschwerdeverfahrens trägt der Kläger.

Der Gegenstandswert für das Revisionsverfahren beträgt bis 13.000 €. Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren beträgt bis 3.000 €.

[GRUENDE]

1. Die Revision hat keine Aussicht auf Erfolg (§ 552a ZPO). Die Rechtssache hat auch keine grundsätzliche Bedeutung; weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordern eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Zur Begründung nimmt der Senat Bezug auf das Schreiben seines Vorsitzenden vom 14. November 2023 (§ 552a Satz 2 ZPO, § 522 Abs. 2 Satz 3 ZPO). Die Stellungnahme des Klägers rechtfertigt keine andere Entscheidung:

a) Der Bundesgerichtshof ist für die Entscheidung über die Revision zuständig. Bei der Frage, ob das Berufungsgericht - wie hier - eine solche Zuständigkeitsentscheidung getroffen hat, handelt es sich um eine Würdigung der Entscheidungsformel und der Gründe der Zulassungsentscheidung im Einzelfall. Zu der von der Revision angeführten Entscheidung des I. Zivilsenats (BGH, Urteil vom 20. Januar 1994 - I ZR 250/91, WM 1994, 909, 910) liegt kein Widerspruch vor. Der dort im Berufungsurteil erfolgten Zulassung unter Hinweis auf die Annahme der Revision gegen eine andere Entscheidung des Berufungssenats hat der I. Zivilsenat keine eindeutige Bestimmung des Bundesgerichtshofs als zuständigem Revisionsgericht entnommen. Dies ist vorliegend anders zu beurteilen.

b) Das Kündigungsrecht konnte seitens der Beklagten auf § 700 Abs. 1 Satz 3, § 696 Satz 1 BGB gestützt werden. Die Vorschrift des § 696 Satz 1 BGB räumt dem Verwahrer nach ganz herrschender Meinung ein Kündigungsrecht ein (vgl. Senatsurteile vom 11. Dezember 1990 - XI ZR 54/90, WM 1991, 317, 318 und vom 25. Juli 2023 - XI ZR 221/22, WM 2023, 1603 Rn. 29, für BGHZ bestimmt; BeckOGK BGB/Schlinker, 1.10.2023, § 696 Rn. 8; Soergel/Schur, BGB, 13. Aufl., § 696 Rn. 1 und 6; Staudinger/Bieder, BGB, Neubearb. 2020, § 696 Rn. 3 f.; MünchKommBGB/Henssler, 9. Aufl., § 696 Rn. 5; jurisPK-BGB/Jülch/Herberger, 10. Aufl., Stand: 7.2.2023, § 696 Rn. 2; NK-BGB/Klingelhöfer, 4. Aufl., § 696 Rn. 1; BeckOK BGB/Gehrlein, 68. Ed. 1.11.2023, § 696 Rn. 1; Erman/Zetzsche, BGB, 17. Aufl., § 696 Rn. 3; Grüneberg/Retzlaff, BGB, 83. Aufl., § 696 Rn. 1; PWW/Fehrenbacher, BGB, 18. Aufl., § 696 Rn. 1). Soweit dies früher - worauf sich die Revision beruft - mit Blick auf die Gesetzesmaterialien (vgl. Mugdan, Die gesammten Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich II, 1899, S. 326; Jakobs/Schubert, Die Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs, Bd. III, 1983, S. 192 f.) anders gesehen und die Beendigung des Verwahrungsvertrags erst mit der tatsächlichen Rücknahme bzw. mit dem Eintritt des Annahmeverzugs des Hinterlegers angenommen wurde (RGRK/Krohn, BGB, 12. Aufl., § 696 Rn. 1; Krampe, NJW 1992, 1264, 1269), wurzelte dies in der überholten Lehre vom Realvertrag und trägt dem Charakter des Verwahrungsvertrags als Konsensualvertrag nicht hinreichend Rechnung (BeckOGK BGB/Schlinker, aaO; Staudinger/Bieder, aaO; MünchKommBGB/Henssler, aaO).

2. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist zurückzuweisen, weil die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Zur Begründung verweist der Senat auf das Schreiben seines Vorsitzenden vom 14. November 2023.

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