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XIII ZB 23/23 ECLI:DE:BGH:2026:010626BXIIIZB23.23.0 KI-generiert

Deportation detention order invalidated for insufficient discretionary balancing of mental health and guardianship status

Geschäftsnummer XIII ZB 23/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) overturned the Lower Regional Court's decision, ruled that the District Court's order violated the affected person's rights, and imposed all legal costs on the State of Bavaria, with a subject matter value of €5,000. The dispute concerned a complaint against a deportation detention order issued under § 62b of the Residence Act (AufenthG), where the affected individual was under guardianship encompassing healthcare and had indicated a fragile mental state during a hearing attended without their guardian. The decisive legal basis was § 38(3) Sentence 1 of the Family Proceedings Act (FamFG), which mandates that the court's reasons must sufficiently disclose the exercise of discretion by weighing the individual's fundamental right to liberty against the state's interest in swift deportation; the BGH held that the lower courts failed to adequately assess personal circumstances opposing the detention, such as the subject's mental health and guardianship status.

Legislator-Regeste

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§ 62b AufenthG, § 38 Abs. 3 Satz 1 FamFG, § 74 Abs. 7 FamFG; Deportation detention order invalidated for insufficient discretionary balancing of mental health and guardianship status: The dispute concerned a complaint against a deportation detention order issued under § 62b of the Residence Act (AufenthG), where the affected individual was under guardianship encompassing healthcare and had indicated a fragile mental state during a hearing attended without their guardian. The decisive legal basis was § 38(3) Sentence 1 of the Family Proceedings Act (FamFG), which mandates that the court's reasons must sufficiently disclose the exercise of discretion by weighing the individual's fundamental right to liberty against the state's interest in swift deportation; the BGH held that the lower courts failed to adequately assess personal circumstances opposing the detention, such as the subject's mental health and guardianship status.

Schlagwörter

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Haftstrafe psychischer Gesundheitszustand Familienwegweisung aufenthaltsrechtlicher Status vormundschaftliche Angelegenheit Veranlagung nach Ermessen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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§ 62b AufenthG
Die Rechtsbeschwerde ist begründet, weil der Beschluss des Amtsgerichts, mit dem dieses Ausreisegewahrsam gemäß § 62b AufenthG gegen den Betroffenen angeordnet hat, eine pflichtgemäße Ermessensausübung nicht ausreichend erkennen lässt.
§ 38 Abs. 3 Satz 1 FamFG
§ 74 Abs. 7 FamFG
Procedural rule applied in the dispositive to justify the court's decision to refrain from a further written reasoning.

Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 74 Abs. 7 FamFG

Procedural rule applied in the dispositive to justify the court's decision to refrain from a further written reasoning.

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Volltext

Auf die Rechtsbeschwerde des Betroffenen wird der Beschluss des Landgerichts Kempten (Allgäu) - 4. Zivilkammer - vom 17. März 2023 aufgehoben.

Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) vom 11. Oktober 2022 den Betroffenen in seinen Rechten verletzt hat.

Gerichtskosten werden in allen Instanzen nicht erhoben. Die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Auslagen des Betroffenen in allen Instanzen werden dem Freistaat Bayern auferlegt.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt 5.000 €.

[GRUENDE]

Die Rechtsbeschwerde ist begründet, weil der Beschluss des Amtsgerichts, mit dem dieses Ausreisegewahrsam gemäß § 62b AufenthG gegen den Betroffenen angeordnet hat, eine pflichtgemäße Ermessensausübung nicht ausreichend erkennen lässt. Aus den Entscheidungsgründen, in denen die für die Ermessensausübung maßgeblichen Gründe - wenn auch in knapper Form - darzulegen sind (§ 38 Abs. 3 Satz 1 FamFG), ist nicht ersichtlich, dass das Gericht bei der vorzunehmenden Abwägung zwischen dem Freiheitsgrundrecht des Betroffenen und dem staatlichen Interesse an der zügigen Durchführung der Abschiebung (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Juni 2025 - XIII ZB 7/24, juris Rn. 10) die in der Person des Betroffenen liegenden, gegen eine Gewahrsamsanordnung sprechenden Gründe mit einbezogen hat. Die persönlichen Umstände des Betroffenen hätten in diesem besonders gelagerten Einzelfall einer näheren Würdigung bedurft, die im Beschluss keinen Niederschlag gefunden hat. Der Betroffene stand unter Betreuung, die auch die Gesundheitsfürsorge umfasste. Er hat in seiner Anhörung, an der sein Betreuer nicht teilgenommen hat, Hinweise auf seinen labilen psychischen Zustand gegeben.

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 74 Abs. 7 FamFG abgesehen.

Roloff

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