Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VII ZA 3/23 ECLI:DE:BGH:2023:111023BVIIZA3.23.0 KI-generiert

Inadmissibility of non-admission complaint and appellate review against recusal order; denial of legal aid

Geschäftsnummer VII ZA 3/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (BGH) denied the plaintiff's application for legal aid to file a non-admission complaint or an appellate review against the Stuttgart Court of Appeal's decision on a recusal request, ruling that the application lacked sufficient prospects of success. The dispute concerned the dismissal of a motion to recuse all judges of the 12th Civil Senate of the Court of Appeal for suspected bias, a decision which the plaintiff sought to challenge via legal aid at the BGH. The BGH determined that a non-admission complaint is statutorily permissible only against appellate judgments that deny revision or decisions dismissing an appeal under § 522(2) sentence 1 ZPO, prerequisites not met by a recusal order; consequently, an appellate review was also inadmissible absent a statutory basis or specific permission from the lower court. Relying on §§ 114, 522, 543, 544, and 574 ZPO, the court concluded that legal aid cannot be granted for pursuing procedurally inadmissible remedies and warned that further identical submissions would not be decided.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO; Inadmissibility of non-admission complaint and appellate review against recusal order; denial of legal aid: The dispute concerned the dismissal of a motion to recuse all judges of the 12th Civil Senate of the Court of Appeal for suspected bias, a decision which the plaintiff sought to challenge via legal aid at the BGH. The BGH determined that a non-admission complaint is statutorily permissible only against appellate judgments that deny revision or decisions dismissing an appeal under § 522(2) sentence 1 ZPO, prerequisites not met by a recusal order; consequently, an appellate review was also inadmissible absent a statutory basis or specific permission from the lower court. Relying on §§ 114, 522, 543, 544, and 574 ZPO, the court concluded that legal aid cannot be granted for pursuing procedurally inadmissible remedies and warned that further identical submissions would not be decided.

Schlagwörter

KI-generiert
Ausstandsbegehren unentgeltliche Rechtspflege Revision eines Entscheids Zivilrechtsstreitigkeit Normenkontrolle gesetzliche Grundlage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
IX ZB 11/02
März 2002 - IX ZB 11/02, BGHZ 150, 133, juris Rn.
BGHZ 150, 133
März 2002 - IX ZB 11/02, BGHZ 150, 133, juris Rn.
VII ZB 33/18
Isolated appeal against cost allocation in separate evidence-taking procedure barred by non-appellability of cost decisions
BVerfGE 107, 395
April 2003 - 1 PBvU 1/02, BVerfGE 107, 395, juris Rn.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO

Basis for denying the application for legal aid because the intended legal action lacked sufficient prospects of success.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Der Antrag des Klägers vom 27./24. Juni 2023, ihm zur Durchführung einer Nichtzulassungsbeschwerde - hilfsweise Rechtsbeschwerde - gegen den Beschluss des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart vom 18. April 2023 (12 W 65/22) Prozesskostenhilfe unter Beiordnung eines beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalts zu bewilligen, wird abgelehnt, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet, § 114 Abs. 1 Satz 1 ZPO.

Durch den vorgenannten Beschluss vom 18. April 2023 ist der Antrag des Klägers, sämtliche Richter des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Stuttgart sowie alle nach dem Geschäftsverteilungsplan des Oberlandesgerichts in Betracht kommenden Vertretungsrichter wegen Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, soweit der Antrag nicht gegen Richter am Oberlandesgericht Dr. M. gerichtet ist, als unzulässig verworfen worden.

Gegen diese Entscheidung ist eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht statthaft. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist von Gesetzes wegen statthaft nur gegen ein die Revision nicht zulassendes Berufungsurteil oder gegen einen die Berufung zurückweisenden Beschluss nach § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO (§§ 543, 544, 522 Abs. 3 ZPO). Der hier in Rede stehende Beschluss über ein Befangenheitsgesuch erfüllt diese tatbestandlichen Voraussetzungen von vorneherein nicht, ohne dass es auf die vom Kläger in seinem Schriftsatz vom 21. September 2023 angesprochene Frage ankommt, ob der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer 20.000 € übersteigt oder nicht; diese Frage würde sich nur stellen, wenn der Beschluss vom 18. April 2023 überhaupt eine Entscheidung wäre, gegen die das Gesetz die Möglichkeit der Einlegung einer Nichtzulassungsbeschwerde eröffnet, was aus den dargelegten Gründen indes nicht der Fall ist.

Gegen den oberlandesgerichtlichen Beschluss vom 18. April 2023 ist des Weiteren eine Rechtsbeschwerde weder kraft gesetzlicher Bestimmung (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO) noch aufgrund - hier fehlender - Zulassung durch das Beschwerdegericht (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO) statthaft. Eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde durch das Beschwerdegericht sieht das Gesetz nicht vor. Der Bundesgerichtshof ist nur in den gesetzlich geregelten Fällen zuständig. Er kann nicht beliebig angerufen werden.

Eine außerordentliche Beschwerde wegen "greifbarer Gesetzwidrigkeit" oder der Verletzung von Verfahrensgrundrechten ist ebenfalls nicht eröffnet (vgl. BGH, Beschluss vom 7. März 2002 - IX ZB 11/02, BGHZ 150, 133, juris Rn. 10; Beschluss vom 27. Mai 2020 - VII ZB 33/18 Rn. 16, BauR 2020, 1515) und verfassungsrechtlich auch nicht geboten (vgl. BVerfG, Plenarbeschluss vom 30. April 2003 - 1 PBvU 1/02, BVerfGE 107, 395, juris Rn. 68 ff.).

Nachdem der Kläger bereits durch die Verfügung der Rechtspflegerin beim Bundesgerichtshof vom 11. September 2023 zutreffend auf die fehlende Erfolgsaussicht seines Prozesskostenhilfeantrags mangels Statthaftigkeit der beabsichtigten Nichtzulassungsbeschwerde bzw. Rechtsbeschwerde hingewiesen worden ist, er jedoch mit Schreiben vom 21. September 2023 ausdrücklich um eine gerichtliche Entscheidung gebeten hat, war über den Antrag zu entscheiden. Dieser war zurückzuweisen, da zum Zwecke der Durchführung einer unstatthaften Nichtzulassungsbeschwerde oder einer unstatthaften Rechtsbeschwerde die Bewilligung von Prozesskostenhilfe von vorneherein nicht in Betracht kommt.

Mit der Bescheidung weiterer gleichgerichteter Eingaben in dieser Sache kann nicht gerechnet werden.

Pamp

Kartzke

Sacher

Borris

Brenneisen