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V ZB 55/17 ECLI:DE:BGH:2017:091117BVZB55.17.0 KI-generiert

Maintenance of deportation detention: irrelevance of the requirement for a new expulsion threat following an asylum application filed from within custody.

Geschäftsnummer V ZB 55/17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice rejected the legal complaint, upholding the lower court's dismissal and confirming the lawfulness of the detention, thereby favoring the administrative authorities. The case involved a Ghanaian national who, after entering Germany without a valid residence permit and receiving a departure order, was placed in detention for deportation under § 14(3) sentence 1 No. 5 of the Asylum Act; he challenged the validity of his detention for the period from September 26 to 28, 2016, arguing that his asylum application filed while in custody and the anticipated prolongation of the asylum proceedings necessitated his release. The court held that the filing of an asylum application from within detention does not automatically require release, as § 14(3) sentence 1 of the Asylum Act is specifically designed to prevent release due to the temporary residence permission associated with the application, and it is irrelevant for maintaining such detention whether a new deportation threat must be issued.

Legislator-Regeste

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§ 14 Abs. 3 Satz 1 AsylG, § 14 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 AsylG, § 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG, § 55 AsylG, § 14 AsylG, § 74 Abs. 7 FamFG; Maintenance of deportation detention: irrelevance of the requirement for a new expulsion threat following an asylum application filed from within custody: The case involved a Ghanaian national who, after entering Germany without a valid residence permit and receiving a departure order, was placed in detention for deportation under § 14(3) sentence 1 No. 5 of the Asylum Act; he challenged the validity of his detention for the period from September 26 to 28, 2016, arguing that his asylum application filed while in custody and the anticipated prolongation of the asylum proceedings necessitated his release. The court held that the filing of an asylum application from within detention does not automatically require release, as § 14(3) sentence 1 of the Asylum Act is specifically designed to prevent release due to the temporary residence permission associated with the application, and it is irrelevant for maintaining such detention whether a new deportation threat must be issued.

Schlagwörter

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Wegweisung im Asylverfahren Haftstrafe Residenzpflicht Drohung gegen Behörden und Beamte Aufenthaltsbewilligung administrative Entlassung
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Volltext

Abschiebungshaftsache: Aufrechterhaltung der Abschiebungshaft bei aus der Haft heraus gestelltem Asylantrag

[LEITSATZ]

Für die Aufrechterhaltung der Abschiebungshaft, die unter den in § 14 Abs. 3 Satz 1 AsylG geregelten Voraussetzungen angeordnet worden ist, ist es unerheblich, ob aufgrund des aus der Haft heraus gestellten Asylantrags eine erneute Abschiebungsandrohung erfolgen muss.

[TENOR]

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 4. Zivilkammer des Landgerichts Traunstein vom 25. Januar 2017 wird auf Kosten des Betroffenen zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt 5.000 €.

[GRUENDE]

I. Der Betroffene, ein ghanaischer Staatsangehöriger, reiste ohne den erforderlichen Aufenthaltstitel in das Bundesgebiet ein. Mit Bescheid vom 23. März 2015 wurde ihm unter Androhung der Abschiebung eine Frist von vier Wochen zur Ausreise gesetzt und die Einreisesperre befristet. Seit dem 20. August 2016 war er unbekannten Aufenthalts. Auf Antrag der beteiligten Behörde hat das Amtsgericht mit Beschluss vom 12. September 2016 Abschiebungshaft bis zum 3. Oktober 2016 angeordnet. Am 26. September 2016 stellte der Betroffene einen Asylantrag. Am 28. September 2016 wurde er abgeschoben. Das Landgericht hat die Beschwerde zurückgewiesen. Mit der Rechtsbeschwerde will der Betroffene die Rechtswidrigkeit der Haft für die Zeit vom 26. bis zum 28. September 2016 feststellen lassen. Die beteiligte Behörde beantragt die Zurückweisung des Rechtsmittels.

II. Die Rechtsbeschwerde hat keinen Erfolg.

1. Da sich der Betroffene in Sicherungshaft gemäß § 14 Abs. 3 Satz 1 Nr. 5 AsylG befand, stand sein Asylantrag vom 26. September 2016 der Aufrechterhaltung der Abschiebungshaft nicht entgegen. Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde musste die Entlassung aus der Haft auch nicht deshalb erfolgen, weil das Asylverfahren bis zum 3. Oktober 2016 voraussichtlich nicht beendet werden konnte. Die Haft darf nämlich auch dann aufrechterhalten werden, wenn es - wie hier - naheliegt, dass die Entscheidung über den Asylantrag aufgrund der Kürze der verbleibenden Haftzeit nicht mehr vor dem Ende der bislang angeordneten Haft, aber gleichwohl innerhalb von vier Wochen (§ 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG) ergehen wird; es steht der Behörde frei, zunächst noch abzuwarten, ob sie aufgrund des Asylverfahrens eine Verlängerung der Haft herbeiführen muss.

2. Ferner ist es, anders als die Rechtsbeschwerde meint, für die Aufrechterhaltung der Abschiebungshaft, die - wie hier - unter den in § 14 Abs. 3 Satz 1 AsylG geregelten Voraussetzungen angeordnet worden ist, unerheblich, ob aufgrund eines aus der Haft heraus gestellten Asylantrags eine erneute Abschiebungsandrohung erfolgen muss. Da § 14 Abs. 3 Satz 1 AsylG gerade verhindern soll, dass der Ausländer wegen der mit dem Asylantrag verbundenen Aufenthaltsgestattung (§ 55 AsylG) entlassen werden muss (BT-Drucks. 13/4948, S. 10 f.; vgl. Senat, Beschluss vom 28. Oktober 2010 - V ZB 210/10, InfAuslR 2011, 71 Rn. 20), stehen auch etwaige verwaltungsrechtliche Folgewirkungen der Aufenthaltsgestattung für sich genommen der Aufrechterhaltung der Haft nicht entgegen (vgl. Bergmann/Dienelt/Winkelmann, Ausländerrecht, 11. Aufl., § 14 AsylG Rn. 24).

3. Von einer weiteren Begründung wird abgesehen (§ 74 Abs. 7 FamFG).

Stresemann

Brückner

Weinland

Kazele

Hamdorf