Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 StR 345/10 KI-generiert

Plea bargaining sentencing range: Imposing the agreed maximum penalty does not violate the defendant's legitimate expectations

Geschäftsnummer 1 StR 345/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Division (BGH) dismissed the defendant's revision, upholding the Landgericht Nürnberg-Fürth's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The dispute centered on whether a court is bound to impose a sentence strictly at the lower limit of a range specified during plea bargaining (Verständigung) under § 257c StPO, or if it may impose the upper limit. The BGH ruled that when a court specifies a range with a minimum and maximum penalty pursuant to § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO, it is not prohibited from imposing the maximum limit as the final sentence. The court clarified that while agreeing to a specific "point sentence" remains unlawful, agreeing to a sentencing range is permissible, and the defendant is only entitled to trust that the sentence will fall within that range, not that it will be at the lowest end, as the final determination of the just penalty remains reserved for the court's independent assessment.

Legislator-Regeste

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§ 257c Abs. 3 Satz 2 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 257c StPO; Plea bargaining sentencing range: Imposing the agreed maximum penalty does not violate the defendant's legitimate expectations: The dispute centered on whether a court is bound to impose a sentence strictly at the lower limit of a range specified during plea bargaining (Verständigung) under § 257c StPO, or if it may impose the upper limit. The BGH ruled that when a court specifies a range with a minimum and maximum penalty pursuant to § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO, it is not prohibited from imposing the maximum limit as the final sentence. The court clarified that while agreeing to a specific "point sentence" remains unlawful, agreeing to a sentencing range is permissible, and the defendant is only entitled to trust that the sentence will fall within that range, not that it will be at the lowest end, as the final determination of the just penalty remains reserved for the court's independent assessment.

Schlagwörter

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Strafzumessung Auslegung von Urteilen Revision des Strafurteils Ermessen der Staatsanwaltschaft Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen aussergerichtlicher Nachlassvertrag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGHSt 51, 84
hierzu BGHSt 51, 84, 86) bleibt nach wie vor unzulässig.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for dismissing the appeal as unfounded because the review revealed no legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Verständigung über Strafzumessung: Verhängung der angegebenen Obergrenze als Strafe

[LEITSATZ]

Gibt das Gericht gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO eine Ober- und Untergrenze der Strafe an, ist es nicht gehindert, die angegebene Obergrenze als Strafe zu verhängen.

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 27. Januar 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Der Senat merkt an:

Zutreffend hat der Generalbundesanwalt darauf hingewiesen, dass bei einer Verständigung gemäß § 257c StPO das Gericht nicht gehindert ist, die gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO angegebene Obergrenze der Strafe als Strafe zu verhängen. Gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO kann das Gericht unter freier Würdigung aller Umstände des Falles sowie der allgemeinen Strafzumessungserwägungen auch eine Ober- und Untergrenze der Strafe angeben. Die Vereinbarung einer bestimmten Strafe ("Punktstrafe"; vgl. hierzu BGHSt 51, 84, 86) bleibt nach wie vor unzulässig. Das Gericht kann im Einverständnis mit den Verfahrensbeteiligten nur einen Strafrahmen, nicht aber eine bestimmte Strafe vereinbaren. Hierbei darf der Angeklagte aber nicht mit einer weit geöffneten "Sanktionsschere" unter Druck gesetzt werden.

Die Angabe eines Strafrahmens entspricht dem Grundsatz, dass das Gericht bei der Bemessung der schuldangemessenen Strafe einen Beurteilungsspielraum hat, der nur eingeschränkt vom Revisionsgericht überprüft werden kann. Die Angabe eines Strafrahmens durch das Gericht führt aber nicht dazu, dass es nur die Strafuntergrenze als Strafe festsetzen darf. Einen derartigen Vertrauenstatbestand hat das Gericht nicht geschaffen (a.A. Meyer-Goßner StPO, 53. Aufl., § 257c Rdn. 20 ff.; derselbe ZRP 2009, 107, 109). Die Entscheidung über die konkrete Strafe bleibt der abschließenden Beratung durch das Gericht vorbehalten. Der Angeklagte kann nur darauf vertrauen, dass die Strafe innerhalb des angegebenen Strafrahmens liegt. Er muss daher auch damit rechnen, dass die Strafe die Strafrahmenobergrenze erreicht.

Nack Wahl Rothfuß

Jäger Sander