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III ZR 442/15 ECLI:DE:BGH:2016:271016BIIIZR442.15.0 KI-generiert

Unions state liability for alleged defective implementation of the Doorstep Sales Directive: sufficiency of the breach's qualification for damages

Geschäftsnummer III ZR 442/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of revision, leaving the lower courts' judgments in force and denying leave to appeal on grounds of lack of fundamental significance or need for legal development. The dispute concerned a claim for state liability for damages allegedly resulting from an allegedly defective national implementation of EU Directive 85/577/EEG on consumer protection in off-premises contracts, where the plaintiff argued that the German legislator had violated Community law through the respective provisions of the HTürGG and BGB. The court held that it remained open whether the implementation was in violation of EU law, but decisively ruled that any such breach would not be sufficiently grave to found a claim for state liability, noting that the applicable criteria for state liability are established by the European Court of Justice and the legal assessment against the plaintiff was so clear that a preliminary reference to the European Court of Justice under Article 267 TFEU was unnecessary.

Legislator-Regeste

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§ 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, Art. 267 AEUV, § 97 Abs. 1 ZPO; Unions state liability for alleged defective implementation of the Doorstep Sales Directive: sufficiency of the breach's qualification for damages: The dispute concerned a claim for state liability for damages allegedly resulting from an allegedly defective national implementation of EU Directive 85/577/EEG on consumer protection in off-premises contracts, where the plaintiff argued that the German legislator had violated Community law through the respective provisions of the HTürGG and BGB. The court held that it remained open whether the implementation was in violation of EU law, but decisively ruled that any such breach would not be sufficiently grave to found a claim for state liability, noting that the applicable criteria for state liability are established by the European Court of Justice and the legal assessment against the plaintiff was so clear that a preliminary reference to the European Court of Justice under Article 267 TFEU was unnecessary.

Schlagwörter

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Staatshaftung wesentliche Vertragsverletzung Schadenersatzbemessung Verbraucherrecht Richtlinie In Geschäftsräumen abgeschlossene Verträge

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Basis for dismissing the complaint against the non-admission of revision due to lack of fundamental significance or need for legal development.

§ 97 Abs. 1 ZPO

Legal basis for ordering the plaintiff to bear the costs of the proceedings.

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Volltext

Unionsrechtlicher Staatshaftungsanspruch: Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht bei der Umsetzung der EWG-Richtlinie betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen

[LEITSATZ]

Es kann offen bleiben, ob der deutsche Gesetzgeber mit der Umsetzung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (Abl. Nr. L 372 vom 31. Dezember 1985, S. 31 ff) in § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HTürGG (in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung) und § 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB (in der Fassung vom 2. Januar 2002) gegen das Gemeinschaftsrecht verstoßen hat. Ein etwaiger Verstoß wäre jedenfalls nicht hinreichend qualifiziert und könnte daher einen unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruch nicht begründen.

[TENOR]

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des 9. Zivilsenats des Kammergerichts vom 24. November 2015 - 9 U 53/14 - wird zurückgewiesen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Das Berufungsgericht und das Landgericht sind mit zutreffenden Erwägungen davon ausgegangen, dass ein unionsrechtlicher Staatshaftungsanspruch der Klägerin nicht gegeben ist, weil die Umsetzung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen (Abl. Nr. L 372 vom 31.12.1985, S. 31 ff) durch den deutschen Gesetzgeber in Gestalt von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HTürGG (in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung) und § 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB (in der ab dem 1. Januar 2002 geltenden Fassung) jedenfalls keinen hinreichend qualifizierten Verstoß gegen das Gemeinschaftsrecht darstellt.

Die Revision ist auch nicht deshalb wegen grundsätzlicher Bedeutung zuzulassen, weil im Revisionsverfahren eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union gemäß Art. 267 AEUV notwendig wäre (vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. Oktober 2015 - 1 BvR 1320/14, juris Rn. 13 mwN). Die Voraussetzungen einer unionsrechtlichen Staatshaftung ergeben sich, soweit sie vorliegend von Bedeutung sind, ohne weiteres aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union, so dass die richtige, den nationalen Gerichten obliegende Anwendung dieser Voraussetzungen - im Sinne einer Verneinung der Haftung - derart offenkundig ist, dass für vernünftige Zweifel kein Raum mehr bleibt (acte clair; vgl. Senat, Urteile vom 17. April 2014 - III ZR 87/13, BGHZ 201, 11 Rn. 29 und vom 16. April 2015 - III ZR 333/15, BGHZ 205, 63 Rn. 46 f; jeweils mwN).

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 110.000,00 €

Herrmann Remmert Reiter

Pohl Arend