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5 AZR 188/18 ECLI:DE:BAG:2020:190220.U.5AZR188.18.0 KI-generiert

Dynamic reference to public service wage tables in company-specific collective agreement

Geschäftsnummer 5 AZR 188/18
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Labor Court (BAG) dismissed the employer's revision, upholding the lower courts' judgment that ordered the payment of €916.68 in gross wages plus statutory default interest to the employee, thereby settling the dispute in favor of the claimant. The case concerned the calculation of wages under a company-specific collective agreement (HausTV) applicable to a private clinic, where the employee contested the employer's refusal to pass on dynamic wage increases tied to the national public service collective agreement (TVöD), arguing that the contract contained a dynamic reference to the TVöD remuneration schedules. The BAG ruled that the employee's claim was substantiated based on the joint and several liability arising from the employment contract and the company-specific collective agreement, specifically interpreting Ziff. 2 of the employment contract in conjunction with § 2(1)(a) and § 3(1)(c), (4) of the company-specific collective agreement, which established the obligation to reflect the corresponding tariff increases; the interest obligation was further grounded in §§ 286, 288 of the German Civil Code (BGB).

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO; Dynamic reference to public service wage tables in company-specific collective agreement: The case concerned the calculation of wages under a company-specific collective agreement (HausTV) applicable to a private clinic, where the employee contested the employer's refusal to pass on dynamic wage increases tied to the national public service collective agreement (TVöD), arguing that the contract contained a dynamic reference to the TVöD remuneration schedules. The BAG ruled that the employee's claim was substantiated based on the joint and several liability arising from the employment contract and the company-specific collective agreement, specifically interpreting Ziff. 2 of the employment contract in conjunction with § 2(1)(a) and § 3(1)(c), (4) of the company-specific collective agreement, which established the obligation to reflect the corresponding tariff increases; the interest obligation was further grounded in §§ 286, 288 of the German Civil Code (BGB).

Schlagwörter

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Gesamtarbeitsvertrag Arbeitszeugnis Bruttolohn Dienstleistungsvertrag dynamischer Verweis Zinszahlung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Provision cited in the dispositive to impose the costs of the revision proceedings on the losing defendant.

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Volltext

1. Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2017 - 4 Sa 124/16 - wird zurückgewiesen.

2. Die Beklagte hat die Kosten der Revision zu tragen.

[TATBESTAND]

Die Parteien streiten über die Höhe des Arbeitsentgelts und in diesem Zusammenhang über die Frage, ob die Beklagte nach dem zwischen ihr und der Gewerkschaft ver.di am 31. Januar 2006 abgeschlossenen und auf das Arbeitsverhältnis anwendbaren Haustarifvertrag für die Beschäftigten des A Klinikums (iF HausTV) oder aufgrund betrieblicher Übung verpflichtet ist, an den Kläger dynamische Entgeltsteigerungen entsprechend den Entgelttabellen des TVöD weiterzugeben.

Der Kläger hat die Auffassung vertreten, der HausTV enthalte eine dynamische Bezugnahme auf die Entgeltregelungen des TVöD. Die Beklagte sei daher verpflichtet, die entsprechenden Tariferhöhungen weiterzugeben. Im Übrigen ergebe sich der Anspruch aus betrieblicher Übung.

Der Kläger hat zuletzt beantragt,

die Beklagte zu verurteilen, an ihn 916,68 Euro brutto nebst Zinsen iHv. fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz in näher bestimmter Staffel zu zahlen.

Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt.

Die Vorinstanzen haben der Klage stattgegeben. Mit ihrer Revision verfolgt die Beklagte ihren Klageabweisungsantrag weiter.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

Die Revision ist als unbegründet zurückzuweisen. Der Kläger hat Anspruch auf Zahlung der tariflichen Entgelterhöhung aus den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen iVm. dem HausTV iHv. 916,68 Euro brutto nebst Zinsen. Die zulässige Klage ist begründet.

I. Der Kläger hat Anspruch auf Zahlung der geforderten Entgelterhöhung iHv. unstreitig insgesamt 916,68 Euro brutto aus Ziff. 2 Arbeitsvertrag iVm. § 2 Abs. 1 Buchst. a iVm. § 3 Abs. 1 Buchst. c, Abs. 4 HausTV. Dies folgt aus der Auslegung der tariflichen Bestimmungen (im Einzelnen BAG 19. Februar 2020 - 5 AZR 179/18 - Rn. 17 ff.). Der Anspruch ist der Höhe nach vollständig begründet. Der Forderungsbetrag ist zwischen den Parteien unstreitig.

II. Der Zinsanspruch beruht auf § 288 Abs. 1, § 286 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 BGB. Dem Kläger stehen nach § 187 Abs. 1 BGB Verzugszinsen ab dem Tag nach Eintritt der Fälligkeit zu. Die Fälligkeit bestimmt sich nach § 2 Abs. 1 Buchst. a HausTV iVm. § 24 Abs. 1 Sätze 2 und 3 TVöD.

III. Die Beklagte hat die Kosten der Revision nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tragen.

Linck

Berger

Volk

Dombrowsky

Mattausch