Dynamic reference in company collective agreement to public service pay tables triggering wage increase obligations
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Labour Court (BAG) dismissed the defendant’s revision, upholding the lower court’s judgment that awarded the plaintiff an outstanding gross wage of €1,555.56 plus statutory interest, thereby confirming the plaintiff’s victory. The dispute concerned the applicability of dynamic wage increases from the public service collective agreement (TVöD) under a company-specific works council agreement (HausTV) governing employees of a clinic, specifically whether the employer was contractually obligated to pass on subsequent collective agreement wage adjustments. The court held that the plaintiff established a valid claim for the tariff-based wage increase based on the interpretation of the contractual provisions linked to the HausTV, which incorporated a dynamic reference to the TVöD pay tables, and that the claim for interest was justified under general civil law delinquency rules.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 97 Abs. 1 ZPO; Dynamic reference in company collective agreement to public service pay tables triggering wage increase obligations: The dispute concerned the applicability of dynamic wage increases from the public service collective agreement (TVöD) under a company-specific works council agreement (HausTV) governing employees of a clinic, specifically whether the employer was contractually obligated to pass on subsequent collective agreement wage adjustments. The court held that the plaintiff established a valid claim for the tariff-based wage increase based on the interpretation of the contractual provisions linked to the HausTV, which incorporated a dynamic reference to the TVöD pay tables, and that the claim for interest was justified under general civil law delinquency rules.
Schlagwörter
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KI-generiertCited in the dispositive to impose the costs of the revision proceedings on the losing defendant.
Volltext
1. Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 23. Oktober 2017 - 4 Sa 476/15 - wird zurückgewiesen.
2. Die Beklagte hat die Kosten der Revision zu tragen.
[TATBESTAND]
Die Parteien streiten über die Höhe des Arbeitsentgelts und in diesem Zusammenhang über die Frage, ob die Beklagte nach dem zwischen ihr und der Gewerkschaft ver.di am 31. Januar 2006 abgeschlossenen und auf das Arbeitsverhältnis anwendbaren Haustarifvertrag für die Beschäftigten des A Klinikums (iF HausTV) oder aufgrund betrieblicher Übung verpflichtet ist, an die Klägerin dynamische Entgeltsteigerungen entsprechend den Entgelttabellen des TVöD weiterzugeben.
Die Klägerin hat die Auffassung vertreten, der HausTV enthalte eine dynamische Bezugnahme auf die Entgeltregelungen des TVöD. Die Beklagte sei daher verpflichtet, die entsprechenden Tariferhöhungen weiterzugeben. Im Übrigen ergebe sich der Anspruch aus betrieblicher Übung.
Die Klägerin hat zuletzt beantragt,
die Beklagte zu verurteilen, an sie 1.555,56 Euro brutto nebst Zinsen iHv. fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz in näher bestimmter Staffel zu zahlen.
Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt.
Die Vorinstanzen haben der Klage stattgegeben. Mit ihrer Revision verfolgt die Beklagte ihren Klageabweisungsantrag weiter.
[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]
Die Revision ist als unbegründet zurückzuweisen. Die Klägerin hat Anspruch auf Zahlung der tariflichen Entgelterhöhung aus den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen iVm. dem HausTV iHv. 1.555,56 Euro brutto nebst Zinsen. Die zulässige Klage ist begründet.
I. Die Klägerin hat Anspruch auf Zahlung der Entgelterhöhung iHv. insgesamt 1.555,56 Euro brutto aus den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen iVm. § 2 Abs. 1 Buchst. a iVm. § 3 Abs. 1 Buchst. c, Abs. 4 HausTV. Dies folgt aus der Auslegung der tariflichen Bestimmungen (im Einzelnen BAG 19. Februar 2020 - 5 AZR 179/18 - Rn. 17 ff.). Der Anspruch ist der Höhe nach vollständig begründet. Der Forderungsbetrag ist zwischen den Parteien unstreitig.
II. Der Zinsanspruch beruht auf § 288 Abs. 1, § 286 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 BGB. Der Klägerin stehen nach § 187 Abs. 1 BGB Verzugszinsen ab dem Tag nach Eintritt der Fälligkeit zu. Die Fälligkeit bestimmt sich nach § 2 Abs. 1 Buchst. a HausTV iVm. § 24 Abs. 1 Sätze 2 und 3 TVöD.
III. Die Beklagte hat die Kosten der Revision nach § 97 Abs. 1 ZPO zu tragen.
Linck
Berger
Volk
Dombrowsky
Mattausch