Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 AZR 171/12 KI-generiert

Applicability of new collective agreement time-wages following individual contractual reference to tariff contracts in force

Geschäftsnummer 5 AZR 171/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Labor Court (BAG) dismissed the plaintiff’s revision, thereby upholding the lower courts’ rulings that denied the claim, leaving the defendant’s obligation to pay under the new collective agreement in force. The dispute concerned the applicable compensation scheme for a non-unionized meat inspector employed by a public entity; the plaintiff challenged the transition from a piece-rate system under the old collective agreement (TV Ang-O aöS) to a time-based wage under the new collective agreement (TV-Fleischuntersuchung) effective September 2008, seeking a declaratory judgment that the old terms remained applicable. The court held that the individual contractual reference to collective agreements in their respective current versions is legally valid, and that the new time-based wage structure did not violate the plaintiff’s property rights, occupational freedom, human dignity, or negative collective freedom, as the employee retained the right to distance themselves from the contractual reference.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO; Applicability of new collective agreement time-wages following individual contractual reference to tariff contracts in force: The dispute concerned the applicable compensation scheme for a non-unionized meat inspector employed by a public entity; the plaintiff challenged the transition from a piece-rate system under the old collective agreement (TV Ang-O aöS) to a time-based wage under the new collective agreement (TV-Fleischuntersuchung) effective September 2008, seeking a declaratory judgment that the old terms remained applicable. The court held that the individual contractual reference to collective agreements in their respective current versions is legally valid, and that the new time-based wage structure did not violate the plaintiff’s property rights, occupational freedom, human dignity, or negative collective freedom, as the employee retained the right to distance themselves from the contractual reference.

Schlagwörter

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Gesamtarbeitsverträge Zeitlohn Vertragsfreiheit Eigentumsrecht Zollabkommen Verweisungsvertrag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Basis for the decision on the allocation of litigation costs to the losing party.

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Volltext

1. Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 27. Oktober 2011 - 3 Sa 153/10 - wird zurückgewiesen.

2. Der Kläger hat die Kosten der Revision zu tragen.

[TATBESTAND]

Die Parteien streiten über die Höhe der Vergütung.

Der nicht tarifgebundene Kläger trat 2002 als Fleischkontrolleur in die Dienste des Rechtsvorgängers des beklagten Landkreises und wird in Großbetrieben eingesetzt. Der Kläger wurde bis Ende August 2008 nach dem Tarifvertrag über die Regelung der Rechtsverhältnisse der amtlichen Tierärzte und Fleischkontrolleure außerhalb öffentlicher Schlachthöfe-Ost vom 9. November 1994 (im Folgenden: TV Ang-O aöS) vergütet, an den der Beklagte kraft Mitgliedschaft in einem kommunalen Arbeitgeberverband und damit der VKA gebunden war. Zum 1. September 2008 trat der von der VKA geschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Beschäftigten in der Fleischuntersuchung (im Folgenden: TV-Fleischuntersuchung) in Kraft, der TV Ang-O aöS trat außer Kraft.

Der Kläger hat sinngemäß beantragt festzustellen, dass der Beklagte verpflichtet sei, weiterhin Vergütung nach dem TV Ang-O aöS zu leisten. Der Beklagte hat Klageabweisung beantragt.

Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zurückgewiesen. Mit der vom Landesarbeitsgericht zugelassenen Revision wird das Klagebegehren weiterverfolgt.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]

Die Revision ist unbegründet.

I. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das die Klage abweisende Urteil des Arbeitsgerichts zu Recht und mit zutreffender Begründung in Anwendung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl.

BAG

16. Dezember 2009 - 5 AZR 888/08 - AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44; 23. März 2011 - 5 AZR 153/10 -;

18. April 2012 - 4 AZR 392/10 - NZA 2012, 1171) zurückgewiesen. Die Vergütung richtet sich seit dem 1. September 2008 nach dem TV-Fleischuntersuchung. Die gemäß § 7 TV-Fleischuntersuchung an Stelle der Stückvergütung neu eingeführte Zeitvergütung greift weder in bestehende Eigentumspositionen noch in die Berufsfreiheit der in der Fleischuntersuchung Beschäftigten ein. Die tarifliche Neuregelung verletzt nicht deren Menschenwürde. Die vom Landesarbeitsgericht vorgenommene Auslegung der einzelvertraglichen Bezugnahme auf Tarifverträge in ihrer jeweiligen Fassung berührt nicht die negative Koalitionsfreiheit der Beschäftigen (vgl. BAG 24. Februar 2010 - 4 AZR 691/08 - Rn. 47, 48, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 75 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 47; 10. November 2010 - 5 AZR 633/09 - ZTR 2011, 150). Denn jedem einzelnen Arbeitnehmer bleibt es unbenommen, von einer einzelvertraglichen Bezugnahme auf einen Tarifvertrag Abstand zu nehmen.

II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Müller-Glöge

Laux

Biebl

Busch

A. Christen