Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 AZR 166/12 KI-generiert

Shift from piece-rate to time-based pay under new collective agreement: validity of contractual reference and limits of freedom of association

Geschäftsnummer 5 AZR 166/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Labor Court (BAG) dismissed the plaintiff's appeal, upholding the lower courts' decisions that rejected his claim, thereby confirming that his remuneration from September 1, 2008, onward is governed by the new collective agreement for meat inspection employees rather than the previously applicable one. The dispute concerned a non-unionized municipal meat inspector who sought a declaratory judgment that his employer remained obligated to pay wages under the old collective agreement (TV Ang-O aöS), which had ceased to apply when a new collective agreement (TV-Fleischuntersuchung) concluded by the employers' association took effect. The court held that the mandatory switch from piece-rate to time-based pay under the new agreement did not violate property rights, occupational freedom, or human dignity, and that the individual contractual reference to collective agreements in their respective versions did not infringe on the negative freedom of association, as workers retain the option to opt out of such references.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO; Shift from piece-rate to time-based pay under new collective agreement: validity of contractual reference and limits of freedom of association: The dispute concerned a non-unionized municipal meat inspector who sought a declaratory judgment that his employer remained obligated to pay wages under the old collective agreement (TV Ang-O aöS), which had ceased to apply when a new collective agreement (TV-Fleischuntersuchung) concluded by the employers' association took effect. The court held that the mandatory switch from piece-rate to time-based pay under the new agreement did not violate property rights, occupational freedom, or human dignity, and that the individual contractual reference to collective agreements in their respective versions did not infringe on the negative freedom of association, as workers retain the option to opt out of such references.

Schlagwörter

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Gesamtarbeitsverträge deutsches Arbeitsrecht arbeitsrechtliches Verfahren verbandsangehörige Arbeitgeber Arbeitnehmerrechte Arbeitsrechtsrevision
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Cited in the dispositive to justify the allocation of costs of the revision to the plaintiff.

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Volltext

1. Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 27. Oktober 2011 - 3 Sa 88/10 - wird zurückgewiesen.

2. Der Kläger hat die Kosten der Revision zu tragen.

[TATBESTAND] 1

Die Parteien streiten über die Höhe der Vergütung.

2

Der nicht tarifgebundene Kläger trat 1997 als Fleischkontrolleur in die Dienste des Rechtsvorgängers des beklagten Landkreises und wird in Großbetrieben eingesetzt. Der Kläger wurde bis Ende August 2008 nach dem Tarifvertrag über die Regelung der Rechtsverhältnisse der amtlichen Tierärzte und Fleischkontrolleure außerhalb öffentlicher Schlachthöfe-Ost vom 9. November 1994 (im Folgenden: TV Ang-O aöS) vergütet, an den der Beklagte kraft Mitgliedschaft in einem kommunalen Arbeitgeberverband und damit der VKA gebunden war. Zum 1. September 2008 trat der von der VKA geschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Beschäftigten in der Fleischuntersuchung (im Folgenden: TV-Fleischuntersuchung) in Kraft, der TV Ang-O aöS trat außer Kraft.

3

Der Kläger hat sinngemäß beantragt festzustellen, dass der Beklagte verpflichtet sei, weiterhin Vergütung nach dem TV Ang-O aöS zu leisten. Der Beklagte hat Klageabweisung beantragt.

4

Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zurückgewiesen. Mit der vom Landesarbeitsgericht zugelassenen Revision wird das Klagebegehren weiterverfolgt.

[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE] 5

Die Revision ist unbegründet.

6

I. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das die Klage abweisende Urteil des Arbeitsgerichts zu Recht und mit zutreffender Begründung in Anwendung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. BAG 16. Dezember 2009 - 5 AZR 888/08 - AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44; 23. März 2011 - 5 AZR 153/10 -; 18. April 2012 - 4 AZR 392/10 - NZA 2012, 1171) zurückgewiesen. Die Vergütung richtet sich seit dem 1. September 2008 nach dem TV-Fleischuntersuchung. Die gemäß § 7 TV-Fleischuntersuchung an Stelle der Stückvergütung neu eingeführte Zeitvergütung greift weder in bestehende Eigentumspositionen noch in die Berufsfreiheit der in der Fleischuntersuchung Beschäftigten ein. Die tarifliche Neuregelung verletzt nicht deren Menschenwürde. Die vom Landesarbeitsgericht vorgenommene Auslegung der einzelvertraglichen Bezugnahme auf Tarifverträge in ihrer jeweiligen Fassung berührt nicht die negative Koalitionsfreiheit der Beschäftigen (vgl. BAG 24. Februar 2010 - 4 AZR 691/08 - Rn. 47, 48, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 75 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 47; 10. November 2010 - 5 AZR 633/09 - ZTR 2011, 150). Denn jedem einzelnen Arbeitnehmer bleibt es unbenommen, von einer einzelvertraglichen Bezugnahme auf einen Tarifvertrag Abstand zu nehmen.

7

II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.

Müller-Glöge

Laux

Biebl

Busch

A. Christen