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4 StR 263/16 ECLI:DE:BGH:2016:270916B4STR263.16.0 KI-generiert

Admissibility of juvenile revisional grounds regarding defender consultation rights and immediate presentation to a custody judge

Geschäftsnummer 4 StR 263/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the appeals of two juvenile defendants against the criminal judgment of the Freiburg Regional Court, upholding the conviction and imposing revision costs on one defendant while waiving them for the other under juvenile law principles. The defendants challenged the trial court's handling of juvenile procedural rights, specifically alleging violations of the right to consult a defense attorney and guardian, as well as a breach of the requirement for immediate presentation to a custody judge following provisional arrest. The appellate court found the procedural complaints inadmissible or unfounded, ruling that the argument regarding the juvenile code's consultation requirements failed due to premature preclusion and insufficient specification in the appeal brief, and that the claim regarding the delay in presentation to the custody judge lacked the necessary factual detail to establish a violation of the immediate presentation mandate under the Code of Criminal Procedure.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, §§ 74, 109 Abs. 1 JGG; Admissibility of juvenile revisional grounds regarding defender consultation rights and immediate presentation to a custody judge: The defendants challenged the trial court's handling of juvenile procedural rights, specifically alleging violations of the right to consult a defense attorney and guardian, as well as a breach of the requirement for immediate presentation to a custody judge following provisional arrest. The appellate court found the procedural complaints inadmissible or unfounded, ruling that the argument regarding the juvenile code's consultation requirements failed due to premature preclusion and insufficient specification in the appeal brief, and that the claim regarding the delay in presentation to the custody judge lacked the necessary factual detail to establish a violation of the immediate presentation mandate under the Code of Criminal Procedure.

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids Verletzung von Verfahrensrechten Strafanzeige Einwendungen Anspruch auf Verhaftung fristlose Entlassung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGHSt 60, 38
Oktober 2014 – 5 StR 176/14, BGHSt 60, 38, 43 f.).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for dismissing the revisions as unfounded because the review found no legal error to the disadvantage of the defendants.

§§ 74, 109 Abs. 1 JGG

Provisions applied to waive the imposition of costs and expenses of the revision proceedings for one of the juvenile defendants.

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Volltext

Revision in einer Jugendstrafsache: Verfahrensrüge wegen Verletzung des Verteidigerkonsultationsrechts und des Fragerechts des Erziehungsberechtigten

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Freiburg vom 7. Dezember 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Angeklagte M. Y. hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen; beim Angeklagten A. Y. wird von der Auferlegung von Kosten und Auslagen des Revisionsverfahrens abgesehen (§§ 74, 109 Abs. 1 JGG); die im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen der Nebenkläger haben beide Angeklagten zu tragen.

Ergänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts in den Antragschriften vom 21. Juni 2016 bemerkt der Senat:

1. Die dritte Verfahrensrüge des Angeklagten A. Y. - Verstoß gegen § 67 Abs. 1 und 2 JGG - ist bezüglich der Verwertung der Vernehmung durch den Haftrichter nicht zulässig erhoben (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Die Revision trägt zu dieser Rüge lediglich den in der Hauptverhandlung vom 27. April 2015 erhobenen Widerspruch gegen die Verwertung der Inhalte der polizeilichen Beschuldigtenvernehmung durch die Zeugen T. und W. sowie die im Hauptverhandlungstermin vom 5. Oktober 2015 vorgetragene ergänzende Begründung aus dem Schriftsatz vom 1. Oktober 2015 vor. Der in der Hauptverhandlung vom 27. April 2015 erhobene Widerspruch stützte sich zudem lediglich auf die unterlassene Hinzuziehung eines Rechtsanwalts und eine fehlende erneute Belehrung über das Recht auf Verteidigerkonsultation vor der Vernehmung zur Sache, nicht aber auf eine Verletzung des § 67 Abs. 1 und 2 JGG (zur Rügepräklusion vgl. BGH, Beschluss vom 20. Oktober 2014 – 5 StR 176/14, BGHSt 60, 38, 43 f.). Der Schriftsatz vom 1. Oktober 2015 gibt, abgesehen davon, dass die Ausführungen auch verspätet wären, im Hinblick auf § 67 JGG lediglich die Angaben des Zeugen W. zur fehlenden „Konsultation“ des Er- ziehungsberechtigten wieder. Den in der Hauptverhandlung vom 19. Mai 2015 erhobenen Widerspruch - Schriftsatz vom 4. Mai 2015 -, der sich auch auf die Verletzung von § 67 JGG durch den Haftrichter stützt, teilt die Revision bei dieser Rüge nicht mit, sondern nur zur zweiten Verfahrensrüge. Dies reicht zur Begründung nicht aus. Es kann nicht Aufgabe des Revisionsgerichts sein, den Revisionsvortrag aus anderen Unterlagen jeweils an passender Stelle zu ergänzen und dabei auch noch den Sachzusammenhang selbst herzustellen (vgl. BGH, Beschluss vom 7. April 2005 – 5 StR 532/04, NStZ 2005, 463 mwN).

2. Soweit der Angeklagte M. Y. einen Verstoß gegen § 115 Abs. 1 StPO rügt, weil seine Vorführung vor den Haftrichter nicht unverzüglich erfolgt sei, ist die Rüge schon deshalb unzulässig, weil nicht zutreffend vorgetragen wird. Der Angeklagte wurde nach vorläufiger Festnahme gemäß § 128 StPO vorgeführt; der Haftrichter gab ihm den Haftbefehlsantrag der Staatsanwaltschaft bekannt (Verfahrensakte Band I Bl. 277). Im Übrigen genügen die Angaben zum Verfahrensablauf in der Revisionsschrift nicht, um überprüfen zu können, ob ein Verstoß gegen das Gebot einer unverzüglichen Vorführung gemäß § 128 Abs. 1 Satz 1 StPO (dazu BGH, Urteil vom 17. November 1989 - 2 StR 418/89, NJW 1990, 1188) vorliegt (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO).

Sost-Scheible Roggenbuck Franke

Bender Paul