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2 ARs 209/16 ECLI:DE:BGH:2016:070716B2ARS209.16.0 KI-generiert

Jurisdiction to review procedural dismissal under § 154 Abs. 2 StPO and associated cost orders

Geschäftsnummer 2 ARs 209/16
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal (BGH) ordered the return of the case to the Berlin Regional Court (Landgericht Berlin), effectively dismissing the defendant's immediate complaint for lack of subject-matter jurisdiction as the BGH was not the competent appellate body. The dispute involved the defendant's challenge to a procedural dismissal of criminal proceedings under § 154 Abs. 2 StPO, which had terminated charges for minor accessory offenses because the expected penalty did not weigh heavily against a prior final sentence, alongside a dispute over court costs and necessary expenses; the defendant, adhering to "Reichsbürger" ideology, denied the jurisdiction of German federal courts. The decisive legal basis was the principle that procedural dismissals under § 154 Abs. 2 StPO and associated cost orders are generally not subject to appeal under § 464 Abs. 3 StPO absent specific "harm" (Beschwer) or exceptional circumstances, but more critically, the BGH lacked the subject-matter jurisdiction to hear such a complaint in this instance, requiring the Regional Court to conduct a remittal procedure and potentially forward the matter to the Higher Regional Court (Kammergericht) if an exception were found.

Legislator-Regeste

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§ 154 Abs. 2 StPO, § 464 Abs. 3 Satz 1 StPO; Jurisdiction to review procedural dismissal under § 154 Abs. 2 StPO and associated cost orders: Die Einstellung des Verfahrens gemäß § 154 Abs. 2 StPO ist mangels Beschwer grundsätzlich nicht mit Rechtsmitteln anfechtbar (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 1956 - 1 StR 337/56, BGHSt 10, 88, 91). Nur für Ausnahmefälle wird eine Anfechtungsmöglichkeit in Betracht gezogen (vgl. OLG Zweibrücken, Beschluss vom 16. November 1995 - 1 Ws 205/95, NJW 1996, 866). Die Kosten- und Auslagenentscheidung ist ebenfalls nicht anfechtbar (§ 464 Abs. 3 Satz 1 StPO; vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. Januar 2002 - 2 BvR 1965/01, NJW 2002, 1867). Auch hiervon wird in besonderen Fällen eine Ausnahme in Betracht gezogen (vgl. OLG Celle, Beschluss vom 30.

Schlagwörter

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Verfahrensüberprüfung Streitgegenstand sachliche Unzuständigkeit fristlose Entlassung Strafanzeige Vorleben

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 337/56
Dezember 1956 - 1 StR 337/56, BGHSt 10, 88, 91).
BGHSt 10, 88
Dezember 1956 - 1 StR 337/56, BGHSt 10, 88, 91).
2 BvR 1965/01
Januar 2002 - 2 BvR 1965/01, NJW 2002, 1867).
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Volltext

Strafverfahren: Anfechtung einer Verfahrenseinstellung wegen unwesentlicher Nebenstraftaten

[TENOR]

Die Sache wird an das Landgericht Berlin zurückgegeben.

[GRUENDE]

Das Landgericht Berlin hat als Berufungsgericht ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt, weil die zu erwartende Strafe neben der Strafe, die in einem anderen, bereits rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer verhängt worden ist, nicht ins Gewicht falle. Es hat die Kosten des eingestellten Verfahrens der Staatskasse auferlegt, jedoch von einer Erstattung der notwendigen Auslagen des Beschwerdeführers abgesehen. Gegen diese Entscheidung hat der Beschwerdeführer "sofortige Beschwerde an den Bundesgerichtshof" eingelegt. Er betrachtet sich nicht als Staatsangehöriger der Bundesrepublik Deutschland und bestreitet die Legitimation der Gerichte der Bundesrepublik Deutschland zur Rechtsprechung in seinen Angelegenheiten.

Das Landgericht hat die Akten dem Bundesgerichtshof übersandt. Das Verfahren ist an das Landgericht zurückzugeben.

Die Einstellung des Verfahrens gemäß § 154 Abs. 2 StPO ist mangels Beschwer grundsätzlich nicht mit Rechtsmitteln anfechtbar (vgl. BGH, Urteil vom 21. Dezember 1956 - 1 StR 337/56, BGHSt 10, 88, 91). Nur für Ausnahmefälle wird eine Anfechtungsmöglichkeit in Betracht gezogen (vgl. OLG Zweibrücken, Beschluss vom 16. November 1995 - 1 Ws 205/95, NJW 1996, 866). Die Kosten- und Auslagenentscheidung ist ebenfalls nicht anfechtbar (§ 464 Abs. 3 Satz 1 StPO; vgl. BVerfG, Beschluss vom 29. Januar 2002 - 2 BvR 1965/01, NJW 2002, 1867). Auch hiervon wird in besonderen Fällen eine Ausnahme in Betracht gezogen (vgl. OLG Celle, Beschluss vom 30.

Dezember 1982 - 2 Ws 199/82, NStZ 1983, 328). Ob hier ein Ausnahmefall vorliegt (vgl. zur Argumentation der "Reichsbürgerbewegung" Caspar/ Neubauer LKV 2012, 529 ff.; Werner DRiZ 2016, 130 f.), ist nicht vom Bundesgerichtshof zu prüfen, denn dieser besitzt im vorliegenden Fall keine sachliche Zuständigkeit als Beschwerdegericht. Daher ist die Sache an das Landgericht zurückzugeben, das ein Abhilfeverfahren durchzuführen und die Beschwerde danach gegebenenfalls dem Kammergericht vorzulegen hat.

Fischer Eschelbach Ott