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4 StR 458/15 ECLI:DE:BGH:2016:250516B4STR458.15.0 KI-generiert

Failure to read document into record not reversible error where content discussed and uncontested in main hearing

Geschäftsnummer 4 StR 458/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendants' appeals, upholding the verdict of the Regional Court of Halle which convicted them of infidelity. The dispute centered on alleged procedural errors, specifically the failure to summon certain witnesses, a breach of the duty to investigate, and the failure to read a specific letter into the record at the main hearing, which the defense argued was essential to proving the falsification of documents. The court held that the appeals were unfounded, reasoning that the content of the un-read letter had been discussed and was uncontested in the main hearing, such that the verdict did not legally depend on its formal recitation, and that other formal irregularities in the challenged documents sufficiently supported the conviction. The decisive legal basis includes § 349 Abs. 2 StPO for the standard of review, the doctrine regarding the non-essential nature of failing to read documents whose content is already established and unchallenged in oral proceedings, and § 244 Abs. 2 StPO concerning the court's duty to investigate evidence.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 244 Abs. 2 StPO; Failure to read document into record not reversible error where content discussed and uncontested in main hearing: The dispute centered on alleged procedural errors, specifically the failure to summon certain witnesses, a breach of the duty to investigate, and the failure to read a specific letter into the record at the main hearing, which the defense argued was essential to proving the falsification of documents. The court held that the appeals were unfounded, reasoning that the content of the un-read letter had been discussed and was uncontested in the main hearing, such that the verdict did not legally depend on its formal recitation, and that other formal irregularities in the challenged documents sufficiently supported the conviction. The decisive legal basis includes § 349 Abs. 2 StPO for the standard of review, the doctrine regarding the non-essential nature of failing to read documents whose content is already established and unchallenged in oral proceedings, and § 244 Abs. 2 StPO concerning the court's duty to investigate evidence.

Schlagwörter

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mündliche Verhandlung wesentlicher Irrtum Pflichtverletzung schwerer Mangel des Verfahrens im Ausland Strafregister Verfahrensüberprüfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 298/06
September 2006 – 1 StR 298/06, NStZ 2007, 235; vgl.
4 StR 165/57
Juni 1957 – 4 StR 165/57 und vom 15.
2 StR 666/77
März 1977 – 2 StR 666/77).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for dismissing the appeals as unfounded because the review revealed no legal errors to the detriment of the accused.

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Volltext

Inbegriffsrüge im Strafverfahren: Unterlassene Verlesung eines Schriftstücks und Erörterung des nicht bestrittenen Inhalts in der Hauptverhandlung

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Halle vom 13. Mai 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Zu den vom Angeklagten L. erhobenen Verfahrensrügen bemerkt der Senat ergänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift vom 16. Dezember 2015:

Die Ladung und Vernehmung des Zeugen K. musste sich dem Landgericht nicht nur unter Berücksichtigung der Einlassung des Angeklagten, sondern auch mit Blick auf den eindeutigen Inhalt der in den Urteilsgründen mitgeteilten und erörterten Aussage der Zeugin Wi. und der E-Mail des Angeklagten an diese Zeugin vom 16. September 2009 nicht aufdrängen.

Soweit die Revision eine Verletzung der Aufklärungspflicht (§ 244 Abs. 2 StPO) darin sieht, dass das Landgericht den Vernehmungsbeamten des Zeugen Se. , Staatsanwalt S. , nicht als Zeugen vernommen hat, vermag der Senat schon den behaupteten Widerspruch zwischen den Angaben des Zeugen Se. in der Hauptverhandlung und seiner Zeugenaussage bei der Staatsanwaltschaft nicht zu erkennen. Dass dem Zeugen Se. zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Vollmacht Einzelheiten des Mandatsverhältnisses zwischen der Kanzlei des Angeklagten und der W. bekannt gewesen wären, die Ursache für die Annahme eines Interessenkonflikts hätten sein können, liegt fern.

Auf der von der Revision behaupteten fehlenden Einführung des Schreibens der A. vom 30. März 2015, in dessen Inhalt das Landgericht seine Auffassung bestätigt gefunden hat, bei den drei als Beweismittel vorgelegten Schreiben der O. GmbH an die verschiedenen Rechtsschutzversicherungen handele es sich um Fälschungen, beruht die Verurteilung des Angeklagten wegen Untreue nicht. Die Urteilsgründe wie auch der Revisionsvortrag ergeben, dass der Inhalt des Schreibens in der Hauptverhandlung erörtert wurde. Ist dies geschehen und ist auch nicht bestritten worden, dass das Schriftstück diesen Inhalt hat – hierfür ist nichts vorgetragen oder sonst ersichtlich – so kann das Urteil schon deshalb regelmäßig auf einer unterbliebenen Verlesung nicht beruhen (BGH, Beschluss vom 22. September 2006 – 1 StR 298/06, NStZ 2007, 235; vgl. schon Urteile vom 6. Juni 1957 – 4 StR 165/57 und vom 15. März 1977 – 2 StR 666/77). Im Übrigen wird die Überzeugung der Strafkammer davon, die drei Schriftstücke seien gefälscht, schon durch die im angefochtenen Urteil näher dargelegten, zahlreichen formalen Ungereimtheiten dieser Urkunden in vollem Umfang getragen.

Sost-Scheible Roggenbuck Franke

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