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3 StR 312/15 ECLI:DE:BGH:2015:241115B3STR312.15.0 KI-generiert

Simultaneous raising of evidence request and due inquiry objections for omitted witness hearing and right to refuse testimony

Geschäftsnummer 3 StR 312/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) Third Criminal Senate dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the judgment of the Stralsund Regional Court and ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute centered on two procedural objections: first, whether the defendant could simultaneously raise a "evidence request objection" (Beweisantragsrüge) and a "due inquiry objection" (Aufklärungsrüge) regarding the court's failure to hear a specific witness; and second, whether the trial court improperly relied on testimony from a witness who had invoked their right to refuse to testify under § 52 Abs. 1 Nr. 3 StPO. The BGH held that while an appellant is free to subject the same factual circumstance to review under multiple procedural defect categories, both objections failed on the merits. Regarding the second issue, the court clarified that the trial court's reference to the refusing witness was an evident typographical error, as context confirmed the judgment relied instead on corroborating testimony from other witnesses who had not claimed the privilege.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 52 Abs. 1 Nr. 3 StPO; Simultaneous raising of evidence request and due inquiry objections for omitted witness hearing and right to refuse testimony: The dispute centered on two procedural objections: first, whether the defendant could simultaneously raise a "evidence request objection" (Beweisantragsrüge) and a "due inquiry objection" (Aufklärungsrüge) regarding the court's failure to hear a specific witness; and second, whether the trial court improperly relied on testimony from a witness who had invoked their right to refuse to testify under § 52 Abs. 1 Nr. 3 StPO. The BGH held that while an appellant is free to subject the same factual circumstance to review under multiple procedural defect categories, both objections failed on the merits. Regarding the second issue, the court clarified that the trial court's reference to the refusing witness was an evident typographical error, as context confirmed the judgment relied instead on corroborating testimony from other witnesses who had not claimed the privilege.

Schlagwörter

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Zeugnisverweigerungsrecht Verfahrensrechte Bestätigungsbeweise Parteianhörung materielle Überprüfung nachträgliche Eingabe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the appeal as unfounded due to the lack of a legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Revision im Strafverfahren: Gleichzeitige Erhebung einer Beweisantragsrüge und einer Aufklärungsrüge wegen unterbliebener Zeugenvernehmung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Stralsund vom 25. Februar 2015 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Adhäsionskläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

1. Entgegen der Ansicht des Generalbundesanwalts stand es dem Revisionsführer frei, die unterbliebene Vernehmung der Zeugin D. sowohl zum Gegenstand einer Beweisantragsrüge als auch zum Gegenstand einer Aufklärungsrüge zu machen. Die Entscheidung des Senats vom 13. Januar 2011 (3 StR 337/10, NStZ 2011, 471, 472) besagt lediglich, dass die Stoßrichtung der Rüge durch den Revisionsführer bestimmt wird (vgl. auch KK-Gericke, StPO, 7. Aufl., § 344 Rn. 34 mwN). Dies schließt nicht aus, dass er denselben Sachverhalt hinsichtlich mehrerer, nach den vorgetragenen Tatsachen in Betracht kommender Verfahrensmängel der Überprüfung durch das Revisionsgericht unterstellt.

Beide Rügen erweisen sich jedoch aus den vom Generalbundesanwalt dargelegten Gründen als jedenfalls unbegründet.

2. Die Beanstandung, das Landgericht habe sich im Rahmen der Beweiswürdigung auf Angaben des Vaters des Angeklagten B. gestützt, obwohl dieser von seinem Zeugnisverweigerungsrecht nach § 52 Abs. 1 Nr. 3 StPO Gebrauch gemacht habe, greift nicht durch. Soweit die Strafkammer ausgeführt hat, dass auch die Zeugin Ba. die Angaben des Zeugen B. bestätigt habe, handelt es sich um ein offensichtliches Schreibversehen. Aus dem Kontext ergibt sich für jeden Leser ohne weiteres, dass die Zeugin Ba. - wie auch die Zeugen R. und M. - die Angaben des Zeugen W. bestätigt habe.

Becker Pfister Hubert

Mayer Gericke