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4 StR 401/15 ECLI:DE:BGH:2015:151215B4STR401.15.0 KI-generiert

Exclusion of public from witness examination and closing arguments: Admissibility and relevance of procedural defect under § 344 Abs. 2 StPO

Geschäftsnummer 4 StR 401/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Procedure (BGH) dismissed the appeals of the defendants against the judgment of the Regional Court of Hagen, upholding the conviction and ordering one defendant to bear the costs of the appellate proceedings and the counterparty's expenses, while waiving the costs for the other. The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to a closed hearing during the second examination of a minor witness and during closing arguments, where the lower court had failed to exclude the public. The court ruled the appeal inadmissible under Section 344(2) Sentence 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) and substantively unfounded, holding that it was excluded that the verdict was based on an unlawful expansion of the public, particularly given that the initial exclusion order was protective of the witness and she voluntarily testified in public subsequently, relying on Sections 171b(3) and 171b(5) of the Code of Criminal Courts Act (GVG), Section 337 StPO, and Section 336(2) StPO.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, §§ 74, 109 Abs. 2 JGG; Exclusion of public from witness examination and closing arguments: Admissibility and relevance of procedural defect under § 344 Abs. 2 StPO: The dispute centered on a procedural challenge alleging a violation of the right to a closed hearing during the second examination of a minor witness and during closing arguments, where the lower court had failed to exclude the public. The court ruled the appeal inadmissible under Section 344(2) Sentence 2 of the Code of Criminal Procedure (StPO) and substantively unfounded, holding that it was excluded that the verdict was based on an unlawful expansion of the public, particularly given that the initial exclusion order was protective of the witness and she voluntarily testified in public subsequently, relying on Sections 171b(3) and 171b(5) of the Code of Criminal Courts Act (GVG), Section 337 StPO, and Section 336(2) StPO.

Schlagwörter

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Ausschluss eines Zeugen Strafprozessordnung Verfahrensrechte öffentliche Verhandlung Widerspruchsverfahren anfechtbarer Zwischenentscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Basis for dismissing the appeals as unfounded following a review that found no legal errors to the detriment of the accused.

§§ 74, 109 Abs. 2 JGG

Basis for waiving the imposition of costs and expenses on the juvenile co-accused.

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Volltext

Revision im Strafverfahren: Nichtausschluss der Öffentlichkeit während einer Zeugenvernehmung

[TENOR]

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hagen vom 17. März 2015 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer S. hat die Kosten seines Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen. Es wird davon abgesehen, dem Angeklagten E. die Kosten und Auslagen des Revisionsverfahrens aufzuerlegen (§§ 74, 109 Abs. 2 JGG).

Zu der von beiden Angeklagten erhobenen Rüge der Verletzung von § 171b Abs. 3 Satz 2 GVG i.V.m. § 337 StPO durch Nichtausschluss der Öffentlichkeit während der zweiten Vernehmung der geschädigten Zeugin K. und während der Schlussvorträge bemerkt der Senat ergänzend:

Es ist zweifelhaft, ob der Ansicht des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift vom 3. September 2015 zu folgen ist, wonach ein revisibler Rechtsfehler im Sinne von § 337 StPO schon deshalb nicht vorliegt, weil auch die unterbliebene Entscheidung über einen Ausschluss der Öffentlichkeit gemäß § 171b Abs. 5 GVG unanfechtbar und damit gemäß § 336 Satz 2 StPO der revisionsgerichtlichen Prüfung entzogen sei (vgl. BGH, Beschluss vom 17. September 2014 – 1 StR 212/14, StV 2015, 79, Tz. 26). Dies kann jedoch offen bleiben. Denn die Verfahrensrüge ist bereits unzulässig (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; vgl. BGH, Beschluss vom 23.

Juni 1998 – 5 StR 261/98, NStZ 1998, 586). Unbeschadet dessen ist sie auch unbegründet, weil auszuschließen ist, dass die Entscheidung auf einer ungesetzlichen Erweiterung der Öffentlichkeit beruht. Es ist weder vorgetragen noch ersichtlich, zu welchen weiter gehenden Erkenntnissen die Hauptverhandlung geführt hätte, wenn die Öffentlichkeit auch während der zweiten Vernehmung der Zeugin und während der Schlussvorträge ausgeschlossen worden wäre, zumal der Beschluss über die Ausschließung der Öffentlichkeit vor der ersten Vernehmung der 19 Jahre alten Zeugin auf ihren Antrag ausschließlich zu deren Schutz ergangen ist und die Zeugin in ihrer zweiten Vernehmung zur Sache auch in öffentlicher Hauptverhandlung ausgesagt hat.

Sost-Scheible Roggenbuck Franke

Mutzbauer Bender