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4 StR 241/15 KI-generiert

Appellate dismissal of revision without detailed reasoning despite late-filed objections; scope of right to be heard under § 356a StPO and § 349(2) StPO

Geschäftsnummer 4 StR 241/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the convicted defendant's motion to reset the proceedings and for a decision on the merits of his complaint of violation of the right to be heard, leaving the appellate decision of 8 October 2015 in force. The dispute concerned a criminal revision where the defendant argued that the appellate court violated his right to be heard by upholding a dismissal of his factual appeal based solely on the public prosecutor’s arguments, without explicitly addressing subsequent detailed objections he filed after the prosecutor’s submission. Relying on § 356a StPO and the procedural system under § 349(2) StPO, the court held that no violation of the right to be heard occurred because the appellate court had examined the late-filed arguments and could lawfully dismiss the revision by order without providing a detailed substantive reasoning, a doctrine consistent with Art. 103(1) GG which guarantees review of late arguments but does not mandate a reasoned dismissal in such cases.

Legislator-Regeste

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§ 356a StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 344 Abs. 1 StPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 456 Abs. 1 StPO; Appellate dismissal of revision without detailed reasoning despite late-filed objections; scope of right to be heard under § 356a StPO and § 349(2) StPO: The dispute concerned a criminal revision where the defendant argued that the appellate court violated his right to be heard by upholding a dismissal of his factual appeal based solely on the public prosecutor’s arguments, without explicitly addressing subsequent detailed objections he filed after the prosecutor’s submission. Relying on § 356a StPO and the procedural system under § 349(2) StPO, the court held that no violation of the right to be heard occurred because the appellate court had examined the late-filed arguments and could lawfully dismiss the revision by order without providing a detailed substantive reasoning, a doctrine consistent with Art. 103(1) GG which guarantees review of late arguments but does not mandate a reasoned dismissal in such cases.

Schlagwörter

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verspätete Einwendungen strafrechtliches Revisionsverfahren Anspruch auf rechtliches Gehör materielle Begründung Kognitionsbefugnis Verfahrensgarantie

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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3 StR 229/08
August 2008 - 3 StR 229/08, NStZ-RR 2008, 385; Beschluss vom 17.
2 StR 277/06
Januar 2007 - 2 StR 277/06).
1 StR 81/13
Juni 2013 - 1 StR 81/13 mwN).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 456 Abs. 1 StPO

Applied by corresponding application to determine the allocation of costs for the dismissed motion.

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Volltext

Anhörungsrüge im Revisionsverfahren: Revisionsentscheidung im Beschlussverfahren

[TENOR]

Der Antrag des Verurteilten, das Verfahren wegen Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör in die Lage vor Erlass der Senatsentscheidung vom 8. Oktober 2015 zurückzuversetzen, wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die - zulässige - Anhörungsrüge nach § 356a StPO bleibt in der Sache erfolglos. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt nicht vor. Der Senat hat zum Nachteil des Angeklagten keinen tatsächlichen Verfahrensstoff verwertet, zu dem er nicht gehört worden ist, noch hat er bei der Entscheidung zu berücksichtigendes Vorbringen übergangen.

Der Senat hat die weiteren Ausführungen zur Sachrüge zur Kenntnis genommen und bei seiner Beratung umfassend gewürdigt, im Ergebnis aber für offensichtlich unbegründet gehalten. Näher begründen musste er dies nicht. Das System der Revisionsentscheidung im Beschlussverfahren nach § 349 Abs. 2 StPO baut darauf auf, dass der Beschwerdeführer die Gründe für die Anfechtung eines Urteils bereits in der Revisionsbegründung anführt (§ 344 Abs. 1 StPO). Hierzu nimmt die Revisionsstaatsanwaltschaft in ihrer Antragsschrift Stellung und legt - so sie die Beanstandungen nicht für durchgreifend erachtet - die hierfür maßgebenden Gründe in ihrem Antrag auf Verwerfung des Rechtsmittels näher dar. Folgt das Revisionsgericht einstimmig der Auffassung der Staatsanwaltschaft, so kann es die Revision durch Beschluss ohne nähere Begründung verwerfen. Dieses System kann der Beschwerdeführer nicht dadurch außer Kraft setzen, dass er Einzelbeanstandungen zur Sachrüge erst nachschiebt, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Antragsschrift beim Revisionsgericht eingereicht hat und dieser damit die Möglichkeit zu einer spezifizierten Stellungnahme nimmt. In diesem Fall hat der Beschwerdeführer gemäß Art. 103 Abs. 1 GG zwar Anspruch darauf, dass das Revisionsgericht seine nachgeschobenen Ausführungen zur Kenntnis nimmt und prüft, was, wie dargelegt, im vorliegenden Fall geschehen ist (vgl. LR-StPO/Franke, 26. Aufl., § 349 Rn. 21 aE). Er kann indes nicht verlangen, dass ihm die Gründe, aus denen seine Beanstandungen nicht für durchgreifend erachtet wurden, im Verwerfungsbeschluss mitgeteilt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 21. August 2008 - 3 StR 229/08, NStZ-RR 2008, 385; Beschluss vom 17. Januar 2007 - 2 StR 277/06).

Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 456 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss vom 5. Juni 2013 - 1 StR 81/13 mwN).

Mutzbauer Roggenbuck Cierniak

Franke Bender