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IX ZR 74/15 KI-generiert

Insolvency avoidance: Detrimental effect of employer's payment of sales and wage tax to the tax authority under § 129 InsO

Geschäftsnummer IX ZR 74/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the creditor's appeal against the non-admission of revision, thereby leaving the lower court's judgment in force which rejected the revocability of the disputed payments; the case involved a challenge under German insolvency law to payments of sales tax and wage tax made by the debtor to the tax authority shortly before insolvency proceedings. The BGH confirmed that such payments constitute detrimental acts under § 129 Abs. 1 InsO, reaffirming established jurisprudence that the settlement of sales tax owed to the tax authority and wage tax paid by an employer on behalf of employees is subject to avoidance actions by the insolvency administrator if they prejudice creditors.

Legislator-Regeste

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§ 129 Abs. 1 InsO; Insolvency avoidance: Detrimental effect of employer's payment of sales and wage tax to the tax authority under § 129 InsO: Die angefochtenen Zahlungen der Schuldnerin haben entgegen der Auffassung des Beklagten eine Gläubigerbenachteiligung (§ 129 Abs. 1 InsO) ausgelöst. Die Begleichung der Umsatzsteuer kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gegenüber dem Finanzamt als eine gläubigerbenachteiligende Leistung angefochten werden (vgl. nur BGH, Urteil vom 19. Januar 2012 - IX ZR 2/11, BGHZ 192, 221; vom 24. Mai 2012 - IX ZR 125/11, WM 2012, 1208). Gleiches gilt bei Zahlungen von Arbeitgebern auf die von den Arbeitnehmern geschuldete Lohnsteuer (vgl. nur BGH, Urteil vom 22. Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 358; vom 9. Dezember 2004 - IX ZR 108/04, BGHZ 161, 315, 317). Die von der Beschwerde geltend gemachten Erwägungen geben keinen Anlass, von dieser Bewertung abzugehen.

Schlagwörter

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Quellensteuer Zahlungsunfähigkeit Steuerumgehung Steuerbehörde Wirkungen des Urteils Forderungsklage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IX ZR 2/11
Insolvency avoidance of tax collection via direct debit from a subsidiary's account in a VAT group where the primary debtor was solvent
BGHZ 192, 221
Januar 2012 - IX ZR 2/11, BGHZ 192, 221; vom 24.
IX ZR 125/11
Scope of recoverable benefits under insolvency reversal: Fictitious interest savings from avoided state treasury loans
IX ZR 39/03
Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 358; vom 9.
BGHZ 157, 350
Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 358; vom 9.
IX ZR 108/04
Dezember 2004 - IX ZR 108/04, BGHZ 161, 315, 317).
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Volltext

Insolvenzanfechtung: Gläubigerbenachteiligung durch Zahlung von Umsatz- und Lohnsteuer an das Finanzamt

[TENOR]

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des 5. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg vom 28. Januar 2015 wird auf Kosten des beklagten Landes zurückgewiesen.

Der Streitwert wird auf 194.373,61 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Die Beschwerde deckt keinen Zulassungsgrund auf.

1. Die angefochtenen Zahlungen der Schuldnerin haben entgegen der Auffassung des Beklagten eine Gläubigerbenachteiligung (§ 129 Abs. 1 InsO) ausgelöst. Die Begleichung der Umsatzsteuer kann nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gegenüber dem Finanzamt als eine gläubigerbenachteiligende Leistung angefochten werden (vgl. nur BGH, Urteil vom 19. Januar 2012 - IX ZR 2/11, BGHZ 192, 221; vom 24. Mai 2012 - IX ZR 125/11, WM 2012, 1208). Gleiches gilt bei Zahlungen von Arbeitgebern auf die von den Arbeitnehmern geschuldete Lohnsteuer (vgl. nur BGH, Urteil vom 22. Januar 2004 - IX ZR 39/03, BGHZ 157, 350, 358; vom 9. Dezember 2004 - IX ZR 108/04, BGHZ 161, 315, 317). Die von der Beschwerde geltend gemachten Erwägungen geben keinen Anlass, von dieser Bewertung abzugehen.

2. Die weiteren Rügen hat der Senat geprüft. Sie sind nicht begründet.

Vill Gehrlein Pape

Grupp Möhring