Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VIII ZR 135/15 KI-generiert

Threshold for non-admission complaint in indefinite tenancy disputes: subject matter value capped at 4.5 times annual net rent

Geschäftsnummer VIII ZR 135/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the plaintiff's application for a stay of enforcement, upholding the lower courts' rulings. The dispute concerned a tenant’s objection to a 2005 eviction judgment, arguing that a new indefinite-term lease had been established after the initial order. The court determined the application was baseless because the non-admission complaint was inadmissible due to the subject matter value failing to meet the statutory threshold for non-admission appeals. Under established doctrine regarding indefinite rental agreements, the value of the dispute was calculated as 42 times the monthly net rent (approximately €443.06), resulting in a total value of €19,189.47, which fell below the mandatory limit of €20,000 prescribed by § 26 No. 8 of the Introductory Act to the German Code of Civil Procedure (EGZPO), thereby barring further review.

Legislator-Regeste

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§ 769 Abs. 1 ZPO, § 719 Abs. 2, § 769 Abs. 1 ZPO, § 26 Nr. 8 EGZPO; Threshold for non-admission complaint in indefinite tenancy disputes: subject matter value capped at 4.5 times annual net rent: The dispute concerned a tenant’s objection to a 2005 eviction judgment, arguing that a new indefinite-term lease had been established after the initial order. The court determined the application was baseless because the non-admission complaint was inadmissible due to the subject matter value failing to meet the statutory threshold for non-admission appeals. Under established doctrine regarding indefinite rental agreements, the value of the dispute was calculated as 42 times the monthly net rent (approximately €443.06), resulting in a total value of €19,189.47, which fell below the mandatory limit of €20,000 prescribed by § 26 No. 8 of the Introductory Act to the German Code of Civil Procedure (EGZPO), thereby barring further review.

Schlagwörter

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Mietzins des Mieters Vollstreckung der Ausweisung Streitwert Zivilprozessordnung gesetzliche Grenzen vorübergehende Einfuhr

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 719 Abs. 2, § 769 Abs. 1 ZPO

Cited as the procedural basis for the rejection of the application to stay enforcement due to the lack of prospects for success.

§ 26 Nr. 8 EGZPO

Cited as the decisive legal basis for declaring the non-admission complaint inadmissible because the subject matter value fell below the required threshold.

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Volltext

Wert der Beschwer bei Nichtzulassungsbeschwerde: Streit über das Bestehen eines Mietverhältnisses von unbestimmter Dauer

[TENOR]

Der Antrag der Klägerin, die Zwangsvollstreckung aus dem Beschluss der 7. Zivilkammer des Landgerichts Augsburg vom 27. April 2015 in Verbindung mit dem Versäumnisurteil des Amtsgerichts Augsburg vom 16. Dezember 2005 (Az. 12 C 234/06) einstweilen einzustellen, wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Der Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung ist unbegründet. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kommt eine Einstellung der Zwangsvollstreckung in der Revisionsinstanz nach § 719 Abs. 2, § 769 Abs. 1 ZPO nicht in Betracht, wenn das Rechtsmittel aussichtslos ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Oktober 2013 - VIII ZR 214/13, juris Rn. 1; vom 15. August 2012 - VIII ZR 238/12, WuM 2012, 571 Rn. 6; vom 4. Juni 2008 - XII ZR 55/08, NJW-RR 2008, 1038 Rn. 6; jeweils mwN). Dies ist hier der Fall.

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Wert der Beschwer nur 19.189,47 € beträgt und deshalb die gemäß § 26 Nr. 8 EGZPO erforderliche Beschwer von mehr als 20.000 € nicht erreicht ist.

Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats ist der Wert der Beschwer bei einem Streit über das Bestehen eines Mietverhältnisses, dessen Dauer unbestimmt ist, nach dem dreieinhalbfachen Jahresbetrag der Nettomiete zu bemessen (zuletzt Senatsbeschlüsse vom 3. März 2015 - VIII ZR 279/14, WuM 2015, 313; vom 24. März 2015 - VIII ZR 12/15, juris Rn. 2; jeweils mwN). Die Klägerin stützt die von ihr erhobene Vollstreckungsgegenklage darauf, dass nach Erlass des streitigen Räumungsurteils ein neuer Mietvertrag zustande gekommen sei, wonach sie eine monatliche Miete von (zuletzt) 443,06 € (ohne Nebenkosten) schulde. Der Wert der Beschwer der Vollstreckungsgegenklage beläuft sich deshalb auf 18.608,52 € (42 x 443,06 €) zuzüglich der Hauptforderung der Widerklage (580,95 €), die in den Vorinstanzen Erfolg hatte. Entgegen der Auffassung der Nichtzulassungsbeschwerde hat der Umstand, dass zwischen den Parteien streitig ist, ob die Klägerin daneben weitere 123,01 € monatlich als Nebenkostenvorauszahlung oder Nutzungsentschädigung schuldet, auf den Wert des Beschwerdegegenstandes keinen Einfluss. Denn dieser Streitpunkt ist nur als Vorfrage für die Begründetheit der Widerklage von Bedeutung, von den Parteien aber nicht zum Streitgegenstand (etwa im Rahmen einer (Zwischen-)Feststellungsklage) gemacht worden.

Dr. Fetzer Dr. Hessel Dr. Achilles

Dr. Bünger Kosziol