Total sentence formation: validity of considering a binding prosecutorial promise to discontinue separate proceedings under § 54(1) StGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (1st Criminal Senate) rejected the defendant's revision, upholding the lower court's sentencing judgment and ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The case concerned a challenge to the total sentence (Gesamtstrafe) imposed for multiple offenses, specifically focusing on whether the trial court erred by factoring in a binding prosecutorial promise to discontinue a separate investigation under § 154 StPO as a sentencing consideration under § 54(1) StGB. The court acknowledged that considering such an extraneous procedural promise may be legally problematic, as total sentencing requires a holistic assessment of the offender and the specific offenses subject to the current proceedings; however, the court concluded that the defendant was not disadvantaged by the lower court's approach, rendering the revision unfounded.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 154 StPO, § 54 Abs. 1 StGB, § 54 Abs. 1 Satz 3 StGB; Total sentence formation: validity of considering a binding prosecutorial promise to discontinue separate proceedings under § 54(1) StGB: The case concerned a challenge to the total sentence (Gesamtstrafe) imposed for multiple offenses, specifically focusing on whether the trial court erred by factoring in a binding prosecutorial promise to discontinue a separate investigation under § 154 StPO as a sentencing consideration under § 54(1) StGB. The court acknowledged that considering such an extraneous procedural promise may be legally problematic, as total sentencing requires a holistic assessment of the offender and the specific offenses subject to the current proceedings; however, the court concluded that the defendant was not disadvantaged by the lower court's approach, rendering the revision unfounded.
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KI-generiertCited as the procedural basis for rejecting the revision as unfounded in the dispositive.
Volltext
Gesamtstrafenbildung: Bemessung unter Berücksichtigung einer bindenden Zusage der Staatsanwaltschaft zur Einstellung eines weiteren Ermittlungsverfahrens bei Verhängung einer Mindeststrafe
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts München I vom 17. April 2015 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die Strafkammer hat bei der Bemessung der Gesamtstrafe auch berücksichtigt, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg eine „Einstellung" ihres Ermittlungsverfahrens gemäß § 154 StPO zugesagt hat, falls der Angeklagte „im hiesigen Verfahren" durch das Landgericht München I rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von nicht unter drei Jahren verurteilt werden sollte; hierzu habe der Angeklagte im Rahmen seines letzten Wortes geäußert, für ihn sei es von Bedeutung, auf Grund dieses Verfahrens und der in Aussicht gestellten „Gesamterledigung" der noch anhängigen Verfahren einen „Schlussstrich" ziehen zu können.
Die Berücksichtigung dieser Zusage der Staatsanwaltschaft Augsburg als Strafzumessungstatsache bei der Bildung der Gesamtstrafe (§ 54 Abs. 1 StGB) begegnet Bedenken; denn bei der Bemessung der Gesamtstrafe sind nach § 54 Abs. 1 Satz 3 StGB durch einen gesamtstrafenspezifischen Zumessungsakt die Person des Täters und die einzelnen - verfahrensgegenständlichen - Straftaten zusammenfassend zu würdigen (vgl. Fischer, StGB, 62. Aufl., § 54 Rn. 6 mwN).
Im Hinblick darauf, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg nach den Urteilsgründen ersichtlich eine bindende Zusage abgegeben hat, nach § 154 StPO von Strafverfolgung abzusehen, kann der Senat allerdings bei der hier gegebenen Fallgestaltung jedenfalls ausschließen, dass der Angeklagte im Ergebnis beschwert ist.
Raum Rothfuß Graf
Fischer Cirener