Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
3 StR 219/15 KI-generiert

Importation of narcotics by bodypacker in transit: Requirement of actual availability over German border

Geschäftsnummer 3 StR 219/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Criminal (BGH) rejected the defendant's revision, leaving in force the lower court's conviction for the importation of narcotics in non-small quantity and aiding and abetting drug dealing, which carried a three-year and two-month prison sentence. The dispute centered on whether the defendant, a bodypacker who swallowed 722.1 grams of cocaine while transiting through a German airport with a destination in a foreign country, had committed completed importation rather than mere transit, a challenge based on the argument that his intent to quickly leave the country precluded effective disposal of the drugs. The court held that importation under § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG is complete upon crossing the border once the narcotics are physically available to the perpetrator, establishing that the physical control exerted by a bodypacker over their body as a "living container" constitutes sufficient disposal, regardless of the intended foreign destination, the brevity of the stay, or the physiological inability to expel the drugs during the transit window, thus distinguishing importation from the transit offense under § 29 Abs. 1 Nr. 5 BtMG.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 2 StPO; Importation of narcotics by bodypacker in transit: Requirement of actual availability over German border: The dispute centered on whether the defendant, a bodypacker who swallowed 722.1 grams of cocaine while transiting through a German airport with a destination in a foreign country, had committed completed importation rather than mere transit, a challenge based on the argument that his intent to quickly leave the country precluded effective disposal of the drugs. The court held that importation under § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG is complete upon crossing the border once the narcotics are physically available to the perpetrator, establishing that the physical control exerted by a bodypacker over their body as a "living container" constitutes sufficient disposal, regardless of the intended foreign destination, the brevity of the stay, or the physiological inability to expel the drugs during the transit window, thus distinguishing importation from the transit offense under § 29 Abs. 1 Nr. 5 BtMG.

Schlagwörter

KI-generiert
Betäubungsmitteleinfuhr Grenzkontrolle Strafurteil Durchlieferung Zollpolitik Ausfuhr von Abfällen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
1 StR 676/10
Narcotics import: completed vs. attempted offense when foreign customs intercepts and ships drugs to Germany under police escort
BGHSt 56, 162
Februar 2011 - 1 StR 676/10, BGHSt 56, 162, 165).
2 StR 661/82
Mai 1983 - 2 StR 661/82, BGHSt 31, 374, 375; Weber, BtMG, 4.
BGHSt 31, 374
Mai 1983 - 2 StR 661/82, BGHSt 31, 374, 375; Weber, BtMG, 4.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 2 StPO

Procedural basis cited in the dispositive for rejecting the revision as unfounded without oral hearing.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Einfuhr von Betäubungsmitteln durch Bodypacker: Abgrenzung zur Durchfuhr

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 19. März 2015 wird verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Hiergegen wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel ist unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

1. Nach den Feststellungen schluckte der Angeklagte, ein Drogenkurier, 20 Kapseln mit Kokain in einem Gesamtgewicht von 722,1 g und einem Kokainhydrochloridgehalt von 367,5 g. Das Kokain sollte er auf dem Flugwege von der Dominikanischen Republik über Düsseldorf in die Schweiz transportieren. Zusätzlich nahm der Angeklagte weisungsgemäß verschiedene Medikamente gegen Erbrechen, gegen Harndrang und zur Herabsetzung der Darmtätigkeit ein. Nachdem sein Flugzeug am Flughafen Düsseldorf gelandet war, durchschritt er die Passkontrolle, um den Abfertigungsschalter für den Weiterflug nach Zürich aufzusuchen. Anschließend wurde er festgenommen. In der planmäßigen Transitzeit zwischen der Landung um 7:03 und dem Weiterflug nach Zürich um 8:45 Uhr wäre es dem Angeklagten aufgrund der ihm verabreichten Medikamente ohne weitere Hilfsmittel nicht möglich gewesen, die inkorporierten Betäubungsmittel auszuscheiden.

2. Diese Feststellungen tragen auch den Schuldspruch wegen vollendeter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (§ 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG). Eingeführt ist das Betäubungsmittel, wenn es aus dem Ausland über die Grenze in das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland gebracht wird, wobei das Delikt mit dem Passieren der Grenze vollendet ist (BGH, Beschluss vom 15. Februar 2011 - 1 StR 676/10, BGHSt 56, 162, 165). In Abgrenzung zur Durchfuhr (§ 29 Abs. 1 Nr. 5 BtMG) verlangt die Tatmodalität der Einfuhr dabei, dass dem Täter das Betäubungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich zur Verfügung steht (BGH, Urteil vom 4. Mai 1983 - 2 StR 661/82, BGHSt 31, 374, 375; Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29 Rn. 872). Diese Voraussetzung liegt auch vor, wenn der Täter die Droge verschluckt hat (Bodypacker), deren Bestimmungsort im Ausland liegt und der Aufenthalt im Inland aufgrund des gewählten Transportweges nur vorübergehend ist. Entscheidend ist, dass auch in diesen Fällen der Täter über seinen Körper als lebendes Behältnis verfügt und er damit, etwa durch die Entscheidung, den Transit abzubrechen, das Schicksal des Betäubungsmittels bestimmt. Auf die Ausscheidung des Betäubungsmittels während der Transitzeit kommt es eben so wenig an wie auf die Ausscheidungsdauer (Weber aaO, Rn. 881; Körner/Patzak/Volkmer, BtMG, 7. Aufl., § 29 Teil 5 Rn. 177; aA MüKoStGB/Kotz, 2. Aufl., § 29 BtMG Rn. 748; Oglakcioglu/Henne-Bruns/Wittau, NStZ 2011, 73, 75). Der Wille, schnellstmöglich ins Ausland zu gelangen, steht entgegen der Ansicht der Revision weder der Verfügungsmöglichkeit über das inkorporierte Kokain noch sonst dem objektiv zu bestimmenden Tatbestandsmerkmal der Einfuhr entgegen.

Becker Pfister Hubert

Mayer Gericke