Concurrence between possession and carrying of a prohibited weapon under § 52 WaffG
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH 5th Criminal Senate) modified the lower court's conviction by deleting the charge of possessing a prohibited weapon, leaving the defendant convicted only of armed acquisition of narcotics in a non-small quantity in legal concurrence with the intentional carrying of a prohibited object, while upholding the original one-year and two-month custodial sentence. The dispute centered on whether the simultaneous charges of possession and carrying under § 52 WaffG were valid, given that the defendant exercised control over the weapon (a striking ring) solely outside the protected locations defined by law. The court determined that the lower court’s findings failed to establish that the defendant exercised actual control within his residence, business premises, or peaceful property, a prerequisite for a concurrent possession conviction when the act of carrying occurs elsewhere; consequently, the possession charge lacked factual basis, and the appellate court applied § 354 Abs. 1 StPO to correct the guilty verdict while rejecting the defense's argument that the sentencing would have changed under a correct legal assessment.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO, § 265 StPO; Concurrence between possession and carrying of a prohibited weapon under § 52 WaffG: The dispute centered on whether the simultaneous charges of possession and carrying under § 52 WaffG were valid, given that the defendant exercised control over the weapon (a striking ring) solely outside the protected locations defined by law. The court determined that the lower court’s findings failed to establish that the defendant exercised actual control within his residence, business premises, or peaceful property, a prerequisite for a concurrent possession conviction when the act of carrying occurs elsewhere; consequently, the possession charge lacked factual basis, and the appellate court applied § 354 Abs. 1 StPO to correct the guilty verdict while rejecting the defense's argument that the sentencing would have changed under a correct legal assessment.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertProcedural basis for the dismissal of the remaining part of the revision as unfounded.
Procedural basis for the amendment of the conviction (Schuldspruch) by the appellate court.
Volltext
Waffendelikte: Voraussetzungen der tateinheitlichen Verwirklichung des Führens und des Besitzes einer Waffe
[TENOR]
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Chemnitz vom 5. Februar 2015, soweit es diesen Angeklagten betrifft, dahin geändert, dass der Angeklagte wegen bewaffneten Sichverschaffens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit vorsätzlichem Führen eines verbotenen Gegenstandes verurteilt ist.
Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneten Sichverschaffens von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit Besitz und Führen einer verbotenen Waffe zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Seine hiergegen gerichtete und auf die allgemeine Sachrüge gestützte Revision führt zu der aus der Beschlussformel ersichtlichen Abänderung des Schuldspruchs. Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
Der Generalbundesanwalt hat in seiner Antragsschrift Folgendes ausgeführt:
"Die getroffenen Feststellungen belegen im Übrigen aber lediglich, dass der Angeklagte sich wegen Führens eines verbotenen Gegenstands (des Schlagrings) strafbar gemacht hat; sie tragen jedoch die tateinheitliche Verurteilung wegen Besitzes einer solchen 'Waffe' nicht. Zwar steht das Führen mit Besitz regelmäßig in Tateinheit (vgl. Pauckstadt-Maihold in: Erbs/Kohlhaas, Strafrechtliche Nebengesetze, 180. ErgLfg, WaffG, § 52 Rdn. 95 mwN). Übt der Täter aber - wie hier - die tatsächliche Gewalt über eine Waffe (nur) außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume oder des eigenen befriedeten Besitztums aus, so führt er sie (siehe Anl. 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG Abschnitt 2 Ziffer 4). Eine Verurteilung wegen tateinheitlich verwirklichten Besitzes der Waffe kommt aber nur in Betracht, wenn festgestellt ist, dass der Täter die tatsächliche Gewalt über die Waffe auch innerhalb der bezeichneten Örtlichkeiten ausgeübt hat (vgl. BGHR WaffG § 52 Konkurrenzen 2; BGH, NStZ-RR 2013, 387, 388). Daran fehlt es hier.
Der Strafausspruch kann bestehen bleiben. Der Senat wird ausschließen können, dass das Landgericht bei zutreffender rechtlicher Würdigung auf eine geringere Strafe - deren Zumessung sich im Übrigen im Rahmen des tatrichterlichen Beurteilungsspielraumes hält - erkannt hätte."
Dem stimmt der Senat zu und ändert den Schuldspruch in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO ab. § 265 StPO steht nicht entgegen, weil sich der Angeklagte nicht anders als geschehen hätte verteidigen können.
Sander Dölp König
Bellay Feilcke