Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 StR 22/15 KI-generiert

Suspended aggregate sentence requirement after incorporating prior convictions with significant mitigating factors and dissolution of a previous suspended term

Geschäftsnummer 5 StR 22/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant's revision, overturning the General District Court of Berlin's sentencing order regarding the aggregate prison term and remanding the case for re-adjudication, while upholding the guilty verdict and the individual sentence for the current offense. The dispute centered on whether the imposition of a non-suspendable aggregate prison term of two years and four months was proportionate after incorporating six prior suspended sentences from a separate drug-related conviction and dissolving the previous aggregate sentence. The decisive legal basis involved the requirement under § 54 StGB that courts must explicitly justify why a suspended aggregate sentence is no longer fitting, particularly when the current sexual offense occurred over ten years ago, the prior offenses were related to the defendant's former, now-cessant drug use, and the defendant had no other criminal record, constituting a failure in sentencing discretion and a failure to consider that the new aggregate term did not need to exceed the prior one.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 54 Abs. 1 StGB; Suspended aggregate sentence requirement after incorporating prior convictions with significant mitigating factors and dissolution of a previous suspended term: The dispute centered on whether the imposition of a non-suspendable aggregate prison term of two years and four months was proportionate after incorporating six prior suspended sentences from a separate drug-related conviction and dissolving the previous aggregate sentence. The decisive legal basis involved the requirement under § 54 StGB that courts must explicitly justify why a suspended aggregate sentence is no longer fitting, particularly when the current sexual offense occurred over ten years ago, the prior offenses were related to the defendant's former, now-cessant drug use, and the defendant had no other criminal record, constituting a failure in sentencing discretion and a failure to consider that the new aggregate term did not need to exceed the prior one.

Schlagwörter

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Gesamtstrafenbildung bedingter Strafvollzug Revision des Strafurteils übrige Straftaten Schuldschein Begriff der Entscheidung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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5 StR 298/91
Juli 1991 - 5 StR 298/91, BGHR StGB § 46 Abs.
5 StR 440/91
Mai 1992 - 5 StR 440/91, BGHR StGB § 46 Abs.
5 StR 462/93
August 1993 - 5 StR 462/93, NStZ 1993, 584).
1 StR 348/72
Oktober 1972 - 1 StR 348/72, NJW 1973, 63).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Legal basis for overturning the aggregate sentence part of the judgment and remanding the case for new hearing and decision.

§ 349 Abs. 2 StPO

Legal basis for dismissing the remainder of the revision as inadmissible or unfounded.

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Volltext

Einzelstrafenbemessung unter Berücksichtigung zahlreicher gewichtiger Strafmilderungsgründe: Prüfungs- und Erörterungspflicht bei anschließender Verhängung einer nicht aussetzungsfähigen Gesamtfreiheitsstrafe nach Auflösung einer Gesamtstrafe von 2 Jahren

[TENOR]

Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 8. September 2014 nach § 349 Abs. 4 StPO im Gesamtstrafausspruch aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine allgemeine Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

Die weitergehende Revision wird nach § 349 Abs. 2 StPO verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen sexueller Nötigung unter Einbeziehung der durch Urteil des Amtsgerichts Tiergarten vom 31. März 2014 wegen verschiedener Betäubungsmittelstraftaten verhängten Einzelstrafen (dreimal jeweils ein Jahr und drei Monate, dreimal jeweils neun Monate) und Auflösung der dort gebildeten, zur Bewährung ausgesetzten Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt, von der wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung ein Monat als vollstreckt gilt, und ihn im Übrigen freigesprochen. Das Rechtsmittel des Angeklagten ist zum Schuldspruch und im Ausspruch über die für die Tat verhängte Einzelstrafe (neun Monate Freiheitsstrafe) unbegründet.

Der Gesamtstrafausspruch hat aber keinen Bestand. Das Landgericht hat bei der Bemessung der Einzelstrafe zu Recht eine außergewöhnliche Häufung gewichtiger Strafmilderungsgründe berücksichtigt. Es hat jedoch im Rahmen der Gesamtstrafenbildung (§ 54 Abs. 1 StGB) nicht dargetan, aus welchen Gründen nicht auch eine nach der Strafhöhe aussetzungsfähige Gesamtfreiheitsstrafe noch schuldangemessen gewesen wäre (vgl. BGH, Beschlüsse vom 23. Juli 1991 - 5 StR 298/91, BGHR StGB § 46 Abs. 1 Spezialprävention 3; vom 13. Mai 1992 - 5 StR 440/91, BGHR StGB § 46 Abs. 1 Begründung 18; vom 10. August 1993 - 5 StR 462/93, NStZ 1993, 584). Die verfahrensgegenständliche Sexualstraftat zum Nachteil der früheren Ehefrau des Angeklagten liegt mehr als zehn Jahre zurück. Die dem Urteil des Amtsgerichts Tiergarten zugrundeliegenden Straftaten beging der Angeklagte im Zusammenhang mit seinem eigenen Cannabis-Konsum, den er nach erlittenem Herzinfarkt beendet hat. Im Übrigen ist der Angeklagte unbestraft. Bei dieser Sachlage hätte die Jugendkammer prüfen müssen, ob nicht auch eine aussetzungsfähige Gesamtstrafe hätte verhängt werden können. Das Landgericht war auch nicht aus Rechtsgründen verpflichtet, trotz Einbeziehung einer weiteren Strafe eine höhere Gesamtstrafe als die frühere zu verhängen (vgl. BGH, Urteil vom 3. Oktober 1972 - 1 StR 348/72, NJW 1973, 63).

Der Gesamtstrafausspruch bedarf deshalb erneuter Überprüfung. Da lediglich ein Wertungsfehler vorliegt, können die Feststellungen bestehen bleiben; sie dürfen um ihnen nicht widersprechende ergänzt werden.

Der Senat verweist die Sache an eine allgemeine Strafkammer zurück, da Verfahrensgegenstand nur noch die gegen die erwachsene Geschädigte gerichtete Sexualstraftat ist.

Sander Schneider Dölp

Berger Bellay