Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 StR 20/15 KI-generiert

Admonition requirements for witnesses exercising testimony refusal regarding the use of prior police statements

Geschäftsnummer 1 StR 20/15
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) 1st Criminal Senate rejected the defendant's appeal, upholding the conviction of the Augsburg Regional Court and ordering the defendant to bear the costs of the appeal and the necessary expenses of the co-plaintiff. The case centered on whether a "qualified" judicial admonition was properly administered in the main hearing to witnesses entitled to refuse testimony under § 52(1) Code of Criminal Procedure (StPO), specifically regarding the consequences of permitting the use of their prior police statements. The court determined that the lower court’s admonition satisfied legal requirements, clarifying that such an admonition in the main hearing need only explicitly inform the witness of the consequences of permitting the use of their police statements, and does not require a warning that statements made before an investigative judge may be used without consent, as that specific qualified admonition is the responsibility of the investigative judge under the doctrine established by the BGH's 2nd Criminal Senate.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 52 Abs. 1 StPO, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; Admonition requirements for witnesses exercising testimony refusal regarding the use of prior police statements: The case centered on whether a "qualified" judicial admonition was properly administered in the main hearing to witnesses entitled to refuse testimony under § 52(1) Code of Criminal Procedure (StPO), specifically regarding the consequences of permitting the use of their prior police statements. The court determined that the lower court’s admonition satisfied legal requirements, clarifying that such an admonition in the main hearing need only explicitly inform the witness of the consequences of permitting the use of their police statements, and does not require a warning that statements made before an investigative judge may be used without consent, as that specific qualified admonition is the responsibility of the investigative judge under the doctrine established by the BGH's 2nd Criminal Senate.

Schlagwörter

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Zeugenaussage Strafprozessordnung Rechtslehre Beweisanforderungen informierte Einwilligung Rügeprinzip

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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4 StR 189/99
September 1999 - 4 StR 189/99, BGHSt 45, 203, 208; BGH, Beschlüsse vom 26.
BGHSt 45, 203
September 1999 - 4 StR 189/99, BGHSt 45, 203, 208; BGH, Beschlüsse vom 26.
4 StR 353/06
September 2006 - 4 StR 353/06, NStZ 2007, 352, 353 und vom 13.
2 StR 112/12
Admissibility of Verlesung of Prior Statements by Privileged Witnesses Without Express Waiver Under § 252 StPO
BGHSt 57, 254
Juni 2012 - 2 StR 112/12, BGHSt 57, 254, 256).
2 StR 656/13
Admissibility of judicial witness statements under § 252 StPO requiring qualified instruction on continued evidence value despite later refusal to testify
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for dismissing the appeal as unfounded because the re-examination did not reveal any legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Gestattung der Verwertung der polizeilichen Vernehmung eines zur Zeugnisverweigerung berechtigten Zeugen: Anforderung an eine "qualifizierte" Belehrung in der Hauptverhandlung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Augsburg vom 17. Juli 2014 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Soweit die Revision behauptet, die zur Verweigerung des Zeugnisses gemäß § 52 Abs. 1 StPO berechtigten Zeugen seien anlässlich ihrer Vernehmung vor der Strafkammer vom Vorsitzenden nicht hinreichend darüber belehrt worden, welche Folgen eine Gestattung der Verwertung ihrer polizeilichen Vernehmungen habe, ist ein Rechtsfehler nicht ersichtlich.

Unabhängig von der Frage, ob diese Rügen im Sinne von § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO zulässig ausgeführt sind, sind sie jedenfalls unbegründet, denn die "qualifizierte" Belehrung des Vorsitzenden entsprach den Anforderungen, die von der Rechtsprechung hierfür formuliert worden sind. Danach kann ein zur Zeugnisverweigerung berechtigter Zeuge die Verwertung seiner in einer polizeilichen Vernehmung getätigten Angaben wirksam gestatten, wenn er zuvor über die Folgen des Verzichts ausdrücklich belehrt worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 23. September 1999 - 4 StR 189/99, BGHSt 45, 203, 208; BGH, Beschlüsse vom 26. September 2006 - 4 StR 353/06, NStZ 2007, 352, 353 und vom 13. Juni 2012 - 2 StR 112/12, BGHSt 57, 254, 256).

Anders als die Revision meint, gehört zum Inhalt dieser Belehrung nicht, dass die Angaben des Zeugen vor dem Ermittlungsrichter auch ohne seine Zustimmung in der Hauptverhandlung verwertet werden können; eine solche "qualifizierte" Belehrung soll nach Auffassung des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofs durch den Ermittlungsrichter bei der Vernehmung eines zur Zeugnisverweigerung berechtigten Zeugen erfolgen, damit diese Angaben trotz späterer Zeugnisverweigerung in der Hauptverhandlung verwertet werden können (vgl. BGH, Anfragebeschluss vom 4. Juni 2014 - 2 StR 656/13, NStZ 2014, 596; abweichend hierzu BGH, Beschlüsse vom 16. Dezember 2014 - 4 ARs 21/14, NStZ-RR 2015, 48, vom 8. Januar 2015 - 3 ARs 20/14 und vom 14. Januar 2015 - 1 ARs 21/14). In der Hauptverhandlung muss hingegen der dann das Zeugnis verweigernde Zeuge lediglich ausdrücklich darauf hingewiesen werden, welche Konsequenzen die Gestattung der Verwertung seiner früheren vor der Polizei getätigten Angaben hat (vgl. auch BGH, Beschluss vom 4. Juni 2014 - 2 StR 656/13, NStZ 2014, 596, 598). Dies ist vorliegend in vollem Umfang geschehen.

Rothfuß Graf Jäger

Cirener Mosbacher