Validity of temporary agency contracts following the invalidity of inferior working conditions clauses under § 9 No. 2 AÜG
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's complaint against the non-admission of revision, upholding the decision of the Higher Regional Court of Hamburg and ordering the defendant to bear the costs of the proceedings. The dispute concerned whether service and placement contracts were void under § 134 BGB due to an alleged circumvention of § 9 No. 2 of the German Temporary Agency Work Act (AÜG) in a case involving temporary employment. The court ruled that such contracts are valid and classified as temporary agency and employment contracts, not void for circumvention; while individual clauses granting temporary workers conditions inferior to comparable direct employees may be void under § 9 No. 2 AÜG, this does not render the overarching agency contracts themselves void. The court noted that the temporary worker is protected by the right to claim equivalent pay under § 10 No. 4 AÜG, rendering further evidence on the facts of temporary employment non-essential for the outcome.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 97 Abs. 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 134 BGB; Validity of temporary agency contracts following the invalidity of inferior working conditions clauses under § 9 No. 2 AÜG: The dispute concerned whether service and placement contracts were void under § 134 BGB due to an alleged circumvention of § 9 No. 2 of the German Temporary Agency Work Act (AÜG) in a case involving temporary employment. The court ruled that such contracts are valid and classified as temporary agency and employment contracts, not void for circumvention; while individual clauses granting temporary workers conditions inferior to comparable direct employees may be void under § 9 No. 2 AÜG, this does not render the overarching agency contracts themselves void. The court noted that the temporary worker is protected by the right to claim equivalent pay under § 10 No. 4 AÜG, rendering further evidence on the facts of temporary employment non-essential for the outcome.
Schlagwörter
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KI-generiertProvision cited in the dispositive to impose the costs of the complaint proceedings on the losing party.
Volltext
Arbeitnehmerüberlassung: Wirksamkeit von Arbeitnehmerüberlassungsverträgen bei unwirksamen Leiharbeitsverträgen
[TENOR]
Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 13. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg vom 24. März 2014 - 13 U 81/12 - wird zurückgewiesen.
Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 185.297,85 €
[GRUENDE]
Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
Im Fall einer - von der Beklagten unter Beweis gestellten - Arbeitnehmerüberlassung sind die geschlossenen Dienst- und Vermittlungsverträge nicht wegen Umgehung von § 9 Nr. 2 AÜG nach § 134 BGB nichtig. Sie sind dann vielmehr nach ihrem Inhalt und ihrer tatsächlichen Durchführung als Leiharbeits- und Arbeitnehmerüberlassungsverträge einzuordnen. Als solche sind sie wirksam. Zwar mögen Vereinbarungen zwischen der Schuldnerin und den - im Fall der Arbeitnehmerüberlassung als Leiharbeitnehmer zu qualifizierenden - "Auftragnehmern" nach § 9 Nr. 2 AÜG unwirksam sein, wenn sie für den Leiharbeitnehmer - wie von der Beklagten vorgetragen - schlechtere als die im Betrieb der Beklagten als Entleiherin für einen vergleichbaren Arbeitnehmer der Beklagten geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Entgelts vorsehen. Eine solche Unwirksamkeit hätte jedoch nicht die Unwirksamkeit der zwischen der Schuldnerin und der Beklagten geschlossenen Arbeitnehmerüberlassungsverträge zur Folge. Letztere wird - insofern anders als in § 9 Nr. 1 AÜG - vom Gesetz nicht ausdrücklich angeordnet. Sie ist auch nicht zum Schutz des Leiharbeitnehmers erforderlich. Seinem Interesse wird vielmehr dadurch Rechnung getragen, dass er nach § 10 Abs. 4 AÜG für den Fall der Unwirksamkeit der Vereinbarung mit dem Verleiher nach § 9 Nr. 2 AÜG von diesem die Gewährung der im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts verlangen kann.
Die von der Beschwerde gerügte unterlassene weitere Beweiserhebung durch das Berufungsgericht zu den eine Arbeitnehmerüberlassung begründenden Tatsachen ist somit nicht entscheidungserheblich.
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Schlick Wöstmann Seiters
Remmert Reiter