Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
26 W (pat) 47/12 KI-generiert

Valuation of subject matter value in trade mark deletion proceedings for bad faith registrations: application of the EUR 50,000 standard value for unused marks

Geschäftsnummer 26 W (pat) 47/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Patent Court’s 26th Senate set the subject matter value of the appeal proceedings at EUR 50,000, thereby rejecting any implicit argument for a higher valuation and leaving the prior substantive order—ordering the deletion of the contested trade mark and imposing costs on the respondent—in full force. The dispute concerned an appeal against the Trademark Office’s decision to delete a registered mark pursuant to Sections 50 and 54 of the German Trade Mark Act, based on the applicant's assertion that the opponent had filed the registration in bad faith under Section 8(2) No. 10 of the Trade Mark Act. In determining the subject matter value for fee calculation purposes under Sections 33(1), 23(2) sentence 1, and 23(3) sentence 2 of the Federal Lawyers' Fees Act, the court applied the standard for non-used marks, holding that the default value of EUR 50,000 applies when the opponent fails to substantiate significant commercial use of the mark or demonstrate a substantial impairment of competition that would justify a higher valuation.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 8 Abs. 2 Nr. 10 MarkenG, § 50 MarkenG, §§ 33 Abs. 1, 23 Abs. 2 S. 1 und Abs. 3 S. 2 RVG; Valuation of subject matter value in trade mark deletion proceedings for bad faith registrations: application of the EUR 50,000 standard value for unused marks: The dispute concerned an appeal against the Trademark Office’s decision to delete a registered mark pursuant to Sections 50 and 54 of the German Trade Mark Act, based on the applicant's assertion that the opponent had filed the registration in bad faith under Section 8(2) No. 10 of the Trade Mark Act. In determining the subject matter value for fee calculation purposes under Sections 33(1), 23(2) sentence 1, and 23(3) sentence 2 of the Federal Lawyers' Fees Act, the court applied the standard for non-used marks, holding that the default value of EUR 50,000 applies when the opponent fails to substantiate significant commercial use of the mark or demonstrate a substantial impairment of competition that would justify a higher valuation.

Schlagwörter

KI-generiert
Markenregister Streitwert Handelssache Nichtgebrauch der Marke böser Glaube Vorbenutzung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§§ 33 Abs. 1, 23 Abs. 2 S. 1 und Abs. 3 S. 2 RVG

These provisions establish the legal basis for determining the subject matter value (Gegenstandswert) of the appeal proceedings for fee calculation purposes.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Markenbeschwerdeverfahren – zur Festsetzung des Gegenstandswertes im Löschungsverfahren wegen Bösgläubigkeit bei der Markenanmeldung – zum Regelgegenstandswert

[TENOR]

In der Beschwerdesache

…

betreffend die Marke …

hat der 26. Senat (Marken-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts in der Sitzung vom 16. April 2014 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Dr. Fuchs-Wissemann sowie der Richter Reker und Dr. Himmelmann

beschlossen:

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 50.000 EUR festgesetzt.

[GRUENDE]

I

Die Antragstellerin hat beim Deutschen Patent- und Markenamt die Löschung der für den Antragsgegner eingetragenen Marke … gemäß §§ 50, 54 MarkenG beantragt, weil der Antragsgegner bei der Anmeldung der Marke bösgläubig gewesen sei (§ 8 Abs. 2 Nr. 10 MarkenG). Der Antragsgegner hat der Löschung seiner Marke widersprochen. Die Markenabteilung 3.4 des Deutschen Patent- und Markenamts hat antragsgemäß die Löschung der angegriffenen Marke beschlossen und dem Antragsgegner die Kosten des Verfahrens auferlegt. Die gegen den Beschluss der Markenabteilung eingelegte Beschwerde des Antragsgegners hat der Senat mit dem den Beteiligten an Verkündungs Statt zugestellten Beschluss vom 30. Oktober 2013 zurückgewiesen und dem Antragsgegner zugleich die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegt.

Die Antragstellerin beantragt nunmehr,

den Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens auf 50.000 EUR festzusetzen.

Der Antragsgegner hat mitgeteilt, dass keine Einwände gegen die Kostenfestsetzung bestehen.

II

Der Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts ist zulässig und führt zur Festsetzung in der beantragten Höhe.

In markenrechtlichen Verfahren vor dem Bundespatentgericht ist der für die Berechnung der Anwaltsgebühren maßgebliche Gegenstandswert gemäß §§ 33 Abs. 1, 23 Abs. 2 S. 1 und Abs. 3 S. 2 RVG nach billigem Ermessen zu bestimmen. Bei markenrechtlichen Löschungsverfahren gemäß § 50 MarkenG ist dabei nicht auf das Interesse des Löschungsantragstellers, sondern wegen des Popularcharakters des Löschungsantrags auf das Interesse der Allgemeinheit an der Löschung der Marke abzustellen (BPatGE 41, 100, 101 – COTTO). Je umfangreicher die mit dem Löschungsantrag angegriffene Marke benutzt worden ist und je weiter der vom Markenschutz umfasste Bereich der Waren und/oder Dienstleistungen ist, desto höher ist das von der Marke ausgehende Behinderungspotential und damit der Gegenstandswert des Löschungsverfahrens zu bewerten. Dies gilt auch für bösgläubige Anmeldungen, wobei im Falle der Bösgläubigkeit nicht nur auf die Benutzung der Marke, sondern vor allem auf das Interesse der Allgemeinheit an der Beseitigung der von der Rechtsordnung missbilligten Beeinträchtigung des Wettbewerbs abzustellen ist (BPatG PAVIS PROMA 27 W (pat) 68/02 – alphajet).

Bei unbenutzten Marken ist unter Berücksichtigung der Kritik des Bundesgerichtshofs an der Festsetzung zu niedriger Gegenstandswerte durch das Bundespatentgericht (BGH GRUR 2006, 704 - Markenwert) ein Regelwert von nunmehr 50.000,- €, bei benutzten Marken ein höherer Wert gerechtfertigt (BPatG, GRUR 2007, 176 - Festsetzung des Gegenstandswerts; BPatG PAVIS PROMA, 27 W (pat) 57/07 – MAUI SPORTS; 26 W (pat) 002/10 – Erblüh Tee; 33 W (pat) 138/09 – DEVO; 29 W (pat) 39/09 – Andernacher Geysir; a. A.: 28 W (pat) 95/10).

Im vorliegenden Löschungsverfahren hat der Antragsgegner eine Benutzung der angegriffenen Marke in nennenswertem Umfang weder glaubhaft gemacht noch überhaupt dargelegt. Daher ist auch eine wesentliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch die angegriffene Marke, die Voraussetzung für eine über den Regelwert hinausgehende Festsetzung eines erhöhten Gegenstandswerts wäre, nicht feststellbar, so dass der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens – wie beantragt – auf den Regelwert von 50.000 EUR festzusetzen war.