Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IV ZA 22/14 KI-generiert

Validity of loan termination by heir community majority as proper estate administration under §§ 2038, 2040 BGB

Geschäftsnummer IV ZA 22/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Civil Senate (4th Civil Senate) dismissed the defendant's application for legal aid, thereby leaving the appellate court's judgment in favor of the plaintiff (the heir community) in force. The dispute concerned the validity of a loan termination declared by a majority of co-heirs where one dissenting co-heir did not participate in the decision, raising the question of whether such a termination, as a legal act, required unanimous consent under inheritance law. The court ruled that the termination was valid, holding that while terminating a contract constitutes a disposition requiring majority consent under § 2040 para. 1 BGB, the majority's power is affirmed when the action qualifies as a measure of proper estate administration under § 2038 para. 1 sentence 2 clause 1 BGB, a provision that prevails over § 2040 BGB in the context of exercising modification rights within an existing contractual relationship.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 114 ZPO, § 2040 Abs. 1 BGB, § 2038 BGB, § 2040 BGB; Validity of loan termination by heir community majority as proper estate administration under §§ 2038, 2040 BGB: The dispute concerned the validity of a loan termination declared by a majority of co-heirs where one dissenting co-heir did not participate in the decision, raising the question of whether such a termination, as a legal act, required unanimous consent under inheritance law. The court ruled that the termination was valid, holding that while terminating a contract constitutes a disposition requiring majority consent under § 2040 para. 1 BGB, the majority's power is affirmed when the action qualifies as a measure of proper estate administration under § 2038 para. 1 sentence 2 clause 1 BGB, a provision that prevails over § 2040 BGB in the context of exercising modification rights within an existing contractual relationship.

Schlagwörter

KI-generiert
Erbenrechte Gültigkeit des Vertrages Zivilurteil Abberufung des Willensvollstreckers Öffentliche Verträge unentgeltliche Rechtspflege

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
XII ZR 210/05
November 2009 - XII ZR 210/05, BGHZ 183, 131 Rn.
BGHZ 183, 131
November 2009 - XII ZR 210/05, BGHZ 183, 131 Rn.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 114 ZPO

Ground for dismissing the application for legal aid due to insufficient prospect of success.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Erbengemeinschaft: Wirksamkeit der Kündigung eines Darlehens durch Mehrheitsentscheidung der Miterben

[TENOR]

Der Antrag des Beklagten auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die beabsichtigte Rechtsverfolgung des Beklagten bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 ZPO). Gründe, die eine Zulassung der Revision gebieten, liegen nicht vor. Revisionsfehlerfrei hat das Berufungsgericht zunächst angenommen, dass zwischen der Erblasserin und dem Beklagten ein Darlehensvertrag zustande gekommen und ein Erlassvertrag über den restlichen Darlehensrückzahlungsanspruch nicht geschlossen worden ist.

Der Wirksamkeit der vom Kläger und einem weiteren Miterben erklärten Kündigung des Darlehensvertrages steht ferner nicht entgegen, dass ein dritter Miterbe an der Kündigung nicht mitgewirkt hat. Zwar stellt die Kündigung eines Vertrages eine Verfügung i.S. von § 2040 Abs. 1 BGB dar. Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat aber bereits entschieden, dass Erben ein Mietverhältnis über eine zum Nachlass gehörende Sache mit Stimmenmehrheit kündigen können, wenn sich die Kündigung als Maßnahme ordnungsgemäßer Nachlassverwaltung gemäß § 2038 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 BGB darstellt (Urteil vom 11.

November 2009 - XII ZR 210/05, BGHZ 183, 131 Rn. 26-31). Das neuere Schrifttum geht ebenfalls vielfach von einem Vorrang des § 2038 BGB in seinem Anwendungsbereich gegenüber § 2040 BGB aus (vgl. etwa Soergel/Wolf, BGB 13. Aufl. § 2038 Rn. 5; Palandt/Weidlich, BGB 73. Aufl. § 2038 Rn. 5; Leipold, Erbrecht 20. Aufl., Rn. 736, 736a; so wohl auch Bamberger/Lohmann, BGB 3. Aufl. § 2040 Rn. 2; FA-Komm-Erbrecht/Tschichoflos, 4. Aufl. § 2038 Rn. 9; Brox/Walker, Erbrecht 26. Aufl. Rn. 507; PWW-Zimmer, BGB 9. Aufl. § 2038 Rn.9, 9a; anders Staudinger/Werner, BGB (2010) § 2038 Rn. 6, 40 f.;

MünchKomm-BGB/Gergen, 6. Aufl. § 2038 Rn. 29, 53; Schütte in jurisPK-BGB, Bd. 5, 7. Aufl. 2014 § 2040 Rn. 15-21). Auch nach Auffassung des Senats ist jedenfalls in Fällen der Ausübung von Gestaltungsrechten im Rahmen eines bestehenden Vertragsverhältnisses eine Mehrheitsentscheidung der Erbengemeinschaft im Rahmen eines Verfügungsgeschäfts gemäß § 2040 Abs. 1 BGB zulässig, wenn es sich um eine Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung nach § 2038 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 BGB handelt. Das Berufungsgericht hat revisionsfehlerfrei entschieden, dass sich die hier ausgesprochene Kündigung gegenüber dem Beklagten als Maßnahme ordnungsgemäßer Verwaltung darstellt.

Mayen Wendt Felsch

Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski