State liability under EU law: necessity of preliminary reference for determining a sufficiently serious breach of Union law
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Bundesgerichtshof dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the Hanseatisches Oberlandesgericht Bremen's decision in favor of the defendant state. The dispute concerned a claim for state liability under EU law based on the issuance of administrative notices that objectively violated Union law, with the plaintiff arguing that the matter required a preliminary reference to the Court of Justice of the European Union to determine if the state had committed a sufficiently serious breach. The court held that a preliminary reference under Article 267(2), 3 TFEU was unnecessary because the objective illegality was undisputed and the assessment of whether a breach was sufficiently serious to establish a right to damages falls within the discretionary powers of national courts. Consequently, the BGH applied its established jurisprudence, noting that no new legal aspects emerged from a conflicting lower court judgment or a criminal law preliminary ruling, and ruled that the plaintiff must bear the costs of the proceedings.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 544 Abs. 2 ZPO, § 284 Abs. 1 StGB, § 97 Abs. 1 ZPO, § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO; State liability under EU law: necessity of preliminary reference for determining a sufficiently serious breach of Union law: The dispute concerned a claim for state liability under EU law based on the issuance of administrative notices that objectively violated Union law, with the plaintiff arguing that the matter required a preliminary reference to the Court of Justice of the European Union to determine if the state had committed a sufficiently serious breach. The court held that a preliminary reference under Article 267(2), 3 TFEU was unnecessary because the objective illegality was undisputed and the assessment of whether a breach was sufficiently serious to establish a right to damages falls within the discretionary powers of national courts. Consequently, the BGH applied its established jurisprudence, noting that no new legal aspects emerged from a conflicting lower court judgment or a criminal law preliminary ruling, and ruled that the plaintiff must bear the costs of the proceedings.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the dispositive to establish that the submitted judgment was admitted after the expiry of the justification deadline, affecting the procedural assessment of the complaint.
Procedural basis cited in the dispositive for omitting a further substantive explanation of the dismissal.
Basis cited in the dispositive for the allocation of the costs of the complaint proceedings to the plaintiff.
Volltext
Vorlagepflicht an den Europäischen Gerichtshof: Vorliegen eines hinreichend qualifizierten Verstoß des Staates gegen Gemeinschaftsrecht
[TENOR]
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 1. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen vom 13. Februar 2013 - 1 U 6/08 - wird zurückgewiesen.
Ein Revisionszulassungsgrund gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO lässt sich der Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde nicht entnehmen. Insbesondere ist entgegen der Auffassung der Beschwerde ein Revisionsverfahren nicht notwendig, weil eine Vorlage der Sache an den Gerichtshof der Europäischen Union nach Art. 267 Abs. 2, 3 AEUV geboten ist. Dies ist ebenso entbehrlich wie in den Verfahren III ZR 197/11 (Senatsurteil vom 18. Oktober 2012 - NJW 2013, 168), III ZR 196/11 (Senatsurteil vom selben Tag - BeckRS 2012, 22332) und III ZR 87/12 (Senatsbeschluss vom 28. Februar 2013 - juris). Die objektive Unionsrechtswidrigkeit der in Rede stehenden Bescheide ist nicht umstritten. Es kann daher in europarechtlicher Hinsicht nur um die Frage gehen, ob ein hinreichend qualifizierter Verstoß der Beklagten vorliegt, der einen unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruch begründet. Dies zu beurteilen, ist aber grundsätzlich Sache der nationalen Gerichte, wie der Senat in seinen Urteilen vom 18. Oktober 2012 (aaO jew. Rn. 38) ausgeführt hat. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 7. Januar 2014 (1 BvR 2571/12 und 1 BvR 2622/12) die in diesen Senatsentscheidungen insoweit angestellten Erwägungen ausdrücklich nicht beanstandet und auch in der Sache III ZR 87/12 die Verfassungsbeschwerde - ohne Begründung - nicht angenommen. Neue Aspekte sind nicht ersichtlich, auch wenn die Beschwerde die Rechtsprechung des Senats in Zweifel zieht. Nichts anderes folgt aus dem von der Beschwerde - ohnedies nach Ablauf der Begründungsfrist gemäß § 544 Abs. 2 ZPO - eingereichten Urteil des Landgerichts Landshut vom 21. Juni 2013. Dieses hat zwar in einem gleichgelagerten Fall abweichend von der Entscheidung des Senats einen hinreichend qualifizierten Verstoß des Freistaats Bayern bejaht, dabei jedoch lediglich von seinem dem nationalen Richter vorbehaltenen Beurteilungsspielraum Gebrauch gemacht. Eine abweichende Meinung zur Auslegung des Unionsrechts, die möglicherweise das Vorliegen eines „acte-clair" in Zweifel stellen könnte, hat es damit nicht geäußert. Der von der Beschwerde in einer Strafsache wegen unerlaubter Veranstaltung eines Glücksspiels gemäß § 284 Abs. 1 StGB) ergangene Vorlagebeschluss des Amtsgerichts Sonthofen befasst sich mit der Frage eines hinreichend qualifizierten Verstoßes im Sinne des unionsrechtlichen Staatshaftungsanspruchs nicht und ist daher für das vorliegende Verfahren irrelevant.
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.
Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).
Streitwert: 5.920.039,21 €
Schlick Herrmann Hucke
Tombrink Remmert