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1 StR 286/14 KI-generiert

Tax evasion and wage embezzlement: partial discontinuance of proceedings due to lack of damage findings despite partial legal finality

Geschäftsnummer 1 StR 286/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage geteilt

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially dismissed the defendant's revision, ordering the discontinuance of proceedings in three specific cases and modifying the conviction to 51 counts of tax evasion and 13 counts of embezzlement of wages, while rejecting further challenges and leaving the total sentence unchanged. The dispute arose from a second-instance trial for tax evasion and wage embezzlement, where the defendant challenged the prior judgment, and the court found that three specific counts lacked necessary factual findings regarding damages, rendering the conviction unsupported by evidence. Deciding under § 154 Abs. 2 StPO, the court determined that the procedural discontinuance was indicated due to the absence of concrete damage findings and was not barred by the partial legal finality from a previous appellate decision; because no individual sentences were imposed for the discontinued cases, the court inferred the trial court would have set a more lenient aggregate sentence had those counts been excluded, thus leaving the originally imposed total sentence intact.

Legislator-Regeste

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§ 154 Abs. 2 StPO, § 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO; Tax evasion and wage embezzlement: partial discontinuance of proceedings due to lack of damage findings despite partial legal finality: The dispute arose from a second-instance trial for tax evasion and wage embezzlement, where the defendant challenged the prior judgment, and the court found that three specific counts lacked necessary factual findings regarding damages, rendering the conviction unsupported by evidence. Deciding under § 154 Abs. 2 StPO, the court determined that the procedural discontinuance was indicated due to the absence of concrete damage findings and was not barred by the partial legal finality from a previous appellate decision; because no individual sentences were imposed for the discontinued cases, the court inferred the trial court would have set a more lenient aggregate sentence had those counts been excluded, thus leaving the originally imposed total sentence intact.

Schlagwörter

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Steuerhinterziehungsverfahren Sachbeschädigung Revision eines Entscheids Fall des Ausschlusses Strafzumessung prozessleitende Verfügungen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 154 Abs. 2 StPO

Procedural basis for the partial discontinuance of the proceedings in specific cases due to a lack of concrete factual findings supporting the conviction.

§ 349 Abs. 4 StPO

Provision governing the partial success of the revision, resulting in a modified conviction and discontinuance for the successful portion of the appeal.

§ 349 Abs. 2 StPO

Ground for dismissing the remainder of the revision as unfounded, leading to the rejection of the further appeals.

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Volltext

Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung: Einstellung des Verfahrens trotz teilrechtskräftiger Verurteilung

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Essen vom 24. Januar 2014 wird

a) das Verfahren in den Fällen Nr. 21, 50 und 80 der Urteilsgründe (die Nummerierung der Fälle folgt jeweils der Nummerierung der Anklageschrift) gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt; im Umfang der Einstellung fallen die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse zur Last;

b) das vorgenannte Urteil im Schuldspruch dahin geändert, dass der Angeklagte der Steuerhinterziehung in 51 Fällen sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 13 Fällen schuldig ist.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Der Angeklagte hat die verbleibenden Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Nachdem der Senat mit Beschluss vom 6. Februar 2013 das Urteil des Landgerichts vom 9. Mai 2012 wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt in 14 Fällen und wegen Steuerhinterziehung in 53 Fällen zwar im Schuldspruch bestätigt, jedoch im Gesamtstrafausspruch sowie mit Ausnahme der Fälle 40 bis 44 der Urteilsgründe im Einzelstrafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben hatte (BGH wistra 2013, 277), hat das Landgericht den Angeklagten im zweiten Rechtsgang zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Von der ursprünglichen Aufhebung ausgenommen waren die Feststellungen zu von dem Angeklagten erstellten näher bezeichneten Ausgangsrechnungen.

Die Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung formellen und materiellen Rechts rügt, führt auf Antrag des Generalbundesanwalts zur teilweisen Einstellung des Verfahrens und hat insoweit den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.

I. Der Senat hat das Verfahren auf Antrag des Generalbundesanwalts vom 23. September 2014 aus prozessökonomischen Gründen in den Fällen 21, 50 und 80 der Urteilsgründe gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt und den Schuldspruch entsprechend abgeändert.

Die in jeder Lage des Verfahrens (§ 154 Abs. 2 StPO) mögliche Einstellung des Verfahrens ist vorliegend angezeigt, weil in diesen Fällen mangels konkreter Feststellungen zu Schäden (UA S. 69 f.) der Schuldspruch von den Feststellungen nicht getragen wird. Der Einstellung des Verfahrens steht die aufgrund des Senatsbeschlusses vom 6. Februar 2013 eingetretene Teilrechtskraft, worauf der Generalbundesanwalt zutreffend hinweist (vgl. auch Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 57. Aufl., § 154 Rn. 19 mwN), nicht entgegen.

II. Die Teileinstellung des Verfahrens lässt den Ausspruch über die Gesamtfreiheitsstrafe unberührt. Der Senat schließt in Übereinstimmung mit dem Generalbundesanwalt im Hinblick darauf, dass in den vorgenannten Fällen keine Einzelstrafen verhängt wurden, aus, dass das Landgericht auf eine mildere Gesamtstrafe erkannt hätte.

III. Die Überprüfung des Urteils im Übrigen hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).

Raum Graf Jäger

Radtke Fischer