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1 StR 70/14 KI-generiert

Arson prosecution: Limits of § 154a StPO restriction on sentencing consideration of excluded factual elements

Geschäftsnummer 1 StR 70/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant’s revision, restricting criminal prosecution to the arson of eight buses under § 306(1) No. 4 StGB, modifying the conviction accordingly, and remanding the case to a different panel of the Regional Court Schwerin for new sentencing and a decision on costs, while dismissing the remainder of the appeal. The dispute centered on whether the defendant could be convicted for arson under both § 306(1) No. 1 (destroying a building) and No. 4 (vehicles) StGB after the lower court had found him liable for destroying eight buses and an associated carport. The decisive legal basis was § 154a(1) No. 1, (2) StPO, which permitted the limitation of prosecution due to a procedural defect under § 265(1) StPO—specifically the failure to notify the defendant of the potential charge regarding the carport—and established that while the charge for the building must be dropped, the related factual findings on the carport’s damage remain admissible for sentencing purposes.

Legislator-Regeste

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§ 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB, § 265 Abs. 1 StPO, § 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 349 Abs. 2 StPO, § 154a StPO, § 154a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StPO; Arson prosecution: Limits of § 154a StPO restriction on sentencing consideration of excluded factual elements: 4 StGB, modifying the conviction accordingly, and remanding the case to a different panel of the Regional Court Schwerin for new sentencing and a decision on costs, while dismissing the remainder of the appeal. The dispute centered on whether the defendant could be convicted for arson under both § 306(1) No. 1 (destroying a building) and No. 4 (vehicles) StGB after the lower court had found him liable for destroying eight buses and an associated carport. The decisive legal basis was § 154a(1) No. 1, (2) StPO, which permitted the limitation of prosecution due to a procedural defect under § 265(1) StPO—specifically the failure to notify the defendant of the potential charge regarding the carport—and established that while the charge for the building must be dropped, the related factual findings on the carport’s damage remain admissible for sentencing purposes.

Schlagwörter

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Brandstiftung Strafverfolgung Verfahrensbeschränkungen Revision des Strafurteils Fall des Ausschlusses E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 709/84
Februar 1985 - 1 StR 709/84, wistra 1985, 153 mwN).
1 StR 292/03
September 2003 - 1 StR 292/03, NStZ 2004, 277, und Urteil vom 13.
1 StR 157/10
Aggravating sentencing impact of excluded property damage under § 154a StPO and evidentiary basis for procedural warnings
4 StR 287/93
Juni 1993 - 4 StR 287/93, BGHR StPO § 154a Kostenentscheidung 1, und vom 3.
4 StR 428/98
November 1998 - 4 StR 428/98).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 154a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StPO

Legal basis cited in the dispositive for restricting the criminal prosecution to a specific part of the charged offenses.

§ 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB

Substantive legal basis cited in the dispositive for the modified conviction of the defendant for arson of vehicles.

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Volltext

Strafverfahren wegen Brandstiftung: Berücksichtigung von durch Verfahrenseinstellung ausgeschiedener Straftatteile

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin vom 24. Mai 2013 wird

a) die Verfolgung, soweit das Verfahren den Angeklagten betrifft, gemäß § 154a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StPO auf den Vorwurf der Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB beschränkt;

b) das vorbezeichnete Urteil

aa) im Schuldspruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte wegen Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB schuldig ist,

bb) im Strafausspruch aufgehoben.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer zurückverwiesen.

3. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr.1 und Nr. 4 StGB - durch die acht Busse und eine Unterstellhalle (Carport) vollständig zerstört wurden (UA S. 17, 63) - zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel hat in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang Erfolg.

1. Im Hinblick auf die zulässig erhobene Verfahrensrüge, der Angeklagte sei weder in der Anklageschrift noch - entgegen § 265 Abs. 1 StPO - in der Hauptverhandlung darauf hingewiesen worden, dass hinsichtlich der abgebrannten Unterstellhalle eine Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB in Betracht komme, beschränkt der Senat die Strafverfolgung gemäß § 154a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 StPO mit Zustimmung des Generalbundesanwalts auf die Verfolgung der Verletzung des § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB hinsichtlich der zerstörten Busse.

2. Soweit der Angeklagte im Hinblick auf die acht abgebrannten Busse wegen Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB verurteilt worden ist, hat die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).

3. Die Beschränkung der Strafverfolgung hat den Wegfall der Verurteilung wegen Brandstiftung gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB zur Folge. Dies zieht hier die Aufhebung des Strafausspruchs nach sich. Der Senat kann letztlich nicht ausschließen, dass das Landgericht eine niedrigere Freiheitsstrafe verhängt hätte, wenn es den Angeklagten nur gemäß § 306 Abs. 1 Nr. 4 StGB und nicht auch wegen Zerstörung eines Gebäudes im Sinne von § 306 Abs. 1 Nr. 1 StGB verurteilt hätte.

4. Einer Aufhebung von Feststellungen zum Strafausspruch bedarf es nicht, da diese rechtsfehlerfrei getroffen worden sind. Das neue Tatgericht darf zur Strafzumessung weitere Feststellungen treffen, die mit den bisherigen nicht im Widerspruch stehen.

5. Für die neue Hauptverhandlung weist der Senat darauf hin, dass die Feststellungen zu der infolge der Brandstiftung bezüglich der Busse abgebrannten Unterstellhalle und zu deren Wert im Rahmen der neu vorzunehmenden Strafzumessung berücksichtigt werden dürfen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs führt die vorgenommene Ausscheidung von Verfahrensstoff gemäß § 154a StPO nicht dazu, dass die mit ihm zusammenhängenden Tatsachen nicht (mehr) anhängig sind, deshalb aus der richterlichen Kognition ausscheiden und aus diesem Grund für die Urteilsfindung außer Betracht bleiben müssten; vielmehr ist das Tatgericht nicht gehindert, auch solchen Tatsachenstoff zu berücksichtigen, wenn er zumindest mittelbar für die Beurteilung von Tat oder Täter von Bedeutung ist (vgl. nur BGH, Urteil vom 13. Februar 1985 - 1 StR 709/84, wistra 1985, 153 mwN). Dies ist hier hinsichtlich des an der Unterstellhalle verursachten Brandschadens der Fall.

Dieser Hinweis ergeht, damit nicht das Vertrauen des Angeklagten erweckt wird, die Zerstörung der Unterstellhalle könne nicht mehr im Rahmen der Strafzumessung zu seinem Nachteil verwertet werden (zum Erfordernis eines Hinweises vgl. BGH, Beschluss vom 23. September 2003 - 1 StR 292/03, NStZ 2004, 277, und Urteil vom 13. Februar 1985 - 1 StR 709/84, wistra 1985, 153; vgl. auch BGH, Beschluss vom 29. Juni 2010 - 1 StR 157/10, wistra 2010, 409).

6. Für eine Kosten- und Auslagenentscheidung hinsichtlich der Verfolgungsbeschränkung ist hier kein Raum (vgl. BGH, Beschlüsse vom 15. Juni 1993 - 4 StR 287/93, BGHR StPO § 154a Kostenentscheidung 1, und vom 3. November 1998 - 4 StR 428/98).

Raum Graf Jäger

Mosbacher Fischer