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1 StR 39/14 KI-generiert

Admissibility of foreign interception protocols via legal assistance and exclusion of pending foreign sentences from German sentencing

Geschäftsnummer 1 StR 39/14
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal, upholding the lower court's conviction and sentencing, and ordered the defendant to bear the costs of the appeal. The dispute concerned the admissibility of telephone interception protocols obtained in Hungary and transferred via legal assistance, as well as the sentencing calculation involving pending Hungarian convictions. The court held that German courts are not required to comprehensively review the domestic lawfulness of evidence-gathering measures in the requested state, nor apply a restricted standard of review, because no specific bilateral legal assistance provisions between Germany and Hungary required such a check for interception protocols; the admissibility of foreign evidence is governed by the law of the requesting state unless international law or fundamental rights were violated, which was not evident here. Furthermore, the court affirmed that the pending Hungarian sentences, which had not yet become final at the time of the German judgment, were correctly excluded from the sentencing consideration under Article 3(5) of Framework Decision 2008/675/JI.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Admissibility of foreign interception protocols via legal assistance and exclusion of pending foreign sentences from German sentencing: The dispute concerned the admissibility of telephone interception protocols obtained in Hungary and transferred via legal assistance, as well as the sentencing calculation involving pending Hungarian convictions. The court held that German courts are not required to comprehensively review the domestic lawfulness of evidence-gathering measures in the requested state, nor apply a restricted standard of review, because no specific bilateral legal assistance provisions between Germany and Hungary required such a check for interception protocols; the admissibility of foreign evidence is governed by the law of the requesting state unless international law or fundamental rights were violated, which was not evident here. Furthermore, the court affirmed that the pending Hungarian sentences, which had not yet become final at the time of the German judgment, were correctly excluded from the sentencing consideration under Article 3(5) of Framework Decision 2008/675/JI.

Schlagwörter

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Fremdes Recht Strafzumessung E-Justice Rahmenbeschluss Fernhaltemassnahme einzelne Grundrechte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 310/12
Admissibility of EU cross-border telecommunications evidence: Limited review of foreign judicial orders and application of domestic law to legal assistance requirements
BGHSt 58, 32
3 StR 11/87
April 1987 - 3 StR 11/87, BGHSt 34, 334, 343 f.; s.a.
BGHSt 34, 334
April 1987 - 3 StR 11/87, BGHSt 34, 334, 343 f.; s.a.
5 ARs 3/09
März 2009 - 5 ARs 3/09; Urteil vom 10.
2 StR 386/08
Juni 2009 - 2 StR 386/08 mwN) im Ergebnis zu Recht unberücksichtigt gelassen.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for the decision, cited in the dispositive to justify the dismissal of the appeal as unfounded.

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Volltext

Beweiswürdigung in Strafsachen: Verwertbarkeit der von einem ausländischen Staat im Wege der Rechtshilfe überlassenen Abhörprotokolle

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Traunstein vom 7. Oktober 2013 wird als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

1. Die Verfahrensrüge, mit der die Verteidigung die Verwertung von in Ungarn im Rahmen eines dortigen Strafverfahrens abgehörten und anschließend aufgrund eines Rechtshilfeersuchens übermittelten Telefonaten beanstandet, ist jedenfalls unbegründet.

Entgegen der Auffassung der Revision war die Strafkammer weder umfassend noch im Umfang eines „eingeschränkten Prüfungsmaßstabs" verpflichtet, zur Feststellung der (bereits in der Hauptverhandlung beanstandeten) Verwertbarkeit der Abhörprotokolle auch die Rechtmäßigkeit der zugrunde liegenden ungarischen Abhörmaßnahmen zu überprüfen.

Die Verwertbarkeit mittels Rechtshilfe eines ausländischen Staates gewonnener Beweise richtet sich nach der Rechtsordnung des um diese Rechtshilfe ersuchenden Staates (Senat, Beschluss vom 21. November 2012 - 1 StR 310/12, Rn. 21, BGHSt 58, 32 mwN). Die Unverwertbarkeit kann sich dabei aus der inländischen Rechtsordnung des ersuchenden Staates sowie aus der Verletzung völkerrechtlicher Grundsätze oder rechtshilferechtlicher Bestimmungen ergeben (vgl. Senat aaO, Rn. 22; BGH, Urteil vom 8. April 1987 - 3 StR 11/87, BGHSt 34, 334, 343 f.; s.a. Gleß JR 2008, 317 ff.). Daher ist auch eine Überprüfung hoheitlicher Entscheidungen des ersuchten Staates am Maßstab seiner eigenen Rechtsordnung durch die hiesigen Gerichte unzulässig (vgl. Senat aaO).

Vor diesem Hintergrund hat der Senat entschieden, dass selbst dann, wenn im Einzelfall besondere Bestimmungen des Rechtshilferechts eine Überlassung von Beweismitteln ausdrücklich an die Vereinbarkeit der im ersuchten Staat durchgeführten Beweiserhebung mit dessen inländischem Recht knüpfen (vgl. z.B. - für Tschechien - Art. 17 Abs. 2, Abs. 5 CZ-ErgV zum Eu-RHiÜbK), diese Rechtmäßigkeitsprüfung durch die hiesigen Strafverfolgungsbehörden nicht umfassend, sondern allenfalls im Umfang eines „eingeschränkten Prüfungsmaßstabs" durchgeführt wird (Senat aaO, Rn. 38). Solche besonderen Bestimmungen bestehen jedoch im Verhältnis zwischen Deutschland und Ungarn für die Rechtshilfe durch Überlassung von Abhörprotokollen aus einem in Ungarn durchgeführten Strafverfahren nicht. Dass hier ein Verstoß gegen völkerrechtlich verbindliche und dem Individualrechtsschutz dienende Garantien oder gegen allgemein rechtsstaatliche Grundsätze bei der Beweiserhebung gegeben sein könnte, ist nicht ersichtlich.

2. Nachdem die zuletzt gegen den Angeklagten wegen anderer Taten in Ungarn ergangenen Entscheidungen des Bezirksgerichts Pest vom 17. Februar 2012 und des Hauptstädtischen Gerichtshofs vom 16. Januar 2013 bis zum Zeitpunkt des Urteils noch keine Rechtskraft erlangt hatten, hat die Strafkammer die dort verhängten Strafen auch unter dem Aspekt eines schuldangemessenen Gesamtstrafübels bei der Bemessung der Freiheitsstrafe (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 11. März 2009 - 5 ARs 3/09; Urteil vom 10. Juni 2009 - 2 StR 386/08 mwN) im Ergebnis zu Recht unberücksichtigt gelassen. Dies gilt, zumal keine Anhaltspunkte für einen zwischenzeitlichen Eintritt der Rechtskraft der ungarischen Verurteilungen bestehen, auch vor dem Hintergrund von Art. 3 Abs. 5 Satz 2 des Rahmenbeschlusses 2008/675/JI des Rates vom 24. Juli 2008 zur Berücksichtigung der in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ergangenen Verurteilungen in einem neuen Strafverfahren (ABl. EU L 220/32 vom 15. August 2008, vgl. Art. 2 des Rahmenbeschlusses).

Raum Graf Jäger

Cirener Mosbacher