Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IX ZR 299/12 KI-generiert

Insufficiency of factual pleading: Substitution of written submissions with unstructured documents and external case files fails to satisfy Schlüssigkeit

Geschäftsnummer IX ZR 299/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the plaintiff’s complaint against the non-admission of revision, leaving the lower court’s judgment in force, as the plaintiff’s claims lacked fundamental legal significance and failed to demonstrate a violation of procedural due process rights. The dispute centered on the sufficiency of a pleading (Schlüssigkeit) in a civil lawsuit involving 28 individual claims, where the plaintiff attempted to substantiate the underlying services and mandate relationships by merely submitting extensive documents, spreadsheets, and records from unrelated administrative proceedings, rather than providing a coherent, self-contained factual narrative. The court held that appellate courts are not obligated to independently extract the decisive factual basis from unorganized submissions or external case files, particularly after the plaintiff was previously warned about the inadequacy of their arguments, and determined that the substitution of statutory written submissions with unstructured evidence did not satisfy the requirements for a coherent factual presentation under civil procedure law.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG; Insufficiency of factual pleading: Substitution of written submissions with unstructured documents and external case files fails to satisfy Schlüssigkeit: The dispute centered on the sufficiency of a pleading (Schlüssigkeit) in a civil lawsuit involving 28 individual claims, where the plaintiff attempted to substantiate the underlying services and mandate relationships by merely submitting extensive documents, spreadsheets, and records from unrelated administrative proceedings, rather than providing a coherent, self-contained factual narrative. The court held that appellate courts are not obligated to independently extract the decisive factual basis from unorganized submissions or external case files, particularly after the plaintiff was previously warned about the inadequacy of their arguments, and determined that the substitution of statutory written submissions with unstructured evidence did not satisfy the requirements for a coherent factual presentation under civil procedure law.

Schlagwörter

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zivilrechtliche Revision In den Akten enthaltene Schriftstücke Beweisnotstand Prozessvoraussetzung verfahrensrechtliche Erläuterung gesetzliche Grundlage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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I ZR 295/00
Juli 2003 - I ZR 295/00, MDR 2004, 219; Beschluss vom 12.
IX ZR 210/04
Juli 2008 - IX ZR 210/04, WM 2007, 1886 Rn.
VII ZR 44/12
April 2013 - VII ZR 44/12, n.v.
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Volltext

Schlüssigkeit eines Klagevorbringens: Ersatz schriftsätzlichen Vortrags durch Vorlage von Tabellen, Rechnungen und den Akteninhalt eines anderen Verfahrens

[TENOR]

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 12. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 15. November 2012 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen.

Der Wert des Verfahrens der Nichtzulassungsbeschwerde wird auf 22.423,39 € festgesetzt.

[GRUENDE]

Die Rechtssache hat keine grundsätzliche Bedeutung, und weder die Fortbildung des Rechts noch die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 ZPO). Verfahrensgrundrechte des Klägers, insbesondere dessen Recht auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG), wurden nicht verletzt. Der Kläger hat eine Vielzahl von Unterlagen eingereicht, jedoch die tatsächlichen Grundlagen der jetzt noch streitgegenständlichen 28 Einzelforderungen nicht zusammenhängend und nachvollziehbar dargestellt. Es war nicht die Aufgabe des Berufungsgerichts, den entscheidungserheblichen Sachverhalt selbst aus den Schriftsätzen, der aus sechs Seiten und 16 Spalten bestehenden Tabelle K 6a und dem 221 Seiten umfassenden Anlagenkonvolut K 32 zusammenzusuchen (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 2003 - I ZR 295/00, MDR 2004, 219; Beschluss vom 12. Juli 2008 - IX ZR 210/04, WM 2007, 1886 Rn. 6; vom 11. April 2013 - VII ZR 44/12, n.v. Rn. 14). Der Kläger hätte die abgerechneten Leistungen, welche den 28 streitgegenständlichen Rechnungen zugrunde lagen, schon in den Tatsacheninstanzen ohne weiteres nachvollziehbar darstellen und den Anlagen zuordnen können. Das Berufungsgericht hat den Kläger mit Hinweisbeschluss vom 12. Juli 2012 auf die Unzulänglichkeit seines Vorbringens hingewiesen, insbesondere darauf, dass schlüssiger Vortrag nicht durch die Vorlage von Rechnungen und Akteninhalt aus den verwaltungsgerichtlichen Verfahren ersetzt werden kann. Das galt auch für die Frage der Mandatierung des Klägers. Im Tatbestand des landgerichtlichen Urteils, auf welchen das Urteil des Berufungsgerichts Bezug nimmt, werden die Mandatserteilungen als streitig bezeichnet; einen Berichtigungsantrag hat der Kläger nicht gestellt.

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Kayser Lohmann Fischer

Pape Möhring