Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
IX ZA 20/13 KI-generiert

Insolvency legal aid: Imputability of litigation costs to solvent creditor in asset-less estate

Geschäftsnummer IX ZA 20/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (BGH) rejected the insolvent estate's application for legal aid for a non-admission appeal, thereby leaving the Lower District Court's (OLG) judgment in force. The dispute concerned a complaint against the OLG's refusal to admit a revision in a civil proceeding initiated by the insolvency administrator to recover €45,000. The court determined that the prerequisites for legal aid under § 116 sentence 1 no. 1 ZPO were not met because, although the estate lacked sufficient funds, it was reasonable to expect a creditor with an established claim of €15,461.21—who would likely be fully satisfied upon a successful judgment against total outstanding claims of €29,969.69—to advance the modest litigation costs of €5,400.59. The BGH held that a creditor's subjective unwillingness to contribute to costs is legally irrelevant when objective criteria indicate that the anticipated benefit of success clearly outweighs the required advance.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO; Insolvency legal aid: Imputability of litigation costs to solvent creditor in asset-less estate: The dispute concerned a complaint against the OLG's refusal to admit a revision in a civil proceeding initiated by the insolvency administrator to recover €45,000. The court determined that the prerequisites for legal aid under § 116 sentence 1 no. 1 ZPO were not met because, although the estate lacked sufficient funds, it was reasonable to expect a creditor with an established claim of €15,461.21—who would likely be fully satisfied upon a successful judgment against total outstanding claims of €29,969.69—to advance the modest litigation costs of €5,400.59. The BGH held that a creditor's subjective unwillingness to contribute to costs is legally irrelevant when objective criteria indicate that the anticipated benefit of success clearly outweighs the required advance.

Schlagwörter

KI-generiert
Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege Zahlungsunfähigkeit Zivilurteil Erbschaftsverwalter Haftung für Erbschaftsschulden Aussonderungsverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO

Main ground for rejecting the application for legal aid because the costs could be reasonably borne by a creditor involved in the subject matter of the dispute.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Prozesskostenhilfebewilligung für den Insolvenzverwalter: Fehlende Bereitschaft der Insolvenzgläubiger zur Aufbringung der Prozesskosten

[TENOR]

Der Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das Verfahren der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 16. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 18. Juli 2013 wird abgelehnt.

[GRUENDE]

Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe nach § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO liegen nicht vor. Nach dieser Norm erhält eine Partei kraft Amtes auf Antrag Prozesskostenhilfe, wenn die Kosten aus der verwalteten Vermögensmasse nicht aufgebracht werden können und den am Gegenstand des Rechtsstreits Beteiligten nicht zuzumuten ist, die Kosten aufzubringen.

Zwar ist keine Masse vorhanden, aus der die Kosten der beabsichtigten Rechtsverfolgung aufgebracht werden könnten. Jedoch ist es zumindest einem am Gegenstand des Rechtsstreits wirtschaftlich beteiligten Gläubiger zuzumuten, die Vorschüsse auf die Prozesskosten aufzubringen.

1. Vorschüsse auf die Prozesskosten sind solchen Beteiligten zuzumuten, welche die erforderlichen Mittel unschwer aufbringen können und für die der zu erwartende Nutzen bei vernünftiger, auch das Eigeninteresse sowie das Verfahrenskostenrisiko angemessen berücksichtigender Betrachtungsweise bei dem Erfolg der Rechtsverfolgung deutlich größer sein wird als die von ihnen als Vorschuss aufzubringenden Kosten. Bei dieser wertenden Abwägung sind insbesondere eine zu erwartende Quotenverbesserung im Falle des Obsiegens, das Verfahrens- und Vollstreckungsrisiko und die Gläubigerstruktur zu berücksichtigen (BGH, Beschluss vom 13. September 2012 - IX ZA 1/12, ZInsO 2012, 2198 Rn. 2; vom 4. Dezember 2012 - II ZA 3/12, NZI 2013, 82 Rn. 2; vom 26. September 2013 - IX ZB 247/11, WM 2013, 2025, Rn. 12; jeweils mwN).

2. Hieran gemessen ist jedenfalls der S. (Gläubigerin Nr. 3 der Tabelle Anlage K 3), deren Forderung in Höhe von 15.461,21 € festgestellt ist, die Aufbringung der Verfahrenskosten zumutbar. Bei - nach Angabe des Klägers - festgestellten und noch offenen Forderungen von insgesamt 29.969,69 € kann sie im Falle eines Erfolgs der auf Zahlung von 45.000 € gerichteten Klage mit einer vollen Befriedigung ihrer Forderung rechnen. Demgegenüber belaufen sich die Verfahrenskosten nach der Berechnung des Antragstellers auf lediglich 5.400,59 €. Ob die Gläubigerin bereit ist, sich an den Verfahrenskosten zu beteiligen, ist unbeachtlich (vgl. BGH, Beschluss vom 13. September 2012, aaO Rn. 6 mwN).

Kayser Gehrlein Pape

Grupp Möhring