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3 StR 135/13 KI-generiert

Scope of constitutional right to be heard in criminal revision without oral hearing and under simplified rejection order

Geschäftsnummer 3 StR 135/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the convicted defendant's hearing complaint (Anhörungsrüge) against a prior decision, leaving the lower court's judgment and the original appellate dismissal intact. The defendant had challenged the appellate court's rejection of his revisionary appeal against a criminal conviction from the Oldenburg Regional Court, specifically arguing that the court violated his constitutional right to be heard (Audi alteram partem) by rejecting the appeal without a full oral main hearing and without issuing a detailed, individually reasoned decision that addressed all arguments. The court held that under § 349 Abs. 2 StPO, when an appeal is rejected without a hearing, the defendant's constitutional right to influence the proceedings under Art. 103 Abs. 1 Basic Law is satisfied by the statutory mandatory transmission of the public prosecutor's reasoned request and the opportunity to file a counter-statement; accordingly, there is no simple-law obligation to provide a detailed written rationale for the rejection under § 34 StPO, nor is there a constitutional entitlement to a mandatory oral revision hearing in such cases.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 34 StPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 349 Abs. 3 Satz 1 StPO, § 349 Abs. 3 Satz 2 StPO; Scope of constitutional right to be heard in criminal revision without oral hearing and under simplified rejection order: The defendant had challenged the appellate court's rejection of his revisionary appeal against a criminal conviction from the Oldenburg Regional Court, specifically arguing that the court violated his constitutional right to be heard (Audi alteram partem) by rejecting the appeal without a full oral main hearing and without issuing a detailed, individually reasoned decision that addressed all arguments. The court held that under § 349 Abs. 2 StPO, when an appeal is rejected without a hearing, the defendant's constitutional right to influence the proceedings under Art. 103 Abs. 1 Basic Law is satisfied by the statutory mandatory transmission of the public prosecutor's reasoned request and the opportunity to file a counter-statement; accordingly, there is no simple-law obligation to provide a detailed written rationale for the rejection under § 34 StPO, nor is there a constitutional entitlement to a mandatory oral revision hearing in such cases.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Revision eines Entscheids Verfassungsänderung mündliches Verfahren gesetzlicher Anspruch Prozessvoraussetzung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 StR 510/08
Dezember 2008 - 1 StR 510/08, NStZ-RR 2009, 119).
2 BvR 746/07
Juni 2007 - 2 BvR 746/07, StraFo 2007, 370; siehe auch bereits BVerfG, Beschluss vom 21.
2 BvR 1225/01
Januar 2002 - 2 BvR 1225/01, NStZ 2002, 487, 489).
2 StR 99/13
Juli 2013 - 2 StR 99/13).
2 BvR 2655/06
Mai 2007 - 2 BvR 2655/06, juris Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

The legal basis cited for the rejection of the revisionary appeal without an oral hearing, which constitutes the main ground for the decision.

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Volltext

Anhörungsrüge im Strafverfahren: Verfassungsrechtlich gewährleistete Einflussnahmemöglichkeiten eines Revisionsführers bei Verwerfung der Revision ohne Hauptverhandlung

[TENOR]

Die Anhörungsrüge des Verurteilten vom 28. Oktober 2013 gegen den Senatsbeschluss vom 1. Oktober 2013 wird verworfen.

Der Verurteilte hat die Kosten seines Rechtsbehelfs zu tragen.

[GRUENDE]

Der Senat hat die Revision des Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts Oldenburg vom 19. Oktober 2012 mit Beschluss vom 1. Oktober 2013 gemäß § 349 Abs. 2 StPO verworfen. Dagegen wendet sich der Verurteilte mit der durch seinen Verteidiger erhobenen Anhörungsrüge.

Diese ist als unbegründet zu verwerfen. Der Senat hat über die Revision des Angeklagten unter Berücksichtigung der Gegenerklärung seines Verteidigers vom 17. Juni 2013 zu dem ausführlich begründeten Antrag des Generalbundesanwalts vom 21. Mai 2013 beraten und auf der Grundlage dieser Beratung dem genannten Antrag des Generalbundesanwalts entsprechend durch Beschluss nach § 349 Abs. 2 StPO entschieden. Dabei hat der Senat weder Verfahrensstoff verwertet, zu dem der Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen.

Dass der Senat der Rechtsauffassung der Revision auch unter Berücksichtigung ihrer Ausführungen in der Gegenerklärung vom 17. Juni 2013 nicht gefolgt ist, begründet ebenso wenig eine Gehörsverletzung, wie der Umstand, dass die Entscheidung durch nicht näher begründeten Beschluss nach § 349 Abs. 2 StPO ergangen ist. Die Vorschrift des § 34 StPO ist - entgegen der Auffassung des Verurteilten - auf letztinstanzliche Entscheidungen nicht anwendbar, insoweit besteht eine Begründungspflicht nach einfachem Recht nicht (BGH, Beschluss vom 4. Dezember 2008 - 1 StR 510/08, NStZ-RR 2009, 119). Den von Art. 103 Abs. 1 GG verfassungsrechtlich gewährleisteten Einflussnahmemöglichkeiten eines Revisionsführers ist im Verfahren nach § 349 Abs. 2 StPO durch die gesetzlich zwingend vorgeschriebene Übermittlung der mit Gründen versehenen Antragsschrift der Staatsanwaltschaft bei dem Revisionsgericht (§ 349 Abs. 3 Satz 1 StPO) sowie durch die Möglichkeit einer - hier wahrgenommenen - Gegenerklärung (§ 349 Abs. 3 Satz 2 StPO) Genüge getan (BVerfG, Beschluss vom 20. Juni 2007 - 2 BvR 746/07, StraFo 2007, 370; siehe auch bereits BVerfG, Beschluss vom 21. Januar 2002 - 2 BvR 1225/01, NStZ 2002, 487, 489). Darüber hinausgehend zwingt Art. 103 Abs. 1 GG die Gerichte nicht dazu, jedes Vorbringen eines Beteiligten ausdrücklich zu bescheiden (vgl. BVerfG, aaO; siehe auch etwa BGH, Beschluss vom 2. Juli 2013 - 2 StR 99/13). Die Begründung einer Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofes ist auch nicht aufgrund der Europäischen Menschenrechtskonvention geboten (EGMR, Entscheidung vom 13. Februar 2007 - Beschwerde Nr. 15073/03, EuGRZ 2008, 274, 276).

Schließlich besteht bei Vorliegen der hier gegebenen Voraussetzungen des § 349 Abs. 2 StPO kein Anspruch aus Art. 103 Abs. 1 GG auf Durchführung einer mündlichen Revisionshauptverhandlung (BVerfG, Beschlüsse vom 2. Mai 2007 - 2 BvR 2655/06, juris Rn. 19 - und vom 21. Januar 2002 - 2 BvR 1225/01, NStZ 2002, 487, 488).

Becker Hubert Schäfer

Gericke Spaniol