Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
I ZR 91/12 KI-generiert

Admissibility of hearsay complaint against summary dismissal of non-admission of revision under § 321a ZPO

Geschäftsnummer I ZR 91/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Bundesgerichtshof dismissed the defendant's complaint for lack of hearing (Anhörungsrüge) against the First Civil Senate's earlier decision dismissing his non-admissibility complaint, ordering him to bear the costs. The dispute arose from the defendant's attempt to challenge the summary dismissal of his *Nichtzulassungsbeschwerde* (complaint against the non-admission of revision), alleging a violation of the constitutional right to be heard under Article 103(1) GG due to insufficient reasoning or failure to address specific arguments. The court held that the complaint was unfounded because the right to be heard is satisfied by considering the parties' submissions in essence, not by expressly addressing every individual point, and because a hearing complaint cannot be used to demand a more detailed explanation of the reasons for the dismissal. Relying on established doctrine that final-instance decisions are regularly exempt from detailed reasoning unless specific exceptions apply (such as deviating from clear statutory wording or a change in admissibility grounds), the court found no such exceptional circumstance existed, affirming that the procedural availability of a hearing complaint does not override the reduced reasoning requirements for non-admissibility complaints under § 544 Abs. 2 and § 321a ZPO.

Legislator-Regeste

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§ 321a ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 544 Abs. 4 ZPO, § 544 Abs. 2 ZPO; Admissibility of hearsay complaint against summary dismissal of non-admission of revision under § 321a ZPO: The dispute arose from the defendant's attempt to challenge the summary dismissal of his *Nichtzulassungsbeschwerde* (complaint against the non-admission of revision), alleging a violation of the constitutional right to be heard under Article 103(1) GG due to insufficient reasoning or failure to address specific arguments. The court held that the complaint was unfounded because the right to be heard is satisfied by considering the parties' submissions in essence, not by expressly addressing every individual point, and because a hearing complaint cannot be used to demand a more detailed explanation of the reasons for the dismissal. Relying on established doctrine that final-instance decisions are regularly exempt from detailed reasoning unless specific exceptions apply (such as deviating from clear statutory wording or a change in admissibility grounds), the court found no such exceptional circumstance existed, affirming that the procedural availability of a hearing complaint does not override the reduced reasoning requirements for non-admissibility complaints under § 544 Abs. 2 and § 321a ZPO.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Revision eines Entscheids Verletzung von Verfahrensrechten Zivilrechtsstreitigkeit gesetzliche Voraussetzungen verfassungsmässige Anforderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 96, 205
Hingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivorbringens in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f.).
1 BvR 562/08
Mai 2008 - 1 BvR 562/08, NJW 2008, 2635 f.; BGH, Beschluss vom 19.
I ZR 92/09
Hearing violation claims against appellate court's rejection of EU reference and assessment of internet gambling ban under German Gambling Treaty
IX ZR 100/11
April 2013 - IX ZR 100/11, juris Rn.
1 BvR 1382/10
Sufficiency of Formulaic Reasoning in Unappealable Decisions: No Constitutional Requirement for Detailed Justification of Rejected Revision Admission or Hearing Objections
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 321a ZPO

Cited in the dispositive as the statutory basis for the admissibility and handling of the hearing complaint (Anhörungsrüge) which was subsequently dismissed.

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Volltext

Gehörsrüge gegen die Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde

[TENOR]

Die Anhörungsrüge gegen den Beschluss des Senats vom 20. Juni 2013 wird auf Kosten des Beklagten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Die gemäß § 321a ZPO statthafte und auch im Übrigen zulässige Anhörungsrüge ist unbegründet.

Die Gerichte sind nach Art. 103 Abs. 1 GG verpflichtet, das Vorbringen der Parteien zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Hingegen ist es nicht erforderlich, alle Einzelpunkte des Parteivorbringens in den Gründen der Entscheidung auch ausdrücklich zu bescheiden (BVerfGE 96, 205, 216 f.). Der Senat hat bei seiner Entscheidung vom 20. Juni 2013 die Angriffe der Nichtzulassungsbeschwerde des Beklagten in vollem Umfang geprüft, jedoch sämtlich für nicht durchgreifend erachtet. Soweit der Beklagte mit seiner Anhörungsrüge seinen Vortrag aus der Nichtzulassungsbeschwerde wiederholt, kann die Anhörungsrüge damit nicht begründet werden. Nach der vom Bundesverfassungsgericht gebilligten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können mit der Anhörungsrüge nur neue und eigenständige Verletzungen des Art. 103 Abs. 1 GG durch das Rechtsmittelgericht gerügt werden (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 5. Mai 2008 - 1 BvR 562/08, NJW 2008, 2635 f.; BGH, Beschluss vom 19. Juli 2012 - I ZR 92/09, MMR 2012, 766 Rn. 2 mwN). Eine Gehörsrüge gegen die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde kann auch nicht dazu eingelegt werden, eine Ergänzung der Begründung herbeizuführen (vgl. BGH, Beschluss vom 9. April 2013 - IX ZR 100/11, juris Rn. 3 mwN).

In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ist im Übrigen geklärt, dass eine mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht mehr anfechtbare letztinstanzliche gerichtliche Entscheidung von Verfassungs wegen regelmäßig keiner Begründung bedarf (BVerfG, Kammerbeschluss vom 8. Dezember 2010 - 1 BvR 1382/10, NJW 2011, 1497 Rn. 12). Dies gilt auch für Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, mit denen - wie hier - eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision nach § 544 Abs. 4 ZPO zurückgewiesen worden ist (vgl. BVerfG aaO). Eine Begründung ist nur dann ausnahmsweise geboten, wenn vom eindeutigen Wortlaut einer Norm abgewichen wird und der Grund hierfür nicht ohne weiteres erkennbar ist oder wenn ein im Zeitpunkt der Erhebung der Nichtzulassungsbeschwerde bestehender Zulassungsgrund vor der Entscheidung über diese wegfällt und deswegen eine Prüfung der Erfolgsaussichten auf der Grundlage anderer als der von der Vorinstanz als tragend angesehenen Gründe erforderlich ist (vgl. BVerfG aaO Rn. 13). Eine solche Ausnahme ist jedoch weder vom Beklagten dargetan noch ansonsten ersichtlich.

An diesen Grundsätzen zur Begründung letztinstanzlicher Entscheidungen ändert sich entgegen der Ansicht der Anhörungsrüge auch dann nichts, wenn mit der Nichtzulassungsbeschwerde eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz gerügt worden ist. Der Umstand, dass die Zurückweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde nach § 544 Abs. 2 ZPO mit einer Anhörungsrüge nach § 321a ZPO angefochten werden kann, wenn mit dieser eine nicht nur sekundäre, sondern neue und eigenständige Gehörsverletzung gerügt wird, hat keinen Einfluss auf die Begründungserleichterungen bei Beschlüssen über die Nichtzulassungsbeschwerde (BVerfG aaO Rn. 14).

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