Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
PatAnwZ 1/12 KI-generiert

Patent Attorney Qualification: Recognition of University of Applied Sciences Studies for Training Start Date

Geschäftsnummer PatAnwZ 1/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH Senate for Patent Attorney Matters ordered the simple joinder of the Patent Attorney Chamber as a party to the proceedings, meaning the Chamber was added to the case without a direct decision on the merits of the plaintiff's claim against the Federal Patent and Trade Mark Office. The dispute concerned the determination of the start date for the qualifying period required to become a patent attorney; the plaintiff, who held a University of Applied Sciences degree in medical technology and a Master of Science in applied physics, argued that his training period should begin when he started his patent law apprenticeship in 2009 rather than upon the grant of his PhD in 2011, challenging the Office's refusal to recognize the University of Applied Sciences as a scientific university for this purpose. The decision relied on § 94d sentence 2 PAO in conjunction with §§ 65(1), (4), and 125(1) sentence 1 VwGO, finding that the Chamber’s legal interests were affected because the central question of whether a University of Applied Sciences qualifies under § 6(1) PAO determines the circle of individuals eligible for admission to the profession and thus the membership composition of the Chamber.

Legislator-Regeste

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§ 125 Abs. 1 Satz 1 VwGO, § 65 Abs. 1 VwGO, § 94d Satz 2 PAO, § 65 Abs. 1, 4 VwGO, § 87a Abs. 1 Nr. 6, Abs. 3 VwGO; Patent Attorney Qualification: Recognition of University of Applied Sciences Studies for Training Start Date: The dispute concerned the determination of the start date for the qualifying period required to become a patent attorney; the plaintiff, who held a University of Applied Sciences degree in medical technology and a Master of Science in applied physics, argued that his training period should begin when he started his patent law apprenticeship in 2009 rather than upon the grant of his PhD in 2011, challenging the Office's refusal to recognize the University of Applied Sciences as a scientific university for this purpose. The decision relied on § 94d sentence 2 PAO in conjunction with §§ 65(1), (4), and 125(1) sentence 1 VwGO, finding that the Chamber’s legal interests were affected because the central question of whether a University of Applied Sciences qualifies under § 6(1) PAO determines the circle of individuals eligible for admission to the profession and thus the membership composition of the Chamber.

Schlagwörter

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Patentanwalt Markenrecht Rechtswissenschaft Verfahrensvorschriften Vereinigung von Verfahren Rechtsberuf

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 94d Satz 2 PAO

Cited in the dispositive to authorize the joinder of the Patent Attorney Chamber and to assign jurisdiction to the reporting judge.

§ 65 Abs. 1, 4 VwGO

Procedural rule cited in the dispositive justifying the simple joinder of a party whose legal interests are affected by the decision.

§ 125 Abs. 1 Satz 1 VwGO

Procedural rule cited in the dispositive regarding the handling of the joinder request in the proceedings.

§ 87a Abs. 1 Nr. 6, Abs. 3 VwGO

Procedural rule cited in the dispositive determining that the reporting judge decides on the joinder matter.

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Volltext

Zulassung zum Patentanwalt: Einfache Beiladung der Patentanwaltskammer im Verfahren über die Festsetzung des Ausbildungsbeginns eines Bewerbers

[TENOR]

Die Patentanwaltskammer, Körperschaft des öffentlichen Rechts, T. 29, M. , vertreten durch ihre Präsidentin, wird beigeladen.

[GRUENDE]

I. Im Jahr 2005 schloss der Kläger den Studiengang Medizintechnik und sportmedizinische Technik an der Fachhochschule K. mit einem Diplom ab. Danach absolvierte er an derselben Fachhochschule den Studiengang "Applied Physics", den er im Februar 2008 mit dem akademischen Grad eines "Master of Science (M.Sc.)" abschloss.

Am 2. Juni 2009 begann der Kläger eine Ausbildung auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes bei einem Patentanwalt, der den Ausbildungsbeginn zuvor bei der Beklagten angezeigt hatte.

Am 24. September 2009 beantragte der Kläger bei der beklagten Präsidentin des Patent- und Markenamtes die Zulassung zur Ausbildung zum Patentanwalt.

Am 9. November 2011 schloss der Kläger ein neben seiner sonstigen Ausbildung an der Universität K. betriebenes Promotionsstudium im Fachgebiet Physik mit der Erlangung des Doktorgrades ab.

Mit Bescheid vom 11. November 2011 hat die Beklagte den Kläger zur Ausbildung auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes zugelassen und den Beginn der Ausbildung auf den 9. November 2011 festgesetzt. Den Widerspruch des Klägers gegen die Festsetzung des Beginns der Ausbildung hat die Beklagte mit Widerspruchsbescheid vom 9. Januar 2012 zurückgewiesen.

Die vom Kläger erhobene Klage mit dem Antrag, den Bescheid der Beklagten dahin abzuändern, dass der Ausbildungsbeginn auf den 2. Juni 2009, hilfsweise auf den 24. September 2009 festgesetzt wird, hat das Oberlandesgericht abgewiesen.

Die Patentanwaltskammer hat ihre Beiladung beantragt.

II. Die Patentanwaltskammer wird gemäß § 94d Satz 2 PAO, § 65 Abs. 1, 4, § 125 Abs. 1 Satz 1 VwGO beigeladen.

Nach § 65 Abs. 1 VwGO kann das Gericht, solange das Verfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen oder in höherer Instanz anhängig ist, von Amts wegen oder auf Antrag andere beiladen, wenn deren rechtliche Interessen durch die Entscheidung berührt werden. Dies trifft auf die Patentanwaltskammer zu. Sie ist nach § 13 PAO verpflichtet, einen Bewerber, der die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, auf Antrag als Patentanwalt zuzulassen, wodurch dieser nach § 53 Abs. 1 Satz 1 PAO Mitglied der Kammer wird. Der vorliegende Streit um die Berücksichtigung eines Fachhochschulstudiums bei der Festsetzung des Ausbildungsbeginns betrifft danach auch die rechtlichen Interessen der Patentanwaltskammer. Unter anderem vom Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns hängt es ab, wann ein Bewerber die nach § 5 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 PAO zur Zulassung berechtigende Befähigung für den Beruf des Patentanwalts erlangen kann. Die im Ermessen des Gerichts stehende einfache Beiladung ist im Streitfall insbesondere deshalb angezeigt, weil die vom Berufungsgericht verneinte Frage, ob eine Fachhochschule als wissenschaftliche Hochschule im Sinn des § 6 Abs. 1 PAO anzusehen ist (so dass ein dort absolviertes Studium den Ausbildungsbeginn ermöglicht), von grundlegender Bedeutung für die Bestimmung des Kreises der Berufszugangsberechtigten und damit der potentiellen Mitglieder der Patentanwaltskammer ist, so dass auch deren rechtliche Interessen betroffen sind.

Diese Entscheidung trifft nach § 94d Satz 2 PAO, § 87a Abs. 1 Nr. 6, Abs. 3, § 125 Abs. 1 Satz 1 VwGO der Berichterstatter.

Grabinski