Tax advisor liability to third-party bank for defective audit and non-applicability of client's contributory negligence under § 311 Abs. 3 BGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant tax advisor's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the Lower Regional Court of Hamm's judgment and confirming the tax advisor's liability to the lending bank; the case involved a dispute where a bank, a third party protected by the contractual relationship between the tax advisor and their client, sought damages for a defective audit, with the tax advisor arguing that the client's contributory negligence should reduce their liability. The BGH determined that the case lacked fundamental significance and did not deviate from established case law, ruling that the tax advisor's liability is grounded in an independent relationship of trust under § 311 Abs. 3 BGB, which precludes the offset of the client's contributory negligence vis-à-vis the bank, consistent with the doctrine of implied waiver of set-off under § 334 BGB.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 544 ZPO, § 334 BGB, § 311 Abs. 3 BGB; Tax advisor liability to third-party bank for defective audit and non-applicability of client's contributory negligence under § 311 Abs. 3 BGB: The BGH determined that the case lacked fundamental significance and did not deviate from established case law, ruling that the tax advisor's liability is grounded in an independent relationship of trust under § 311 Abs. 3 BGB, which precludes the offset of the client's contributory negligence vis-à-vis the bank, consistent with the doctrine of implied waiver of set-off under § 334 BGB.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertVolltext
Haftung des Steuerberaters: Mitverschulden des Mandanten bei Haftung des Steuerberaters gegenüber der kreditgebenden Bank wegen fehlerhafter Abschlussprüfung auf Grund eines Vertrages mit Schutzwirkung zugunsten Dritter
[TENOR]
Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 25. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 5. März 2010 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.
Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 50.000 € festgesetzt.
[GRUENDE]
Ein gesetzlicher Grund zur Zulassung der Revision (§ 543 Abs. 2, § 544 ZPO) besteht nicht.
Die vom Berufungsgericht bejahte Dritthaftung der Beklagten verleiht der Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung. Das fallbezogene Ergebnis folgt bereits aus den Grundsätzen des Senatsurteils vom 19. Dezember 1996 (IX ZR 327/95, NJW 1997, 1235), die der Senat in seinem Urteil vom 14. Juni 2012 (IX ZR 145/11, BGHZ 193, 297 Rn. 19 aE) erneut bestätigt hat. In seiner Subsumtion ist das Berufungsgericht weder von Rechtssätzen des Bundesgerichtshofes abgewichen noch hat es durch Übergehung von Sachvortrag das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt. Bei der Auslegung der erteilten Testate durfte die Erklärung des Zweitbeklagten herangezogen werden, die dieser am 27. März 2009 zu Protokoll des Landgerichts abgegeben hat. Die vom Berufungsgericht verneinte Möglichkeit, ein Mitverschulden der Mandantin gegenüber der Klägerin entlastend zu berücksichtigen, steht im Einklang mit anerkannten Rechtsgrundsätzen, nach denen die entsprechende Anwendung von § 334 BGB konkludent abbedungen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 10. November 1994 - III ZR 50/94, BGHZ 127, 378, 385 f; ebenso etwa MünchKomm-BGB/Gottwald, 6. Aufl. § 328 Rn. 201; Staudinger/Jagmann, BGB, 2009, § 328 Rn. 111). Auch das für die Gegenmeinung angeführte Werk von Gräfe/Lenzen/Schmeer (Steuerberaterhaftung, 4. Aufl., Rn. 702 S. 554 Mitte) folgt dieser Ansicht. Sie wird heute überdies im Ergebnis durch § 311 Abs. 3 BGB bestätigt; denn die Beklagten haften der Klägerin bereits aufgrund eines eigenen Vertrauensverhältnisses, ohne dass sich die Klägerin hier - wie bei einem Auskunftsvertrag (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 1. Dezember 1994 - IX ZR 53/94, GI 1995, 130) - ein Mitverschulden der Mandantin anrechnen lassen müsste.
Kayser Raebel Lohmann
Grupp Möhring