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1 StR 108/13 KI-generiert

Sexual abuse during sleep as profound disturbance of consciousness under § 179 Abs. 1 Nr. 1 StGB

Geschäftsnummer 1 StR 108/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's appeal and affirmed the Landgericht Amberg's conviction for aggravated sexual abuse of a person unable to resist (§ 179(1) No. 1, (5) No. 1 StGB), ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute centered on whether sexual intercourse performed on a victim who was in a state of deep sleep constituted abuse of a person unable to resist due to a "profound disturbance of consciousness." The court held that the Landgericht correctly found the defendant guilty, as the factual findings established that the defendant engaged in vaginal penetration while the victim was fast asleep and completely unaware. Relying on established case law, the BGH confirmed that natural sleep qualifies as a profound disturbance of consciousness under § 179(1) No. 1 StGB, distinguishing this from states of drowsiness or falling asleep where the legal threshold may not be met, thereby upholding the lower court's application of the statutory definition of "unable to resist."

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 179 Abs. 1 Nr. 1 StGB; Sexual abuse during sleep as profound disturbance of consciousness under § 179 Abs. 1 Nr. 1 StGB: 1, (5) No. 1 StGB), ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings. The dispute centered on whether sexual intercourse performed on a victim who was in a state of deep sleep constituted abuse of a person unable to resist due to a "profound disturbance of consciousness." The court held that the Landgericht correctly found the defendant guilty, as the factual findings established that the defendant engaged in vaginal penetration while the victim was fast asleep and completely unaware. Relying on established case law, the BGH confirmed that natural sleep qualifies as a profound disturbance of consciousness under § 179(1) No. 1 StGB, distinguishing this from states of drowsiness or falling asleep where the legal threshold may not be met, thereby upholding the lower court's application of the statutory definition of "unable to resist."

Schlagwörter

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sexueller Missbrauch schwerer Fall beschränktes dingliches Recht Naturrecht grausame und erniedrigende Behandlung Erwachsenenschutzverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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5 StR 364/91
September 1991 - 5 StR 364/91, BGHSt 38, 68, 71; ebenso bereits BGH, Beschluss vom 3.
BGHSt 38, 68
September 1991 - 5 StR 364/91, BGHSt 38, 68, 71; ebenso bereits BGH, Beschluss vom 3.
4 StR 271/82
Juni 1982 - 4 StR 271/82, JR 1983, 210 f.; zustimmend etwa Molketin NStZ 1992, 179 f.; Renzikowski in: Münchener Kommentar zum StGB, 2.
2 StR 351/03
Januar 2004 (2 StR 351/03, NStZ 2004, 440, 441) nicht entgegen.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Procedural basis for dismissing the revision as unfounded because the review revealed no legal error to the detriment of the defendant.

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Volltext

Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen: Schlaf als tiefgreifende Bewusstseinsstörung

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Amberg vom 23. Oktober 2012 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Das Landgericht hat den Angeklagten zu Recht wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person gemäß § 179 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 Nr. 1 StGB verurteilt. Nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen führte der Angeklagte der Geschädigten, während diese fest schlief, zunächst zwei Finger in die Vagina ein. Anschließend drang er mit seinem Penis in ihr Geschlechtsteil ein und vollzog für kurze Zeit den vaginalen Geschlechtsverkehr an ihr. Die Geschädigte hat von beiden Vorgängen wegen ihres Schlafs nichts bemerkt. Erst nachdem die Lebensgefährtin des Angeklagten diesen bei der Tatausführung überrascht und er den weiteren Geschlechtsverkehr darauf abgebrochen hatte, wurde die Geschädigte geweckt und über das Geschehene informiert.

Damit hat der Angeklagte eine aufgrund einer "tiefgreifenden Bewusstseinsstörung" zum Widerstand unfähige Person im Sinne von § 179 Abs. 1 Nr. 1 StGB missbraucht. In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist anerkannt, dass es sich bei dem Schlaf um eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung im Sinne der genannten Vorschrift handelt (BGH, Urteil vom 24. September 1991 - 5 StR 364/91, BGHSt 38, 68, 71; ebenso bereits BGH, Beschluss vom 3. Juni 1982 - 4 StR 271/82, JR 1983, 210 f.; zustimmend etwa Molketin NStZ 1992, 179 f.; Renzikowski in: Münchener Kommentar zum StGB, 2. Aufl., § 179 Rn. 25). Daran hält der Senat fest.

Dieser Rechtsprechung steht das Urteil des 2. Strafsenats des Bundesgerichtshofs vom 28. Januar 2004 (2 StR 351/03, NStZ 2004, 440, 441) nicht entgegen. Der 2. Strafsenat hat sich dort hinsichtlich eines Opfers sexueller Handlungen, das "im Begriff war, einzuschlafen" bzw. "im Halbschlaf" war, mit dem Eingreifen von § 179 Abs. 1 Nr. 1 StGB nicht befasst. Ob bei solchen Zuständen des Opfers von einer "tiefgreifenden Bewusstseinsstörung" ausgegangen werden könnte, bedarf keiner Entscheidung. Jedenfalls bei Tatbegehung während eines Schlafzustandes wie dem hier vom Landgericht festgestellten handelt es sich um eine solche Bewusstseinsstörung.

Richter am BGH Dr. Wahl istwegen Urlaubsabwesenheit ander Unterschrift gehindert.

Rothfuß

Rothfuß

Graf

Radtke

Zeng