Concurrent convictions for drug import and trafficking: absorption of unselbständige Teilakt and exception for import in non-trivial quantities
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) partially reversed and amended the lower court's judgment by striking the concurrent convictions for armed unlawful import and intentional unlawful import, leaving the remaining convictions and the four-year juvenile sentence intact in favor of the defendant regarding the legal characterization of the offenses. The dispute concerned the proper classification of concurrent drug offenses, specifically whether unlawful import of narcotic drugs could stand as a separate conviction alongside armed or intentional unlawful trafficking, given that the import constituted an inseparable part of the trafficking act. The court held that armed import cannot coexist with armed trafficking under § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG, as the provision explicitly requires the actor not to be trafficking, making the import a dependent partial act of the more specific qualified offense. Similarly, intentional import merges into intentional trafficking under the principle of absorption when it forms an inseparable part of the criminal course of conduct. However, the court affirmed the concurrent conviction for unlawful import in non-trivial quantities alongside aiding and abetting trafficking, distinguishing this case by noting that import in non-trivial quantities under § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG is a heavier felony due to its higher minimum penalty compared to the acts under § 29a BtMG, thereby justifying a concurrence of offenses rather than absorption.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO; Concurrent convictions for drug import and trafficking: absorption of unselbständige Teilakt and exception for import in non-trivial quantities: The dispute concerned the proper classification of concurrent drug offenses, specifically whether unlawful import of narcotic drugs could stand as a separate conviction alongside armed or intentional unlawful trafficking, given that the import constituted an inseparable part of the trafficking act. The court held that armed import cannot coexist with armed trafficking under § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG, as the provision explicitly requires the actor not to be trafficking, making the import a dependent partial act of the more specific qualified offense. Similarly, intentional import merges into intentional trafficking under the principle of absorption when it forms an inseparable part of the criminal course of conduct. However, the court affirmed the concurrent conviction for unlawful import in non-trivial quantities alongside aiding and abetting trafficking, distinguishing this case by noting that import in non-trivial quantities under § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG is a heavier felony due to its higher minimum penalty compared to the acts under § 29a BtMG, thereby justifying a concurrence of offenses rather than absorption.
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Volltext
Konkurrenzen bei Betäubungsmitteldelikten: Zusammentreffen von unerlaubter Einfuhr mit unerlaubtem Handeltreiben
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Coburg vom 7. November 2012 wird mit der Maßgabe als unbegründet verworfen, dass
a) in den beiden Fällen des bewaffneten unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge jeweils die tateinheitliche Verurteilung wegen bewaffneter unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie
b) die neben dem vorsätzlichen unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln erfolgte tateinheitliche Verurteilung wegen vorsätzlicher unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln
entfällt. Im Übrigen hat die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bewaffneter unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zwei Fällen, jeweils in Tateinheit mit bewaffnetem unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in acht Fällen, jeweils in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und wegen vorsätzlicher unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt und ihn im Übrigen freigesprochen. Die Revision des Angeklagten führt zur aus der Beschlussformel ersichtlichen Berichtigung des Schuldspruchs und hat darüber hinaus keinen Erfolg.
Neben dem bewaffneten unerlaubten Handeltreiben ist eine Verurteilung wegen bewaffneter unerlaubter Einfuhr nicht möglich. Dies folgt schon aus dem Wortlaut des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG: "wer ... ohne Handel zu treiben, einführt ..." (vgl. BGH, Urteil vom 13. Februar 2003 - 3 StR 349/02). Die Einfuhr in nicht geringer Menge ist unselbständiger Teilakt des bewaffneten Handeltreibens, denn als Qualifikationstatbestand geht § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG dem allgemeineren Tatbestand des § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG vor (BGH, Beschluss vom 17. August 1999 - 1 StR 222/99, NStZ-RR 2000, 91).
Auch die tateinheitliche Verurteilung wegen vorsätzlicher unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln neben dem vorsätzlichen unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln kommt zum Wegfall. Denn der Tatbestand der Einfuhr von Betäubungsmitteln, wenn er sich - wie hier - als unselbständiger Teilakt des unerlaubten Handeltreibens darstellt, geht in diesem Tatbestand als Teil des Gesamtgeschehens auf (vgl. nur BGH, Beschluss vom 7. Januar 1981 - 2 StR 618/80, BGHSt 30, 28, 29 f.).
Der Wegfall der jeweiligen tateinheitlichen Verurteilung hat auf den Rechtsfolgenausspruch keinen Einfluss.
Im Übrigen hat die Nachprüfung des Urteils keinen Rechtsfehler ergeben. Insbesondere begegnet es keinen Bedenken, dass der Angeklagte neben Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge tateinheitlich wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verurteilt worden ist. Von dem Grundsatz, dass sich die Einfuhr als unselbständiger Teilakt des Handeltreibens darstellt, ist allerdings die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ausgenommen. Denn die Einfuhr in nicht geringer Menge gemäß § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG stellt sich gegenüber der Begehungsweise nach § 29a Abs. 1 BtMG im Hinblick auf die höhere Mindeststrafdrohung als das schwerere Verbrechen dar (BGH, Urteil vom 24. Februar 1994 - 4 StR 708/93, NStZ 1994, 290). Dies führt zur Annahme von Tateinheit zwischen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und dem unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge als Täter oder Gehilfe (BGH, Urteile vom 28. Februar 2007 - 2 StR 516/06, NStZ 2007, 338; vom 19. Juli 2006 - 2 StR 162/06, NStZ 2007, 101; Beschluss vom 2. Juni 2006 - 2 StR 150/06, NStZ-RR 2006, 277).
Wahl Rothfuß Jäger
Cirener Radtke