Validity of standard withdrawal information in trust-mediated fund investments and its effect on the timeliness of a revocation under the German Consumer Rights Directive Implementation Act
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (II ZR 264/10) issued a decision to refuse the leave to appeal the defendant’s revision, thereby upholding the Oberlandesgericht Bamberg judgment and ruling in favor of the plaintiff trustee. The dispute concerned the validity of a withdrawal declaration for a trust-mediated fund investment, specifically challenging whether the statutory information provision was invalid due to contradictions between the Civil Code and the model withdrawal text in the annex to the German Consumer Rights Directive Implementation Act. The court held that the revision was inadmissible regarding the defendant's set-off claims based on prospectus liability, as the leave to appeal was strictly limited to the issue of the statutory provision's validity. On the merits, the court found the defendant's withdrawal ineffective because the plaintiff trustee correctly utilized the model text prescribed by the German Consumer Rights Directive Implementation Act, which was valid and did not require adaptation to the general Civil Code rules on commencement of time limits, thus denying the defendant’s claim to avoid payment.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 552a ZPO, § 14 BGB, § 14 Abs. 1 BGB, § 187 BGB, § 564 ZPO; Validity of standard withdrawal information in trust-mediated fund investments and its effect on the timeliness of a revocation under the German Consumer Rights Directive Implementation Act: The dispute concerned the validity of a withdrawal declaration for a trust-mediated fund investment, specifically challenging whether the statutory information provision was invalid due to contradictions between the Civil Code and the model withdrawal text in the annex to the German Consumer Rights Directive Implementation Act. The court held that the revision was inadmissible regarding the defendant's set-off claims based on prospectus liability, as the leave to appeal was strictly limited to the issue of the statutory provision's validity. On the merits, the court found the defendant's withdrawal ineffective because the plaintiff trustee correctly utilized the model text prescribed by the German Consumer Rights Directive Implementation Act, which was valid and did not require adaptation to the general Civil Code rules on commencement of time limits, thus denying the defendant’s claim to avoid payment.
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KI-generiertProcedural basis cited in the operative part for the rejection of the appeal by way of order due to lack of prospect of success.
Volltext
Widerruf einer treuhandvermittelten Fondsbeteiligung: Wirksamkeit der verwendeten Musterwiderrufsbelehrung
[TENOR]
Die Parteien werden darauf hingewiesen, dass der Senat beabsichtigt, die Revision des Beklagten gegen das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Bamberg vom 20. Oktober 2010 nach § 552a ZPO durch Beschluss auf seine Kosten zurückzuweisen.
Streitwert: 105.000 €
[GRUENDE]
Die Revision ist zurückzuweisen, weil die Voraussetzungen für ihre Zulassung nicht (mehr) vorliegen und sie auch keine Aussicht auf Erfolg hat (§ 552a ZPO).
1. Ein Zulassungsgrund besteht nicht mehr, nachdem der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs mit Urteil vom 15. August 2012 die Frage, deretwegen das Berufungsgericht die Revision zugelassen hat, dahingehend entschieden hat, dass § 14 BGB-InfoV von der Ermächtigungsgrundlage des Art. 245 Nr. 1 EGBGB a.F. gedeckt und nicht nichtig ist (VIII ZR 378/11, ZIP 2012, 1918 Rn. 11 ff.).
2. Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg.
a) Hinsichtlich des Begehrens des Beklagten, mit Schadensersatzansprüchen aus Prospekthaftung aufrechnen zu können, ist die Revision unzulässig, weil sie insoweit nicht zugelassen ist. Das Berufungsgericht hat die Revision nur beschränkt auf die Frage zugelassen, ob § 14 BGB-InfoV in der Fassung bis zum 31. August 2008 wegen Widersprüchen zwischen den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs und den Mustertexten der Anlage 2 nichtig ist. Die Zulassungsbeschränkung ergibt sich zwar nicht aus dem Tenor des Berufungsurteils. Von einer beschränkten Zulassung der Revision ist aber auszugehen, wenn die Zulassung wegen einer bestimmten Rechtsfrage ausgesprochen wird, die lediglich für die Entscheidung über einen selbständigen Teil des Gesamtstreitstoffs erheblich sein kann (BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2009 - II ZR 63/08, ZIP 2010, 879 Rn. 4). Dies ist hier der Fall. Die Frage der Wirksamkeit des Widerrufs ist entscheidungserheblich nur im Zusammenhang mit dem Streit der Parteien darüber, ob der Beklagte zur Einlageleistung nicht verpflichtet ist, weil er an seine gegenüber der Treuhänderin abgegebene Vertragserklärung nicht mehr gebunden ist.
Die Beschränkung der Revisionszulassung ist auch wirksam. Insoweit ist ausreichend, dass der Beklagte seinen Revisionsantrag selbst entsprechend beschränken könnte. So verhält es sich hier. Denn der Beklagte könnte die Abweisung seiner auf Rückabwicklung der Fondsbeteiligung gerichteten Schadensersatzansprüche hinnehmen und mit der Revision nur seine Verurteilung zur Zahlung wegen des nicht rechtzeitig erklärten Widerrufs seiner gegenüber dem Treuhänder abgegebenen Beitrittserklärung angreifen.
b) Soweit die Revision zugelassen worden ist, hat sie keinen Erfolg. Das Berufungsgericht ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Widerruf des Beklagten nicht fristgerecht war, weil die klagende Treuhänderin das in Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV geregelte Muster für die Widerrufsbelehrung in der bis zum 31. März 2008 geltenden Fassung im Falle einer - hier vorliegenden - Finanzdienstleistung (treuhänderische Vermittlung einer Kapitalanlage) verwendet hat und sie sich deshalb auf die Schutzwirkungen des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV berufen kann (BGH, Urteil vom 15. August 2012 - VIII ZR 378/11, ZIP 2012, 1918 Rn. 10, 14 ff.). Dass sie dabei zugunsten des Beklagten den Fristbeginn dem Gesetz (§ 187 BGB) angepasst hat, ändert daran nichts.
Die weiteren Verfahrensrügen hat der Senat geprüft und für nicht durchgreifend erachtet (§ 564 ZPO).
Bergmann Strohn Caliebe
Reichart Sunder