Attribution of use of a dangerous instrument in robbery through post-completion assistance to a co-perpetrator waiting in the getaway vehicle
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (I. Criminal Senate) partially granted the defendant's revision, altering the conviction from joint serious robbery with unlawful bodily injury to simple robbery with intentional bodily injury, and remanded the case for a new sentencing hearing. The dispute centered on whether the defendant, who waited in a car while his co-perpetrator assaulted the victim and took money, could be held liable for the aggravating factor of using a dangerous instrument under § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB. The lower court had attributed this qualification to the defendant via "successive complicity" (§ 25 Abs. 2 StGB), reasoning that the defendant's awareness of the weapon's use and subsequent assistance in fleeing constituted participation. The appellate court rejected this, holding that successful participation in a completed act is permissible only while the offense is ongoing; because the robbery was concluded once the perpetrator secured possession of the stolen goods and left the scene, subsequent knowledge or assistance in flight did not create liability for the specific use of the dangerous instrument, limiting liability to the originally planned elements of the crime.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB, § 25 Abs. 2 StGB; Attribution of use of a dangerous instrument in robbery through post-completion assistance to a co-perpetrator waiting in the getaway vehicle: Criminal Senate) partially granted the defendant's revision, altering the conviction from joint serious robbery with unlawful bodily injury to simple robbery with intentional bodily injury, and remanded the case for a new sentencing hearing. The dispute centered on whether the defendant, who waited in a car while his co-perpetrator assaulted the victim and took money, could be held liable for the aggravating factor of using a dangerous instrument under § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB. The lower court had attributed this qualification to the defendant via "successive complicity" (§ 25 Abs. 2 StGB), reasoning that the defendant's awareness of the weapon's use and subsequent assistance in fleeing constituted participation. The appellate court rejected this, holding that successful participation in a completed act is permissible only while the offense is ongoing; because the robbery was concluded once the perpetrator secured possession of the stolen goods and left the scene, subsequent knowledge or assistance in flight did not create liability for the specific use of the dangerous instrument, limiting liability to the originally planned elements of the crime.
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Volltext
Sukzessive Mittäterschaft bei Raub: Mitteilung der Abweichung vom Tatplan dem im Auto wartenden Mittäter
[TENOR]
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Traunstein vom 12. Juli 2012
a) im Schuldspruch dahin abgeändert, dass der Angeklagte des Raubes in Tateinheit mit (vorsätzlicher) Körperverletzung schuldig ist,
b) im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.
2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
3. Die weitergehende Revision wird verworfen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Revision des Angeklagten hat bereits mit der Sachrüge in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg, so dass es auf die Verfahrensrüge vorliegend nicht mehr ankommt. Im Übrigen ist das Rechtsmittel unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).
I. Das Landgericht hat festgestellt, dass der mit dem Mitangeklagten R. gefasste gemeinsame Tatplan lediglich umfasste, dass dieser den Geschädigten schlagen sollte, um dann dessen Geld wegzunehmen. Wie R. konkret zuschlagen und ob er insbesondere hierbei einen Gegenstand verwenden sollte, wurde nicht abgesprochen.
Die Strafkammer hat die Verwendung des gefährlichen Werkzeugs durch den Mittäter R. dennoch hinsichtlich des Qualifikationstatbestandes des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB dem Angeklagten gemäß § 25 Abs. 2 StGB im Wege einer sukzessiven Mittäterschaft zugerechnet, weil R. diesen Umstand dem im Auto wartenden Angeklagten nach seiner Rückkehr zum Fahrzeug mitteilte und der Angeklagte sich in Kenntnis dessen dann trotzdem bereit fand, R. mit seinem Pkw nach Salzburg zu verbringen und ihm damit die Flucht zu ermöglichen.
II. Die Annahme sukzessiver Mittäterschaft hinsichtlich der Verwendung eines gefährlichen Gegenstands als Schlagwerkzeug hält rechtlicher Nachprüfung nicht stand. Sukzessive Mittäterschaft ist zwar auch noch nach Vollendung der Tat möglich, nicht mehr aber nach Beendigung der Tat (BGH, Beschluss vom 10. Juni 1997 - 1 StR 236/97).
Bei der vorliegenden Sachlage war der Raub mit dem Verlassen des Bürocontainers, in dem R. den Geschädigten niedergeschlagen und ihm dann die Geldbörse aus der Jacke genommen hatte, spätestens aber mit dem Verlassen des Verkaufsgeländes vor dem Einsteigen in den wartenden Pkw beendet. Mit dem Verlassen des Containers hatte R. - schon wegen fehlender möglicher Verfolger - den Gewahrsam an der Beute gefestigt und gesichert und damit bereits eine ausreichend sichere Verfügungsgewalt über die Beute erlangt (vgl. BGHSt 20, 194, 196; BGHR StGB § 52 Abs. 1, Handlung, dieselbe 31).
Somit verbleibt es allein bei der Zurechnung der Handlungen R. s entsprechend dem zuvor vereinbarten Tatplan.
Da weitergehende Feststellungen hierzu nicht zu erwarten sind, ändert der Senat den Schuldspruch auf Raub in Tateinheit mit (vorsätzlicher) Körperverletzung ab.
III. Die Änderung des Schuldspruchs hat den Fortfall des Strafausspruchs zur Folge.
Nack Graf Jäger
Sander Radtke