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1 StR 593/12 KI-generiert

Admissibility of rehabilitation for unauthorized procedural objections recorded by court clerk in criminal revision

Geschäftsnummer 1 StR 593/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, affirming the lower court's conviction for aiding tax evasion and ordering the defendant to bear the legal costs. The dispute centered on the validity of procedural objections raised via a court clerk’s record at the Regional Court of Kaiserslautern, where the defendant argued that the Abgabenordnung (Tax Code) was never valid, the criminal procedure code should not apply, and the court constituted an unlawful exceptional court under Article 101 Paragraph 1 of the Basic Law. The BGH held that a rehabilitation under Section 44 of the Code of Criminal Procedure (StPO) for the clerk’s failure to exclude these manifestly inadmissible and nonsensical procedural objections was not available, as the clerk merely recorded the defendant’s insistence on having them entered; however, the substantive "general factual objection" contained within the recorded statements rendered the appeal admissible for review. Upon full substantive review, the court found no legal errors to the defendant's detriment, upholding the original judgment under Section 349 Paragraph 2 StPO.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 345 Abs. 2 StPO, Art. 101 Abs. 1 GG, § 349 Abs. 1 StPO; Admissibility of rehabilitation for unauthorized procedural objections recorded by court clerk in criminal revision: The dispute centered on the validity of procedural objections raised via a court clerk’s record at the Regional Court of Kaiserslautern, where the defendant argued that the Abgabenordnung (Tax Code) was never valid, the criminal procedure code should not apply, and the court constituted an unlawful exceptional court under Article 101 Paragraph 1 of the Basic Law. The BGH held that a rehabilitation under Section 44 of the Code of Criminal Procedure (StPO) for the clerk’s failure to exclude these manifestly inadmissible and nonsensical procedural objections was not available, as the clerk merely recorded the defendant’s insistence on having them entered; however, the substantive "general factual objection" contained within the recorded statements rendered the appeal admissible for review. Upon full substantive review, the court found no legal errors to the defendant's detriment, upholding the original judgment under Section 349 Paragraph 2 StPO.

Schlagwörter

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strafrechtliches Revisionsverfahren Verfahrensrügen Steuerhinterziehungsverfahren Verfahrenskosten strafrechtliche Rehabilitation Strafregister

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

The provision cited in the dispositive as the primary legal basis for dismissing the appeal as unfounded after substantive review.

§ 349 Abs. 2 StPO

The procedural basis cited to justify the court's decision by order (Beschluss) rather than by judgment when the public prosecutor's application included a dismissal alternative.

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Volltext

Revision im Strafverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung: Wiedereinsetzung wegen Protokollierung unzulässiger Verfahrensrügen durch den Rechtspfleger der Rechtsantragsstelle

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Kaiserslautern vom 22. August 2012 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

1. Die Revision ist zulässig.

Der Senat entnimmt der zu Protokoll der Geschäftsstelle (§ 345 Abs. 2 StPO) des Landgerichts abgegebenen Revisionsbegründung, mit der der Angeklagte u.a. die Anwendung der Vorschriften der Abgabenordnung rügt, dass das angefochtene Urteil auch sachlich-rechtlich beanstandet werden sollte. Das Vorbringen enthielt damit jedenfalls die Erhebung der allgemeinen Sachrüge.

2. Die Revision ist unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

a) Die erhobenen Verfahrensrügen sind aus den vom Generalbundesanwalt in seiner Antragsschrift vom 20. November 2012 zutreffend dargelegten Gründen unzulässig.

b) Eine Wiedereinsetzung zur Nachholung oder Nachbesserung von Verfahrensrügen kommt nicht in Betracht, da keine Umstände vorgetragen oder sonst erkennbar sind, die einen Anspruch auf Nachbesserung wegen Pflichtverletzung der Rechtspflegerin rechtfertigen könnten (vgl. BGHR StPO § 44 Verfahrensrüge 6, 13). Der Umstand, dass bei der Formulierung der als unzulässig bewerteten Verfahrensrügen zur Unterstützung des Angeklagten sachkundiges Justizpersonal mitgewirkt hat, offenbart hier keinen dem Gericht anzulastenden Fehler zum Nachteil des Angeklagten (vgl. BVerfG NJW 2005, 3629). Die Urkundsbeamtin hatte die Verfahrensrügen erkennbar allein deshalb in die Niederschrift aufgenommen, weil der Angeklagte - wie protokolliert - auf deren Niederschrift bestanden hatte. Richtigerweise hätte sie die Aufnahme der offensichtlich unzulässigen Verfahrensrügen nicht nur verweigern können, sondern auch verweigern müssen. Denn der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle hat sich nicht nur deswegen an der Anfertigung der Revisionsbegründung gestaltend zu beteiligen und die Verantwortung für den Inhalt zu übernehmen, damit die Interessen des Angeklagten auf eine formgerechte und zulässige Revisionsbegründung gewahrt werden, vielmehr soll hierdurch auch gewährleistet werden, dass dem Revisionsgericht die Prüfung grundloser oder unverständlicher Anträge erspart wird (vgl. BGHR StPO § 345 Abs. 2 Begründungsschrift 5). Eine Mitwirkung an der Anbringung von Verfahrensrügen, mit denen u.a. geltend gemacht werden sollte, das Landgericht sei ein nach Art. 101 Abs. 1 GG unzulässiges Ausnahmegericht, die Strafprozessordnung dürfe nicht mehr angewendet werden, die Abgabenordnung sei noch nie gültig gewesen und die zwangsweise Vertretung durch einen Anwalt vor dem Landgericht verletze die Postulationsfähigkeit des Angeklagten und fuße auf nationalsozialistischem Unrecht, hätte die Rechtspflegerin daher verweigern müssen.

c) Die umfassende Nachprüfung des angefochtenen Urteils auf die Sachrüge hin hat keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.

3. Der Senat kann durch Beschluss gemäß § 349 Abs. 2 StPO entscheiden, da die primär auf eine Revisionsverwerfung als unzulässig gemäß § 349 Abs. 1 StPO gerichtete Antragsschrift des Generalbundesanwalts für den Fall, dass der Senat die Revision für zulässig erachtet, auch einen Verwerfungsantrag nach § 349 Abs. 2 StPO enthält.

Nack Rothfuß Jäger

Cirener Radtke