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XII ZB 557/12 KI-generiert

Appointment of supplementary guardian not subject to free-of-charge legal appeal; erroneous instruction ineffective.

Geschäftsnummer XII ZB 557/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice dismissed the legal appeal as inadmissible, upholding the lower court's decision and ruling that the appeal was not permitted without specific authorization. The dispute concerned a family law proceeding in care matters, specifically the appointment of a supplementary guardian for financial affairs, where the appellant relied on an erroneous procedural instruction claiming the right to appeal. The court held that the appointment of a supplementary guardian does not constitute a new establishment or extension of guardianship under §§ 1896, 271 No. 1 FamFG, but rather falls under the catch-all provision of § 271 No. 3 FamFG, which requires a statement of significance or fundamental legal question for admissibility; consequently, the erroneous instruction in the lower court’s order could not replace the statutory requirement for admissibility, leaving the initial ruling in force.

Legislator-Regeste

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§ 70 Abs. 3 Nr. 1 FamFG, § 1896 BGB, § 295 Abs. 1 FamFG, § 271 Nr. 3 FamFG, § 131 Abs. 5 Satz 2 KostO; Appointment of supplementary guardian not subject to free-of-charge legal appeal; erroneous instruction ineffective: The dispute concerned a family law proceeding in care matters, specifically the appointment of a supplementary guardian for financial affairs, where the appellant relied on an erroneous procedural instruction claiming the right to appeal. The court held that the appointment of a supplementary guardian does not constitute a new establishment or extension of guardianship under §§ 1896, 271 No. 1 FamFG, but rather falls under the catch-all provision of § 271 No. 3 FamFG, which requires a statement of significance or fundamental legal question for admissibility; consequently, the erroneous instruction in the lower court’s order could not replace the statutory requirement for admissibility, leaving the initial ruling in force.

Schlagwörter

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Beistandsbestellung prozessleitende Verfügungen gesetzlicher Anspruch Streitgegenstand Finanzvorschriften einzelne Grundrechte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 131 Abs. 5 Satz 2 KostO

Provision cited in the dispositive to establish that the appellate procedure is free of court fees.

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Volltext

Zulassungsfreie Rechtsbeschwerde in Betreuungssachen: Bestellung eines Ergänzungspflegers

[TENOR]

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 6. Zivilkammer des Landgerichts München II vom 30. August 2012 wird verworfen.

Das Verfahren der Rechtsbeschwerde ist gerichtsgebührenfrei (§ 131 Abs. 5 Satz 2 KostO).

[GRUENDE]

Die Rechtsbeschwerde ist mangels Zulassung nicht statthaft und daher unzulässig. Die Voraussetzungen für eine zulassungsfreie Rechtsbeschwerde in Betreuungssachen gemäß § 70 Abs. 3 Nr. 1 FamFG liegen nicht vor.

Betreuungssachen zur Bestellung eines Betreuers im Sinne der §§ 70 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1, 271 Nr. 1 FamFG sind Verfahren nach § 1896 BGB. Dabei kann es sich sowohl um ein Erstverfahren als auch um ein Verlängerungsverfahren handeln, für das § 295 Abs. 1 FamFG eine entsprechende Anwendung der Vorschriften über die erstmalige Anordnung dieser Maßnahme, also der §§ 1896 ff. BGB, anordnet. Die besonders hohe Eingriffsintensität ergibt sich bei diesen Verfahren daraus, dass mit der Bestellung des Betreuers zugleich die Anordnung der Betreuung selbst einhergeht. Denn § 1896 BGB unterscheidet nicht zwischen Anordnung der Betreuung und Bestellung eines Betreuers; vielmehr ist eine Einheitsentscheidung zu treffen.

Die Bestellung eines Ergänzungsbetreuers nach den §§ 1899 Abs. 4, 1908 i Abs. 1, 1795 Abs. 1, 1796, 181 BGB lässt demgegenüber die angeordnete Betreuung und den hier in Rede stehenden Aufgabenkreis der Vermögensangelegenheiten in seinem Umfang unberührt. Eine Änderung ergibt sich allein hinsichtlich der Zuständigkeit der Betreuer zur Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten: Soweit die Ergänzungsbetreuung reicht, tritt der Ergänzungsbetreuer an die Stelle des (eigentlichen) Betreuers; im Übrigen bleibt der Betreuer für den Aufgabenkreis zuständig. Ein solches Verfahren fällt - ebenso wie die Entlassung des bisherigen Betreuers - unter die Auffangbestimmung des § 271 Nr. 3 FamFG (Senatsbeschluss vom 25. Mai 2011 - XII ZB 283/10 - FamRZ 2011, 1219 Rn. 13).

Die vom Landgericht unzutreffend erteilte und unterschriebene Rechtsmittelbelehrung, wonach gegen seine Entscheidung die Rechtsbeschwerde statthaft sei, kann die Zulassung der Rechtsbeschwerde nicht ersetzen (vgl. Senatsbeschluss vom 20. Juli 2011 - XII ZB 445/10 - FamRZ 2011, 1728 Rn. 12 ff., 16).

Dose Weber-Monecke Klinkhammer

Schilling Nedden-Boeger