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5 StR 578/12 KI-generiert

Admissibility of uncontradicted police video testimony: right to confront witnesses under Article 6(3)(d) ECHR and assessment of probative value

Geschäftsnummer 5 StR 578/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH 5th Criminal Senate dismissed the defendant's revision as unfounded, leaving the Hamburg Regional Court's judgment of July 31, 2012, in force and ordering the defendant to bear the costs of the appeal. The dispute concerned whether the lower court violated the defendant's right under Article 6(3)(d) ECHR to examine witnesses against him by admitting a witness statement based solely on a police video interrogation without a subsequent judicial hearing or in-person confrontation. The court held that no attributable failure to guarantee this right occurred, as the police investigation was ongoing when the interrogation took place, the defendant had exercised his right to remain silent, and no formal request for a judicial examination had been substantiated; furthermore, the proceedings were conducted fairly and expeditiously given the witness's precarious legal status. Additionally, the appellate court found that the trial court correctly assessed the diminished probative value of the uncontradicted testimony by corroborating it with independent evidence, including inconsistencies in the defendant's own account and direct observations by multiple non-hearsay witnesses regarding the victim's condition immediately after the incident.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Admissibility of uncontradicted police video testimony: right to confront witnesses under Article 6(3)(d) ECHR and assessment of probative value: The dispute concerned whether the lower court violated the defendant's right under Article 6(3)(d) ECHR to examine witnesses against him by admitting a witness statement based solely on a police video interrogation without a subsequent judicial hearing or in-person confrontation. The court held that no attributable failure to guarantee this right occurred, as the police investigation was ongoing when the interrogation took place, the defendant had exercised his right to remain silent, and no formal request for a judicial examination had been substantiated; furthermore, the proceedings were conducted fairly and expeditiously given the witness's precarious legal status. Additionally, the appellate court found that the trial court correctly assessed the diminished probative value of the uncontradicted testimony by corroborating it with independent evidence, including inconsistencies in the defendant's own account and direct observations by multiple non-hearsay witnesses regarding the victim's condition immediately after the incident.

Schlagwörter

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Zeugenaussage strafrechtliches Revisionsverfahren Opferrechte Anhörung oder Verhör Beweiskraft Beweiswürdigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 StR 4/05
Juni 2005 – 2 StR 4/05, BGHR MRK Art.
1 StR 169/00
Juli 2000 – 1 StR 169/00, BGHSt 46, 93, 97 mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte), trägt sie nicht vor und ist auch nicht ersichtlich.
BGHSt 46, 93
Juli 2000 – 1 StR 169/00, BGHSt 46, 93, 97 mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte), trägt sie nicht vor und ist auch nicht ersichtlich.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Provision cited in the dispositive to declare the revision unfounded and thereby reject it.

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Volltext

Strafverfahren: Recht des Angeklagten auf Befragung von Belastungszeugen

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 31. Juli 2012 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Beweiswürdigung des Landgerichts hält auch im Lichte des Art. 6 Abs. 3 Buchstabe d MRK rechtlicher Überprüfung stand.

1. Eine der Justiz zuzurechnende, vorwerfbar unterbliebene Konfrontation des Angeklagten mit der Zeugin liegt nicht schon darin, dass die Belastungszeugin nach ihrer polizeilichen Videovernehmung nicht nochmals richterlich vernommen worden ist, woran auch der Angeklagte oder seine Verteidigerin hätte teilnehmen können (vgl. auch BGH, Beschluss vom 22. Juni 2005 – 2 StR 4/05, BGHR MRK Art. 6 Abs. 3 Buchstabe d Fragerecht 5). Im Zeitpunkt der polizeilichen Vernehmung war eine Ermittlung des Angeklagten als Täter noch nicht abgeschlossen, weswegen seine Hinzuziehung unmöglich war. Der Angeklagte machte dann im Ermittlungsverfahren von seinem Schweigerecht Gebrauch, womit sich die Notwendigkeit einer nochmaligen Vernehmung nicht aufdrängte. Dass die Verteidigung eine solche beantragt hat (vgl. dazu BGH, Urteil vom 25. Juli 2000 – 1 StR 169/00, BGHSt 46, 93, 97 mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte), trägt sie nicht vor und ist auch nicht ersichtlich. Schließlich wurde das Strafverfahren – wohl gerade mit Blick auf den ungesicherten Aufenthaltsstatus der Zeugin – ungewöhnlich zügig durchgeführt. Die Anklage wegen der am 15. Januar 2012 begangenen Tat wurde am 23. Februar 2012 erhoben, der Eröffnungsbeschluss erging am 3. April 2012, die Hauptverhandlung begann am 30. April 2012. Die Verfahrensgestaltung erweist sich danach bei der gebotenen Gesamtbetrachtung als fair.

2. Entsprechend den Ausführungen in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts hat die Strafkammer auch den wegen der Nichtgewährleistung des Fragerechts geminderten Beweiswert der Zeugenaussage nicht verkannt. Außerhalb der Aussage hat es u.a. Ungereimtheiten in der Einlassung des Angeklagten (UA S. 8, 9) sowie die Bekundungen mehrerer, auch polizeilicher Zeugen zum Verhalten und Zustand der Geschädigten unmittelbar nach der Tat und im weiteren Verlauf herangezogen (UA S. 10 ff.). Bei den vernommenen Personen handelte es sich dabei entgegen der Auffassung der Revision deshalb auch nicht etwa nur um „Zeugen vom Hörensagen“.

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