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2 StR 376/12 KI-generiert

Incorporating post-offense positive development into juvenile sentencing to determine required educational measures

Geschäftsnummer 2 StR 376/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) overturned the sentencing portion of a lower court’s judgment, rejected the remainder of the defendant's appeal, and remanded the case for a new sentencing hearing. The case involved a juvenile charged with attempted manslaughter and aggravated bodily injury, who challenged the imposition of a three-year-and-six-month juvenile detention sentence. The appellate court found that the trial court erred by failing to consider the defendant’s positive rehabilitation and stabilization of life circumstances following the offense, which are mandatory factors in assessing the necessary educational measures under juvenile criminal law. Relying on the principle that juvenile sentencing must account for the offender's current developmental state and that an unconditional custodial sentence would prematurely terminate this positive progress, the BGH held that the original penalty was unlawful and directed the lower court to reassess the sentence with these mitigating factors properly included.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Incorporating post-offense positive development into juvenile sentencing to determine required educational measures: Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat zum Strafausspruch mit der Sachrüge Erfolg; im Übrigen ist sie offensichtlich unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

Schlagwörter

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Jugendstrafzumessung strafrechtliche Rehabilitation strafprozessuale Haft mildernder Umstand Strafen und Massnahmen versuchter Totschlag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Volltext

Bemessung der Jugendstrafe: Einbeziehung der positiven Entwicklung des Angeklagten seit der Tat

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Mainz vom 9. März 2012 im Strafausspruch aufgehoben.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Die Sache wird im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Jugendkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat zum Strafausspruch mit der Sachrüge Erfolg; im Übrigen ist sie offensichtlich unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Strafausspruch hält rechtlicher Nachprüfung nicht stand. Das Landgericht ist zwar ohne Rechtsfehler davon ausgegangen, dass die Schwere der Schuld die Verhängung einer Jugendstrafe rechtfertigt. Bei der Bemessung dieser Jugendstrafe aber ist die Strafkammer, die insoweit zu Recht auf den Erziehungsbedarf beim Angeklagten abgestellt hat, nicht auf die positive Entwicklung eingegangen, die der Angeklagte seit der im Mai 2010 begangenen Tat genommen hat (UA S. 6 f.). Dies aber wäre erforderlich gewesen, weil die zumindest seit August 2011 festgestellte Konsolidierung seiner Lebensverhältnisse für das Maß der erforderlichen Erziehung von Bedeutung ist. Das Landgericht hätte dies deshalb ebenso wie den Umstand, dass eine nicht aussetzungsfähige Jugendstrafe dieser positiven Entwicklung in Freiheit ein Ende setzt, ausdrücklich in seine Strafbemessung einbeziehen müssen. Der Senat kann nicht ausschließen, dass die Jugendkammer bei Berücksichtigung dieser Umstände zu einer geringeren Strafe gelangt wäre.

Becker Schmitt Berger

Krehl Eschelbach