Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VI ZR 396/12 KI-generiert

Admissibility of first-time claims of inadequate medical information in appeal after initial suit relied exclusively on treatment errors

Geschäftsnummer VI ZR 396/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH rejected the plaintiff's application for legal aid, holding that the intended appellate pursuit lacked sufficient prospect of success and that no procedural errors warranting a revisionary appeal were apparent. In a medical malpractice case, the plaintiff had initially based the claim solely on treatment errors in the first instance but attempted to introduce, for the first time in the appeal brief, arguments regarding defective information duties (specifically, failure to inform about the alternative of a Cesarean section) and new factual allegations concerning faulty measurements and medication administration. The court held that these new submissions were inadmissible late pleadings under §§ 530, 531 Abs. 2 ZPO, as the claims for insufficient information and negligent treatment, while linked by the ultimate goal of compensation, rely on distinct spatio-temporal facts and different liable persons, constituting a new factual presentation that the lower court was justified in ignoring.

Legislator-Regeste

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§ 114 Satz 1 ZPO; Admissibility of first-time claims of inadequate medical information in appeal after initial suit relied exclusively on treatment errors: In a medical malpractice case, the plaintiff had initially based the claim solely on treatment errors in the first instance but attempted to introduce, for the first time in the appeal brief, arguments regarding defective information duties (specifically, failure to inform about the alternative of a Cesarean section) and new factual allegations concerning faulty measurements and medication administration. The court held that these new submissions were inadmissible late pleadings under §§ 530, 531 Abs. 2 ZPO, as the claims for insufficient information and negligent treatment, while linked by the ultimate goal of compensation, rely on distinct spatio-temporal facts and different liable persons, constituting a new factual presentation that the lower court was justified in ignoring.

Schlagwörter

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ärztlicher Behandlungsfehler unentgeltliche Rechtspflege neues rechtliches Vorbringen Sachverhaltsirrtum informierte Einwilligung Rechtspflege

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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VI ZR 228/05
Dezember 2006 - VI ZR 228/05, VersR 2007, 414 und vom 4.
VI ZR 226/73
November 1975 - VI ZR 226/73, VersR 1976, 293, 294).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 114 Satz 1 ZPO

Cited in the dispositive to deny the application for legal aid because the intended litigation lacks a sufficient prospect of success.

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Volltext

Verspätetes Vorbringen im Arzthaftungsprozess: Erstmalige Rüge fehlerhafter Aufklärung in der Berufungsbegründung nach ausschließlicher Geltendmachung von Behandlungsfehlern in erster Instanz

[TENOR]

Der Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Satz 1 ZPO).

Rechts- oder sonstige Verfahrensfehler, die eine Zulassung der Revision gebieten könnten, sind ersichtlich nicht gegeben. Es ist verfahrensrechtlich nicht zu beanstanden, dass das Berufungsgericht, dem neuen und erst nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist gebrachten Vortrag des Klägers nicht nachgegangen ist, Messungen des Kopfumfanges seien fehlerhaft unterblieben und seiner Mutter seien im Kreißsaal Medikamente verabreicht worden, die sie nicht vertragen habe. Auch die erstmals mit der Berufungsbegründung geltend gemachte Rüge einer fehlenden Aufklärung über die Alternative einer sectio war verspätet, nachdem in erster Instanz die Klage ausschließlich auf Behandlungsfehler gestützt worden ist.

Zwischen den Ansprüchen wegen unzureichender ärztlicher Aufklärung einerseits und wegen fehlerhafter Behandlung andererseits besteht zwar eine Verknüpfung dergestalt, dass es Ziel des Schadensersatzbegehrens des Patienten ist, eine Entschädigung für die bei ihm aufgrund der Behandlung eingetretenen gesundheitlichen Nachteile zu erlangen, doch liegen den Haftungstatbeständen räumlich und zeitlich verschieden gelagerte Sachverhalte zugrunde, an denen unterschiedliche Personen beteiligt sein können. Auch sind die Schadensereignisse im Allgemeinen weder hinsichtlich der Auswirkungen noch hinsichtlich des Verschuldens gleichwertig (vgl. Senatsurteile vom 5.

Dezember 2006 - VI ZR 228/05, VersR 2007, 414 und vom 4. November 1975 - VI ZR 226/73, VersR 1976, 293, 294). Es handelt sich dabei jedenfalls um neuen Tatsachenvortrag, der vom Berufungsgericht mit Recht nicht mehr berücksichtigt worden ist (§§ 530, 531 Abs. 2 ZPO).

Die beantragte Prozesskostenhilfe kann danach nicht bewilligt werden.

Galke Zoll Wellner

Diederichsen Pauge