Costs allocation under § 465 Abs. 2 StPO required where indictment and conviction diverge significantly
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice rejected the defendant's appeal on the merits and upheld the denial of compensation for pre-trial detention, but partially succeeded by granting his complaint against the cost allocation, ordering the lower court to reassess the case expenses and remanding this specific issue to the Landgericht Berlin. The case involved a conviction for the unauthorized carrying of a truncheon, while the original indictment alleged attempted especially serious robberious extortion in conjunction with the truncheon offense, creating a significant discrepancy between the charges and the final judgment. Relying on § 465 Abs. 2 StPO, the court held that such a major deviation required the trial court to explicitly examine whether the costs could be borne by the treasury due to the mismatch; because the lower court failed to make this assessment or demonstrate awareness of the statutory provision, the original order for the defendant to bear the procedural costs was overturned, whereas the lack of compensation was affirmed as the duration of pre-trial detention did not exceed the number of daily fine units imposed.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 464 Abs. 3 StPO, § 465 Abs. 2 StPO; Costs allocation under § 465 Abs. 2 StPO required where indictment and conviction diverge significantly: The case involved a conviction for the unauthorized carrying of a truncheon, while the original indictment alleged attempted especially serious robberious extortion in conjunction with the truncheon offense, creating a significant discrepancy between the charges and the final judgment. Relying on § 465 Abs. 2 StPO, the court held that such a major deviation required the trial court to explicitly examine whether the costs could be borne by the treasury due to the mismatch; because the lower court failed to make this assessment or demonstrate awareness of the statutory provision, the original order for the defendant to bear the procedural costs was overturned, whereas the lack of compensation was affirmed as the duration of pre-trial detention did not exceed the number of daily fine units imposed.
Schlagwörter
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KI-generiertCited in the dispositive to reject the defendant's appeal as unfounded.
Volltext
Kostenpflicht des Verurteilten: Billigkeit der Kostenentscheidung bei erheblicher Diskrepanz zwischen Anklage und Urteil
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 6. Juni 2012 wird nach § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Der Beschwerdeführer hat die Kosten dieses Rechtsmittels zu tragen.
Die sofortige Beschwerde des Angeklagten gegen die Versagung von Entschädigung für Strafverfolgungsmaßnahmen wird auf seine Kosten zurückgewiesen.
Auf die sofortige Beschwerde des Angeklagten wird die Kosten- und Auslagenentscheidung des genannten Urteils, soweit sie ihn betrifft, aufgehoben. Die Sache wird insoweit und zur Entscheidung über die Kosten des Beschwerdeverfahrens an die Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen unerlaubten Führens eines Schlagrings zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 20 € verurteilt, ihm Entschädigung wegen Strafverfolgungsmaßnahmen versagt und die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Die gegen die Verurteilung gerichtete Revision des Angeklagten ist unbegründet im Sinne von § 349 Abs. 2 StPO.
Die sofortige Beschwerde des Angeklagten gegen die Entscheidung des Landgerichts, ihn wegen erlittener Untersuchungshaft nicht zu entschädigen (§ 2 Abs. 1 StrEG), ist unbegründet. Die Dauer der Untersuchungshaft, die nach § 51 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 Satz 1 StGB auf die verhängte Geldstrafe anzurechnen ist, überstieg deren Tagessatzanzahl nicht. Eine Billigkeitsentscheidung gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 2 StrEG schied deshalb aus.
Die sofortige Beschwerde des Angeklagten gegen die Kosten- und Auslagenentscheidung (§ 464 Abs. 3 StPO) hat hingegen vorläufig Erfolg und führt insoweit zur Zurückverweisung der Sache an die Strafkammer des Landgerichts (BGH, Beschluss vom 12. Februar 1998 – 1 StR 777/97, StV 1998, 610 mwN). Das Landgericht hätte sich aufgrund der erheblichen Diskrepanz zwischen dem mit der Anklage erhobenen Vorwurf (versuchte besonders schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit unerlaubtem Führen eines Schlagrings) und dem abgeurteilten Waffendelikt zu einer Prüfung des § 465 Abs. 2 StPO veranlasst sehen müssen. Entsprechende Feststellungen hierzu hat das Landgericht weder getroffen noch erkennen lassen, dass es sich einer Entscheidungsmöglichkeit nach dieser Vorschrift bewusst war.
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