Guardianship appeal: Recusal for judicial bias, missed two-week hearing complaint deadline, and hopeless emergency counsel request
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) rejected the procedural objections of the affected party, including a motion for recusal and a complaint of lack of hearing, denied the requested appointment of an emergency counsel for the opposing party, and dismissed the legal appeal as inadmissible due to failure to file a timely brief, thereby upholding the prior order of the 4th Civil Chamber of the Bonn Regional Court. The dispute concerned guardianship proceedings where the affected party challenged the court's decisions as arbitrary and sought counsel, but the motion for recusal was deemed abusive for lacking serious personal bias grounds rather than mere disagreement with rulings, the complaint of lack of hearing was inadmissible for missing the two-week statutory deadline, and the emergency counsel request was denied because the intended legal action was deemed hopeless. Key legal bases include § 44(2) FamFG regarding time limits, § 71(2) FamFG for the one-month brief filing deadline, § 10(4) FamFG in conjunction with § 78b ZPO for emergency counsel, and the doctrine that judicial bias must stem from personal relationships rather than substantive disagreement, resulting in a cost-free proceeding with a subject matter value of €3,000.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 44 Abs. 2 Satz 1 FamFG, § 15 Abs. 2 Satz 1 FamFG, § 10 Abs. 4 Satz 3 FamFG, § 71 Abs. 2 Satz 1 FamFG, § 131 Abs. 5 Satz 2 KostO; Guardianship appeal: Recusal for judicial bias, missed two-week hearing complaint deadline, and hopeless emergency counsel request: The dispute concerned guardianship proceedings where the affected party challenged the court's decisions as arbitrary and sought counsel, but the motion for recusal was deemed abusive for lacking serious personal bias grounds rather than mere disagreement with rulings, the complaint of lack of hearing was inadmissible for missing the two-week statutory deadline, and the emergency counsel request was denied because the intended legal action was deemed hopeless. Key legal bases include § 44(2) FamFG regarding time limits, § 71(2) FamFG for the one-month brief filing deadline, § 10(4) FamFG in conjunction with § 78b ZPO for emergency counsel, and the doctrine that judicial bias must stem from personal relationships rather than substantive disagreement, resulting in a cost-free proceeding with a subject matter value of €3,000.
Schlagwörter
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertBasis for the dispositive order that the legal appeal proceedings are free of court fees.
Volltext
Rechtsbeschwerde in Betreuungssachen: Befangenheitsantrag gegen Entscheidungen des Vorsitzenden Richters; Anhörungsrüge gegen die Ablehnung der Bestellung eines Notanwalts
[TENOR]
Das Ablehnungsgesuch des Betroffenen vom 22. Juli 2012 und die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 27. Juni 2012 werden verworfen.
Der Antrag der Beteiligten zu 2 auf Bestellung eines Notanwalts wird abgelehnt.
Die Rechtsbeschwerde des Betroffenen gegen den Beschluss der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bonn vom 13. Dezember 2011 wird verworfen.
Das Verfahren der Rechtsbeschwerde ist gerichtsgebührenfrei (§ 131 Abs. 5 Satz 2 KostO).
Beschwerdewert: 3.000 €
[GRUENDE]
1. Das Ablehnungsgesuch des Betroffenen ist rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig. Bei der Ablehnung eines Richters müssen ernsthafte Umstände angeführt werden, die die Befangenheit des einzelnen Richters aus Gründen rechtfertigen, die in persönlichen Beziehungen dieses Richters zu den Parteien oder zu der zur Verhandlung stehenden Streitsache stehen (BGH Beschluss vom 28. Juli 2008 - AnwZ(B) 79/06 - juris Rn. 3 mwN). Solche Umstände legt der Betroffene nicht dar. Er hält die Entscheidungen des Vorsitzenden zwar für rechtswidrig bzw. willkürlich. Dieser Vortrag genügt jedoch nicht, um einen Befangenheitsgrund glaubhaft zu machen. Über das unzulässige Ablehnungsgesuch entscheidet der Senat in der regulären Besetzung und nicht ohne die abgelehnten Mitglieder (vgl. BGH Beschluss vom 14. April 2005 - V ZB 7/05 - NJW RR 2005, 1226, 1227).
2. Die Anhörungsrüge, die sich gegen die Ablehnung der Bestellung eines Notanwalts richtet und daher ebenfalls nicht dem Anwaltszwang unterliegt, ist wegen Fristversäumnis unzulässig. Sie ist nicht innerhalb der Zweiwochenfrist nach § 44 Abs. 2 Satz 1 FamFG eingelegt worden. Der Senatsbeschluss vom 27. Juni 2012 ist am 29. Juni 2012 formlos an den Betroffenen herausgegeben worden. Nach § 15 Abs. 2 Satz 1 FamFG gilt der Beschluss drei Tage nach Aufgabe zur Post als bekanntgegeben. Die Zweiwochenfrist begann daher am 3. Juli 2012 und endete mit Ablauf des 17. Juli 2012. Die Anhörungsrüge ist aber erst am 23. Juli 2012, also verspätet, beim Bundesgerichtshof eingegangen.
3. Die Bestellung eines Notanwalts für die Beteiligte zu 2 gemäß § 10 Abs. 4 Satz 3 FamFG in Verbindung mit § 78 b ZPO ist abzulehnen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung aussichtslos erscheint (vgl. BGH Beschluss vom 25. März 2003 - VI ZR 355/02 - NJW-RR 2003, 1074).
4. Die Rechtsbeschwerde des Betroffenen ist zu verwerfen, weil sie nicht innerhalb der Monatsfrist des § 71 Abs. 2 Satz 1 FamFG begründet worden ist.
Dose Klinkhammer Schilling
Günter Botur