Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5 StR 327/12 KI-generiert

Stun gun classification as a weapon for aggravated robbery under § 250 StGB

Geschäftsnummer 5 StR 327/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Court (BGH) partially granted the defendant's appeal, overturning the conviction for "aggravated robbery" while upholding the conviction for "aggravated extortion," and remanded the case to a different chamber of the Landgericht Potsdam for a new hearing on the legal classification of the weapon involved. The dispute centered on whether a loaded and functional stun gun used as a threat constituted a "weapon" under the aggravating provision for robbery, challenging the lower court's application of the qualification statute. The decisive legal basis was § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB in conjunction with § 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. a StGB, as the trial court's findings failed to establish that the stun gun's construction caused explosive pressure to exit through the barrel upon firing, a requirement for classification as a weapon under this specific criminal code provision.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB; Stun gun classification as a weapon for aggravated robbery under § 250 StGB: The dispute centered on whether a loaded and functional stun gun used as a threat constituted a "weapon" under the aggravating provision for robbery, challenging the lower court's application of the qualification statute. The decisive legal basis was § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB in conjunction with § 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. a StGB, as the trial court's findings failed to establish that the stun gun's construction caused explosive pressure to exit through the barrel upon firing, a requirement for classification as a weapon under this specific criminal code provision.

Schlagwörter

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qualifizierter Raub strafrechtliche Drohung Erpressung Waffenrechtsdelikte Notwehr Beschlagnahme eines Motorfahrzeugs

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Ground for lifting the conviction order while preserving the findings of fact, except regarding the stun gun.

§ 349 Abs. 2 StPO

Ground for dismissing the further part of the revision as unfounded.

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Volltext

Schwerer Raub: Schreckschusspistole als Waffe

[TENOR]

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Potsdam vom 19. April 2012 gemäß § 349 Abs. 4 StPO im Schuldspruch aufgehoben; jedoch bleiben die Feststellungen mit Ausnahme derjenigen zur Schreckschusspistole bestehen.

2. Die weitergehende Revision wird gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen.

3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen "schwerer räuberischer Erpressung" unter Einbeziehung weiterer Strafen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, im Rahmen der rechtlichen Würdigung jedoch den Qualifikationstatbestand nach § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB angenommen. Die auf die Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Die vom Landgericht getroffenen Feststellungen zu der vom Angeklagten als Drohmittel verwendeten geladenen und funktionsfähigen Schreckschusspistole (UA S. 9) tragen nicht die Annahme des Qualifikationstatbestandes des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB. Denn sie belegen nicht, dass nach der Bauart der Schreckschusspistole beim Abfeuern der Munition der Explosionsdruck nach vorne durch den Lauf austritt und es sich deshalb um eine Waffe im Sinne des § 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. a, Abs. 2 Nr. 1 StGB handelt (vgl. BGH, Beschlüsse vom 4. Februar 2003 – GSSt 2/02, BGHSt 48, 197, 201; vom 6. Juni 2012 – 5 StR 233/12).

Dem Senat ist eine Durchentscheidung verwehrt, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Feststellungen zu der Bauart der Schreckschusspistole (vgl. MünchKommStGB/Heinrich, 2007, § 1 WaffG Rn. 83) getroffen werden können. Die übrigen Feststellungen sind rechtsfehlerfrei getroffen und können bestehen bleiben.

Raum Schneider Dölp

König Bellay