Entitlement to tournament prize money under loan contract: allocation of legal fruits to lender or borrower
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Civil Procedure dismissed the defendant's complaint against the non-admission of revision, thereby upholding the appellate court's judgment in favor of the plaintiff and holding the defendant liable for the costs of the complaint proceedings. The dispute concerned whether prize money earned by a horse lent to the defendant for use in tournaments constituted "fruits" belonging to the borrower or remained the property of the owner-lender, with the defendant arguing that the lower court erred in denying the existence of a loan contract and incorrectly assigning the prize money to the plaintiff. The Court clarified that while the appellate court may have incorrectly denied the existence of a loan contract by focusing on the lender's active duty to hand over possession rather than merely permitting use, its result was correct because under German civil law (specifically §§ 598 ff BGB and §§ 99 ff BGB), a loan for use only entitles the borrower to benefits associated with the use of the item itself, not to the retention of legal fruits such as prize money, unless explicitly or implicitly agreed otherwise; since the lower court found a tacit agreement that prize money belonged to the owner, the legal outcome aligns with the standard doctrine of loan contracts, rendering the revision inadmissible.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 101 Abs. 1 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 535 Abs. 1 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO; Entitlement to tournament prize money under loan contract: allocation of legal fruits to lender or borrower: The dispute concerned whether prize money earned by a horse lent to the defendant for use in tournaments constituted "fruits" belonging to the borrower or remained the property of the owner-lender, with the defendant arguing that the lower court erred in denying the existence of a loan contract and incorrectly assigning the prize money to the plaintiff. The Court clarified that while the appellate court may have incorrectly denied the existence of a loan contract by focusing on the lender's active duty to hand over possession rather than merely permitting use, its result was correct because under German civil law (specifically §§ 598 ff BGB and §§ 99 ff BGB), a loan for use only entitles the borrower to benefits associated with the use of the item itself, not to the retention of legal fruits such as prize money, unless explicitly or implicitly agreed otherwise; since the lower court found a tacit agreement that prize money belonged to the owner, the legal outcome aligns with the standard doctrine of loan contracts, rendering the revision inadmissible.
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KI-generiertCited in the dispositive to establish the defendant's liability for the costs of the complaint proceedings.
Cited in the dispositive to determine the allocation of costs regarding the amicus curiae (streithelferin), ordering that she bears her own costs.
Volltext
Leihe: Abgrenzung zwischen Miete und Leihe; Anspruch des Verleihers auf gezogene Früchte in Form der Preisgelder eines entliehenen Turnierpferdes
[TENOR]
Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 21. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 9. August 2011 - I-21 U 133/10 - wird zurückgewiesen.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beklagten auferlegt mit Ausnahme der Kosten seiner Streithelferin, die diese selbst zu tragen hat (§ 97 Abs. 1, § 101 Abs. 1 ZPO).
Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 31.500,00 € festgesetzt.
[GRUENDE]
Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unbegründet, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).
Die Würdigung des Berufungsgerichts, die Parteien hätten stillschweigend vereinbart, dass etwaige Turnierpreisgelder dem Kläger (als Pferdeeigentümer) zustehen sollten, lässt einen (zulassungsrelevanten) Rechtsfehler nicht erkennen.
Zwar dürfte das Berufungsgericht einen Leihvertrag fehlerhaft verneint haben. Auf die Begründung einer Überlassungspflicht des Klägers kommt es insoweit nämlich nicht an. Anders als der Vermieter (§ 535 Abs. 1 BGB) ist der Verleiher nicht zur Gebrauchsgewährung oder Gebrauchsüberlassung, also einem aktiven Tun, sondern nur zur "Gestattung" des Gebrauchs verpflichtet (Staudinger/Reuter, BGB [2005], § 598 Rn. 13; MünchKommBGB/Häublein, 6. Aufl., § 598 Rn. 20; Erman/Graf von Westphalen, BGB, 13. Aufl., § 598 Rn. 3; Palandt/Weidenkaff, BGB, 71. Aufl., § 598 Rn. 6). Die Verschaffung des Besitzes an der Sache ist kein konstitutives Element des Leihvertrags; die Annahme eines Leihvertrags setzt lediglich voraus, dass dem Entleiher die Nutzung der Sache gestattet wird (BGH, Urteil vom 28. Juli 2004 - XII ZR 153/03, NJW-RR 2004, 1566; Erman/Graf von Westphalen aaO; Palandt/Weidenkaff aaO Rn. 5). Unstreitig ist das Pferd dem Beklagten vom Kläger (über dessen Bruder) ohne Vereinbarung eines Entgelts zum Gebrauch bei Turnieren zur Verfügung gestellt worden, ohne dass damit eine Geschäftsbesorgung für den Kläger verbunden gewesen wäre. Dies spricht für einen Leihvertrag.
Die Nichtzulassungsbeschwerde geht aber fehl, wenn sie annimmt, als Entleiher hätten dem Beklagten nach dem Leitbild der §§ 598 ff BGB die Gebrauchsvorteile des Pferdes und mithin auch die Preisgelder zugestanden. Die Leihe berechtigt den Entleiher nämlich nur zur Benutzung der Sache als solcher (das heißt zur Nutzung der mit dem Sachbesitz verbundenen Vorteile), nicht aber auch zur Ziehung und zum Behaltendürfen von Früchten im Sinne von §§ 99 f BGB; soll der Entleiher (auch) zu Letzterem befugt sein, so bedarf es einer dahingehenden (ausdrücklichen oder stillschweigenden) Vereinbarung der Vertragsparteien (s. Staudinger/Reuter aaO § 598 Rn. 10, 12 und § 604 Rn. 1; Erman/Graf von Westphalen aaO Rn. 4; MünchKommBGB/Häublein aaO § 598 Rn. 16, 18 und § 604 Rn. 5; Palandt/Weidenkaff aaO § 598 Rn. 5 und § 604 Rn. 1 aE).
Demnach wird das Auslegungsergebnis des Berufungsgerichts nicht dadurch infrage gestellt, dass es den Abschluss eines Leihvertrags verneint hat. Denn die Regelung, dass dem Kläger als Eigentümer (Verleiher) etwaige Preisgelder zustehen sollten, entspricht dem Leitbild der §§ 598 ff BGB.
Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.
Schlick Wöstmann Seiters
Tombrink Remmert